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Neusäß

22.11.2019

Neusässer Senioren können Führerschein gegen AVV-Abo umtauschen

Die Stadt Neusäß macht ihren Senioren ein Angebot: Wer seinen Füherschein abgibt, bekommt ein AVV-Abo. 
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Die Stadt Neusäß ist die erste Landkreis-Kommune, die es Augsburg gleichtun will. Wer davon profitieren will, muss schnell sein. 

Neusässer, die über 65 Jahre alt sind und ihren Führerschein abgeben, erhalten nächstes Jahr von der Stadt ein AVV-Jahresabo geschenkt. Dies beschloss der Finanzausschuss bei den Haushaltsberatungen einstimmig auf Antrag der Grünen-Fraktion. Wer davon profitieren will, muss im kommenden Jahr aber schnell sein: Die Aktion ist auf 20 Abos begrenzt.

Neusäß ist somit die erste Kommune im Landkreis, die bei der Initiative der Stadt Augsburg mitzieht. Dort startete die Aktion im April. Schon am ersten Tag kamen 15 Augsburger Bürger auf die Führerscheinstelle, die ihre Fahrerlaubnis dauerhaft abgaben und ein Jahr lang gratis mit Bus und Bahn fahren dürfen. Aufgrund der Erfahrungen aus anderen Städten rechnet man in Augsburg mit etwa 150 bis 200 Bürgern pro Jahr, die sich interessieren könnten.

Wird das Angebot in Neusäß auch angenommen?

Das dürfte in Neusäß wesentlich geringer ausfallen, vermuten die Stadträte. „Das Interesse wird nicht groß sein“, vermutet Wolfgang Weiland, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. „Das liegt vor allem daran, dass bei uns der ÖPNV unattraktiv ist.“ Ulla Schwinge-Haines (Grüne) argumentierte, die Stadt solle einen kleinen Anreiz für ältere Leute, die sich schwertun mit der Abgabe des Führerscheins.

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Die Idee der Grünen fand auch bei der CSU Zustimmung, allerdings plädierte die Fraktionsvorsitzende Karin Zimmermann aus finanziellen Grünen für eine Begrenzung der Aktion auf 20 Abos pro Jahr. Die Senioren sollen dann ein „Mobil-Abo-9-Uhr“ erhalten. Jedes Abo hat einen Wert von 360 Euro und ist gültig in den Zonen 10 und 20 - also von Neusäß bis in die Augsburger Innenstadt - unter der Woche ab 9 Uhr, an Wochenenden ganztags. Ähnliche Angebote gibt es bereits in Ingolstadt oder den Landkreisen Günzburg und Unterallgäu. Hintergrund ist, dass man Senioren den Verzicht aufs Auto schmackhaft machen will. In Augsburg waren es in der Vergangenheit relativ wenige Führerscheine, die freiwillig abgegeben wurden. In der Regel sind Fahrauffälligkeiten oder Erkrankungen die Ursache.

Besonders günstig fahren alle Gersthofer Bürger: Sie zahlen für ein Abo nur 360 Euro im Jahr. Regulär wären mehr als 600 Euro fällig.

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