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Fischach

04.06.2020

Naturfreibad in Fischach bleibt dicht - Was ist mit Baden im See?

Das Baden im See bleibt auch in Zeiten von Corona erlaubt.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Plus Durch den Einsatz von Desinfektionsmitteln wäre das Schwimmbecken im Fischacher Natufreibad in Gefahr. An Seen hingegen, bleibt das Baden erlaubt. Woran liegt das?

Die Entscheidung der Gemeinde Fischach, ihr Naturfreibad nicht zu öffnen, sorgt für Diskussion. Wie Bürgermeister Peter Ziegelmeier auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt, habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Weil eine Öffnung allerdings mit dem Einsatz von Chemikalien verbunden gewesen wäre, habe man sich schließlich dagegen entschieden. Anders als in einem herkömmlichen Freibad, reinigt sich das Gewässer im Naturfreibad durch einen sogenannten Regenerationsteich – ohne Chemikalien. Weil dieser durch den Einsatz von Desinfektionsmitteln zerstört werden könnte, entschied sich die Gemeinde gegen den Start der Badesaison in Fischach. Auch an Badeseen kommt keine Chemie zum Einsatz. Dort gibt es allerdings keine Auflagen wegen Corona. Woran liegt das?

Umweltbundesamt: Baden im See gilt als unbedenklich

Das Landratsamt erklärt dazu lediglich, dass Seen nicht unter die aktuellen Corona-Regeln fielen. Dementsprechend sei es nicht möglich, zum Beispiel die Besucherzahl zu begrenzen. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass das Baden im See unbedenklich ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung sei unter anderem wegen der Verdünnung um Wasser „äußerst gering“, heißt es in einer Mitteilung des Umweltbundesamtes.

Das Naturfreibad in Fischach muss geschlossen bleiben.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Grundsätzlich sollten Menschen, die an einem akuten Infekt leiden, allerdings nicht baden, um andere nicht zu gefährden – völlig unabhängig davon, um welchen Krankheitserreger es sich handelt.

Gemeinde Fischach plant Konzert im Naturfreibad

Ein großer Unterschied zwischen Badesee und Naturfreibad ist auch die Größe. Weil das Becken im Fischacher Bad relativ klein ist, sei der Einsatz von Desinfektionsmitteln nicht zu vermeiden, erklärt Bürgermeister Ziegelmeier: „Letztlich war uns das Risiko einfach zu groß“. Schließlich seien mit der Entscheidung auch erhebliche Kosten verbunden. Ein neuer Regenerationsteich koste in etwa 50 000 Euro. Dem gegenüber stehen allerdings bis zu 150 000 Euro an Verlust an Einnahmen durch das geschlossene Naturfreibad. Ziegelmeier hofft nun, das Gelände wenigstens für kulturelle Veranstaltungen nutzen zu können. Derzeit werde über ein Konzert im Fischacher Bad nachgedacht – natürlich mit Abstand.

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