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Aystetten

09.01.2019

Schloss Louisensruh erhält Auszeichnung

Im Schlösschen Louisensruh wurden Dach und Decken saniert. Dafür hat der Eigentümer einen Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erhalten.
Bild: Marcus Merk

Für die Sanierung erhielt der Eigentümer eine Förderung von der Denkmalschutz-Stiftung. Nun macht eine Bronzetafel darauf aufmerksam. In dem Schlösschen steckt eine wechselhafte Geschichte

Vorbildlich saniert sind Dach und Decken im Aystetter Schlösschen Louisensruh. Dafür hat Eigentümer Alexander Stärker jetzt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen Zuschuss in Höhe von 100000 Euro erhalten.

Die Summe wurde auch durch die Unterstützung durch die Lotterie GlücksSpirale ermöglicht. Denkmaleigentümer Alexander Stärker kann nun eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mithilfe der GlücksSpirale“ an dem Gebäude anbringen. Bereits vor zwei Jahren war die Unterstützung durch die DSD zugesichert worden. Es sei aber üblich, dass der Betrag erst nach Abschluss der Arbeiten ausgezahlt werde, erklärt der Pressesprecher der DSD, Thomas Mertz.

Eine Bronzetafel erinnert an die privaten Förderer

Das Schlösschen Louisensruh ist in den vergangenen Jahren das dritte Objekt, das durch die Stiftung unterstützt wird. Auch das Cosiminische Schlösschen in Bobingen und die Zisterzienserinnenabtei konnten Renovierungen mit solch einem Zuschuss bewerkstelligen, so Mertz weiter. Die Tafel an den Gebäuden soll das Engagement der privaten Förderer der Denkmalstiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren. Allein in Bayern wurden so 400 Projekte gefördert.

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Mit Ausblick auf Schloss Aystetten wurde wohl 1793 das kleinere Schlösschen Louisensruh im Stil des Klassizismus erbaut. Der Bau folgt im Erscheinungsbild einer palladianischen Villa – so, wie sie der Architekt dieses Namens im 16. Jahrhundert in der Gegend um Venedig baute. Im Inneren hat sich viel zeitgenössisches Meublement an Tischen, halbhohen Vitrinen, Kommoden und Betten erhalten. Tatsächlich war das Schlösschen noch bis vor wenigen Jahren im Besitz der Familie von Hößlin. Die nutzte es als Sommersitz, eine Heizung gab es nicht. Einst hatte der spätere Augsburger Stadtbaumeister Sebastian Andreas Balthasar von Hößlin das kleine Schloss für seine Frau Luise gebaut. Die starb jedoch bereits 1798 im Alter von 23 Jahren, deshalb der Name „Louisensruh“.

Anfang des 19. Jahrhunderts erlebt das Schloss einen Höhepunkt

Der eingeschossige Hauptbau mit südlich erkerartig vorgezogener Mittelachse und französischem Mansardwalmdach ist in seiner Erscheinung für die Region untypisch. Einen Teil des Turms nutzt Alexander Stärker inzwischen als Büro, wie aus einem Nutzungsänderungsantrag für das Gebäude aus dem Aystetter Gemeinderat hervorgeht. Und auch das ist für das Anwesen, zu dem auch ein Ökonomiegebäude gehört, nicht neu. Balthasar von Hößlin gestaltete das Schlösschen schließlich für seinen Bruder Sebastian so, dass dieser dort zunächst eine Seidenraupenzucht unterhalten konnte, bevor er ab 1808 eine Steingut-Fabrik mit einem großen Wedgewood-Ofen betrieb, der 1810 um eine Ziegelei erweitert wurde. Die „Steinguth-Fabrique Louisensruh“ gehört in ihrer arbeitsteiligen Struktur zu den frühesten Beispielen industrieller Fertigung in Bayern.

Einen gesellschaftlichen Höhepunkt erlebte das Landschlösschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als Hortense de Beauharnais, die Gattin Louis Bonapartes, für fünf Jahre in Augsburg lebte. Während dieses Aufenthaltes besuchte sie Louisensruh mehrmals zusammen mit ihrem Sohn Charles Louis Napoleon, dem späteren Kaiser Napoleon III. Die Manufaktur bestand knapp 60 Jahre. Dann war der Ofen nicht mehr feuersicher. Der damalige Pächter wollte den Umbau nicht bezahlen, das sei das Ende der Manufaktur gewesen, recherchierte Archäologe Wolfgang Czysz.

Die für den süddeutschen Raum außergewöhnliche Architektur ist ohne größere Eingriffe erhalten geblieben. Seit ihrer Erbauung wurden beide Gebäude, Schlösschen und Ökonomie, nur geringfügig und notdürftig saniert, sodass eine umfassende Sanierung jetzt notwendig war. Sie sei nun gut und denkmalgerecht erfolgt, so die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

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