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Gersthofen/Meitingen

10.11.2019

Parkplatz-Probleme: Hier droht nun Bußgeld für Falschparker

Auf den Parkplätzen vor dem City Center in Gersthofen kontrolliert seit Anfang Oktober ein privates Unternehmen die Parkscheibenpflicht. Das Einkaufszentrum verzeichnete eine wachsende Zahl an Falschparkern und handelte.
Foto: Marcus Merk

Plus Was früher ein Augsburger Phänomen war, hat Orte wie Gersthofen und Meitingen erreicht. Stellplätze sind begehrt. Das City-Center reagiert. Wo Autofahrer aufpassen sollten. 

Zugeparkte Einfahrten, blockierte Rettungswege oder Dauerparker auf Stellplätzen, die anderen gehören: Die Falschparker sei rasant gestiegen und mit ihnen der Ärger, klagt Andrea Hüttner, Managerin des Gersthofer City Centers. Das Einkaufszentrum setzt seit Anfang Oktober eine privates Unternehmen ein, um die Parksünder zu läutern. Ähnliche Klagen kommen aus der Marktgemeinde Meitingen. Dort ist bereits seit 1998 ein kommunaler Verkehrsüberwachungsdienst im Einsatz, den Meitingen gemeinsam mit Gersthofen betreibt.

Drei Stunden lang ist es erlaubt, mit einer Parkscheibe vor dem City- Center in Gersthofen sein Auto abzustellen. Das habe in den vergangenen Jahren jedoch nicht jeden davon abgehalten, dort länger zu stehen oder im Halteverbot zu parken, sagt City-Center-Managerin Andrea Hüttner. „Die Falschparker haben sich in den vergangenen Jahren extrem vermehrt“.

Die kommunale Verkehrsüberwachung, bis Oktober dort alle zwei Wochen im „Knöllchen-Einsatz“, bestätigt diesen Eindruck. Am häufigsten fehlte entweder die Parkscheibe oder die drei Stunden Parkzeit wurden überschritten, meint eine Mitarbeiterin. Die höfliche Aufforderung, den Wagen wegzufahren, sei zum Teil auf wenig Verständnis getroffen.

30 bis 35 Euro drohen Falschparkern in Gersthofen

Zu uneinsichtig haben viele reagiert, kritisiert auch Managerin Hüttner und setzt nun auf ein privates Parkraumunternehmen, das häufiger im Einsatz ist. Bislang verteilte es lediglich Vorwarnzettel, die daraufhinweisen, dass 30 bis 35 Euro drohen. In den kommenden Tagen aber soll es ernst machen.

Für viele Gersthofer kommt das überraschend. Genauso haben viele die Parkscheibenpflicht vor dem Kaufland in Oberhausen Nord nicht wahrgenommen. So schreibt eine Leserin auf Facebook: „Vergisst man leider viel zu schnell.“ Viele Nutzer stimmen ihr zu, zeigen aber auch Verständnis. „Es ist kein Pendler-Parkplatz, man muss die Betreiber auch mal verstehen und vor allem ist es ja kostenlos.“ Für eine andere Frau hingegen sind die Kontrollen „ein No-go!“. So schreibt sie: „Jahrelang durften die Kunden einfach so parken. Die Gewohnheit macht es, dass man keine Parkscheibe verwendet und genau das wird ausgenutzt!“

Das zeigen auch die Zahlen der Verkehrsüberwachung für Falschparker aus diesem Jahr: 3581 Knöllchen wurden heuer allein bis September verteilt, im Vorjahr stieg die Zahl sogar auf 5380 – mehr als 2017, da erwischte es 4079 Autofahrer. Grund für den Anstieg sei laut Verkehrsüberwachung die verstärkte Kontrolle in Gersthofen.

Viele Autos vor dem City Center in Gersthofen

Stellflächen in Gersthofen sind begehrt. Als Grund für die Falschparker vermutet die Mitarbeiterin der Verkehrsüberwachung die vermehrten Zweitwagen in Familien. Aber auch die Bequemlichkeit der Autobesitzer spiele eine Rolle, fügt sie hinzu. Viele stellten ihren Wagen deshalb zum Beispiel direkt vor dem City Center ab.

In Meitingen ärgert sich die Gemeinde ebenfalls seit mehreren Jahren über Falschparkern. Lange Zeit ließen Berufspendlern ihr Auto am Bahnhof stehen. Seither kümmert sich die Verkehrsüberwachung Gersthofen in Meitingen darum, eine Begrenzung auf zwei Stunden Parkzeit tat sein übriges. Inzwischen sei jedoch, besonders zu Stoßzeiten, der Ortskern in Meitingen wieder stark zugeparkt. Als Grund sieht Ordnungsamtsleiter Achim Zwick gleich mehrere Ursachen. „Die Gemeinde wächst seit Jahren, wir sind ein Zuzugslandkreis.“

Zulassungszahlen für Autos im Landkreis Augsburg steigen

Im gleichen Maße seien auch die Zulassungszahlen für Fahrzeuge in die Höhe geschnellt. Es fehlt an ausreichend Parkplätzen, sagt er. „Die Einfahrten, Feuerwehrzufahrten und Gehwege sind zugeparkt.“ Fußgänger müssten auf die Straße ausweichen. Hinzu komme, dass „die Leute immer älter werden und auf ihr Auto angewiesen sind“. Auch sie müssten parken. „Früher sind die Leute zu schnell gefahren, heute haben wir ein Parkplatzproblem“, sagt Zwick abschließend.

Inzwischen gibt sind im Landkreis mehr als 160000 Autos zugelassen. Das bedeutet, etwa ein Auto pro 1,6 Einwohner. Zwischen 2008 und 20017 nahm die Zahl der Fahrzeuge im Kreis um fast 20 Prozent zu.

Außerhalb Meitingens gibt es eine weitere Stelle, die die Verkehrswacht auf Trab hält. „Auf Höhe der Lechstahlwerke parken Lastwagen am Straßenrand“, sagt Bürgermeister Michael Higl. Als Pendlerkommune, wie Meitingen es ist, seien Parkplätze dort sehr begehrt.

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