Newsticker

Carneval in Rio fällt wegen Corona-Pandemie aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Mehr Freiheit auf dem Friedhof

Stadtbergen

08.05.2015

Mehr Freiheit auf dem Friedhof

Im Stadtberger Friedhof sind ab jetzt Grabplatten erlaubt. Ein Memoriam-Garten und eine Baumbestattung könnten dazu kommen.
Bild: Manuel Wenzel

In Stadtbergen sind ab jetzt Grabplatten erlaubt. Ein Memoriam-Garten und eine Baumbestattung könnten dazu kommen

Es ist für viele die letzte große Entscheidung: Wie soll das eigene Grab aussehen? Auch für Stadtbergen wird dieses Thema immer wichtiger. Barbara Tietböhl, die Leiterin des Ordnungsamtes berichtet: „Uns erreichen immer mehr Anfragen von Leuten die andere Formen als die traditionelle Bestattung wünschen.“ Künftig gibt es in Stadtbergen tatsächlich einige Neuerungen.

Denn auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates beschlossen die Mitglieder, Grabplatten und Edelkies auf den kommunalen Friedhöfen zuzulassen. Vor allem die Grabplatten, wie es sie in mehreren anderen Kommunen wie etwa Diedorf bereits gibt, seien ein großer Wunsch sowohl von Bürgern als auch der Stadtverwaltung gewesen. Denn mit den Steinplatten, die anstelle eines Blumenschmucks installiert werden, sei die Grabpflege um einiges einfacher. „Da kamen immer wieder Fragen von Angehörigen, die sich das gewünscht haben“, sagt Tietböhl. Gescheitert sei dies bislang immer an mehreren Faktoren, einer davon war die Bodenqualität in Stadtbergen. Mittlerweile liegt jedoch die Zustimmung sowohl des Landratsamtes als auch das Landesamts für Umweltschutz vor.

Auch aus einem anderen praktischen Grund glaubt Tietböhl, dass die Grabplatten zu einer Verschönerung des Friedhofsbildes beitragen werden: „Wir haben in Stadtbergen mit 25 Jahren relativ lange Ruhefristen, bis ein Grab aufgelöst werden kann.“ Manchmal mussten die Behörden deswegen ein längst nicht mehr bewirtschaftetes und in der Folge verwildertes Grab stehen lassen. Eine Grabplatte könnte das optische Bild aufwerten – auch wenn an dem Grab seit einiger Zeit nichts mehr passiert ist.

Vielleicht folgt Stadtbergen dem Vorbild Augsburg

Über einige andere Änderungen diskutierten die Stadträte, ohne aber zu einem Beschluss zu kommen – sie sollen in den nächsten Sitzungen der zuständigen Gremien behandelt werden. So könnte Stadtbergen bald einen Memoriam-Garten bekommen. Das bundesweite Prinzip sieht vor, dass sich mehrere Friedhofsgärtnereien zusammenschließen und von Angehörigen mit der Grabpflege beauftragt werden können. In Augsburg gibt es das Konzept bereits – gut möglich, dass Stadtbergen hier bald folgen könnte.

Als mögliche Alternative zum bestehenden Angebot gilt auch eine Ersetzung aufgelöster Erdgräber durch „integrierte Urnengräber“. Dies bedeutet, dass Urnen in der Erde versenkt werden und die Angehörigen auf diese Weise eine Ruhestätte für ihre verstorbenen Familienmitglieder haben.

Möglich sei es auch, dass Urnen bei den Wurzeln eines Baumes vergraben werden. Die sogenannte Baumbestattung hat jedoch größere Chancen als ein anderer Antrag des ehemaligen Bürgermeisters Ludwig Fink, wonach die Stadt einen Friedwald bekommen könnte. Dessen Konzept ist im wesentlichen die Bestattung in freier Landschaft mit einem Naturelement als Bezugspunkt. „Das sieht bei uns aufgrund der Verfügbarkeit der Flächen schon schwierig aus“, sagte Tietböhl. Bereits in Neusäß war ein solcher Friedwald kontrovers diskutiert worden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren