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Kreis Augsburg

13.02.2020

Mutter und Kind leben in Emersacker im Container: Was wird aus der Familie?

Weil eine 50-Jährige und ihr Sohn obdachlos wurden, stellte die Gemeinde Emersacker für sie vor rund neun Monaten diese Notunterkunft auf.
Bild: Christoph Lotter

Plus Eine neue Wohnung haben die alleinerziehende 50-Jährige aus Emersacker und ihr kleiner Sohn noch immer nicht. Die Situation ist undurchsichtig.

Das Schicksal einer alleinerziehenden Mutter aus Emersacker hat viele Menschen erschüttert. Die 50-Jährige lebte monatelang mit ihrem siebenjährigen Sohn in einem Container am Ortsrand. Die Zelte mit Spielzeug rund um den Container sind inzwischen jedoch verschwunden. Drei Mülltonnen stehen noch neben der Notunterkunft im Neubaugebiet in Emersacker. Ob Franziska Schuster (Name geändert) mit ihrem siebenjährigen Sohn noch immer dort wohnt, ist unklar. Nachbarn sagen, man habe sie zuletzt im Dezember gesehen.

Gegenüber unserer Redaktion behauptet die 50-Jährige, sie und ihr Sohn leben im Ausland. Mit dem Leben im Container habe Schuster abgeschlossen. Laut Bürgermeister Michael Müller ist die kleine Familie offiziell allerdings noch immer in Emersacker gemeldet. Jugendamtsleiter Hannes Neumeier erklärt auf Nachfrage, dass der Siebenjährige aktuell in Emersacker zur Schule geht. Seit Jahren beschäftige sich das Jugendamt mit der Familie. Auch derzeit stehe man in Kontakt. Die Situation ist undurchsichtig.

Aufgestellt wurde der Container vor mittlerweile rund neun Monaten. 
Bild: Christoph Lotter

Viele Menschen wollten der kleinen Familie aus Emersacker helfen

Nachdem die Geschichte der von Obdachlosigkeit bedrohten Frau öffentlich geworden war, meldeten sich viele Menschen, die helfen wollen. Sie können nicht verstehen, weshalb die kleine Familie in einem Container leben muss. Auch mehrere Wohnungen wurden Schuster angeboten. Letztlich wurde daraus aber nichts. Zuletzt lebte die kleine Familie im Hotel. Ein anonymer Spender zahlte vier Wochen lang ein Zimmer. Wie geht es für die kleine Familie jetzt weiter?

Mutter und Kind leben in Emersacker im Container: Was wird aus der Familie?

„Mir sind die Hände gebunden“, sagt Bürgermeister Müller. Wird ein Bürger obdachlos, muss sich die Gemeinde kümmern. Das sei auch geschehen, sagt Müller. Die Kommune habe sich in den vergangenen Monaten immer wieder bemüht, eine feste Wohnung für Franziska Schuster und ihren kleinen Sohn zu finden. Zuletzt besichtigten Verwaltungsmitarbeiter zusammen mit Schuster zwei Wohnungen, doch auch daraus wurde nichts. Weiterhin stehe die Gemeinde in engem Kontakt mit der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises. Schuster verhalte sich allerdings „nicht kooperativ“, sagt Bürgermeister Müller. Mehrere Angebote für Wohnungen und Jobs habe die Frau bereits abgelehnt.

Von außen ist nicht ersichtlich, ob die Notunterkunft noch bewohnt ist. 
Bild: Christoph Lotter

Bürgermeister: „Mir sind die Hände gebunden“

Weshalb Franziska Schuster ihre Wohnung verloren hat, erzählt sie nicht im Detail. Zwei Mal war sie verheiratet, elf Kinder habe sie zur Welt gebracht. Momentan lebt nur das jüngste Kind bei der Mutter. Seit nunmehr neun Monaten steht in dem Neubaugebiet in Emersacker der Container. Weil sich die Mutter über Schimmel im Container beschwerte, wollte die Gemeinde zuletzt im Dezember dort nach dem Rechten sehen. „Wir wurden aber nicht reingelassen“, sagt Bürgermeister Müller. Wo sich die Frau und ihr Sohn derzeit tatsächlich aufhalten, wisse er nicht.

Spätestens im April müssen Franziska Schuster und ihr Sohn aus dem Container. Solange duldet der Grundstücksbesitzer die Notunterkunft noch. Früher oder später werden aus den Zelten und dem Container wohl drei neue Einfamilienhäuser.

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13.02.2020

>> Mehrere Angebote für Wohnungen und Jobs habe die Frau bereits abgelehnt. <<

Das gehört in die Überschrift!

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13.02.2020

Wie armselig dieses Land ist. Langsam schäme ich mich für diesen eigentlich so reichen Staat, der das ganz schnell lösen könnte..

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13.02.2020

Jenseits der Frage ob Deutschland reich ist - Geld baut keine Wohnungen - wir brauchen Leute die am Bau arbeiten, statt Millionen gesunde Leute die von Hartz IV leben. Wir brauchen endlich passgenaue Einwanderung von Fachkräften, höhere Mindestlöhne und drastische Senkungen der Sozialleistungen für gesunde arbeitsfähige Menschen.

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13.02.2020

"wir brauchen Leute die am Bau arbeiten, statt Millionen gesunde Leute die von Hartz IV leben."

Gibt es einen Grund den Mangel an Wohnungen auf Menschen abzuschieben, die sich nicht wehren können. Das Klischee von Millionen Menschen, die zu faul sind zu arbeiten ist doch längst überholt.
Mit Ihren Äußerungen verhöhnen Sie Menschen die, warum auch immer, am unteren Rand unserer Gesellschaft leben. Auch diese Menschen haben eine Würde, die auch Sie respektieren können.
Im Übrigen gibt es seit Hartz IV drastische Senkungen von Sozialleistungen.

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14.02.2020

Man hat der Frau durchaus Hilfe angeboten, aber offensichtlich will sich Frau nicht helfen lassen, wie aus den verschiedenen Artikeln hervorgeht, hat sie mehrere Wohnungen und Jobs abgelehnt. Eine gewisse Eigenverantwortung sollte bzw. muss man von der Frau schon erwarten dürfen, insbesondere auch im Hinblick auf ihr Kind!

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