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Erziehung

30.01.2016

Russinnen schauen sich Montessori-Schule an

Vier Pädagoginnen aus Moskau kamen nach Dinkelscherben. Was sie überrascht hat

„Swobodnaja rabota“ heißt „Freiarbeit“ auf Russisch. Vier junge Pädagoginnen aus Moskau durften nun während eines dreitägigen Besuchs an der Montessori-Schule Dinkelscherben erleben, wie dieses zentrale Element der Montessori-Pädagogik dort umgesetzt wird und sich mit dem Dinkelscherber Kollegium austauschen. Die Frauen arbeiten in staatlichen Kinderheimen. Alle haben während ihrer pädagogischen Ausbildung an der Universität die Montessori-Pädagogik kennengelernt und eine Zusatz-Ausbildung in diesem Bereich gemacht. Dank einer privaten Initiative sind die Heime mit Montessori-Material für Kinder vom Krabbel-Alter bis Ende Grundschule ausgestattet und es wird bereits montessorisch gearbeitet. „Es ist für alle Kinder, aber vor allem für solche mit besonderem Förderbedarf, einfach eine der besten Methoden“, finden die Pädagoginnen aus Russland.

Die Pädagogik Maria Montessoris hat von Italien aus die Welt erobert. Auch in Russland kennt man die Ideen der Ärztin schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Zurzeit ist die Montessori-Pädagogik dort sogar besonders populär und die Gesellschaft ist offen dafür: Es gibt immer mehr Montessori-Schulen, Kinderhäuser und vor allem Förderzentren für Kinder mit Inklusions-Bedarf.

Neu für die russischen Besucher ist, dass Lernbegleiter Kinder mit Einschränkungen individuell betreuen sollen. Wie das funktionieren kann, wollten die Moskauerinnen in Dinkelscherben erfahren und waren beeindruckt, „wie Inklusion hier nahtlos von der ersten Klasse bis in die höheren Stufen umgesetzt wird.“ Vieles praktizieren sie in Moskau ganz ähnlich, anderes – wie den Austausch im Kreis oder dass die Kinder sich im Rahmen eines Adventskalenders gegenseitig mit kleinen Geschenken überraschten –wollen sie als Anregungen für ihre Arbeit mitnehmen. „Es ist toll, wie die Pädagogen mit den Kindern kommunizieren und interagieren und dass alles, was hier gemacht wird, einen praktischen Bezug zum echten Leben hat. Das ist für die Kinder wichtig, sie erleben sich selbst und das Lernen dann viel wirksamer.

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Kindern mit Besonderheiten tut es gut, wenn ihr Tun einen Bezug zur Praxis hat, aber allen anderen auch – es ist schön zu sehen, wie sie sich auf diese Art gemeinsam sozialisieren.“

Die Pädagoginnen erlebten in den unteren Jahrgangsstufen der Schule „die ruhige Atmosphäre der Freiarbeit und die besondere Rolle des Lehrers als Lernbegleiter“ und ließen sich über die Umsetzung des Erdkinderplans für die Jahrgangsstufen sieben und acht informieren: Fotos von einer Alpenüberquerung und Kanus, die die Jugendlichen im Kunstraum selbst bauen und gestalten, erregten besondere Aufmerksamkeit. Die jungen Frauen gaben aber auch umgekehrt Anregungen aus ihrem pädagogischen Alltag in Moskau weiter. So war die dreitätige Hospitation für alle ein gelungener Austausch.

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