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Gestaltung

29.10.2019

Senioren fordern festere Wege auf dem Friedhof

Unter dem dichten Herbstlaub ist fast nicht zu erkennen, dass die Wege im Gersthofer Friedhof gekiest sind. Dieses Material macht vor allem älteren Bürgern zu schaffen, die mit dem Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind und im Kies einsinken. Dass die Stadt nichts ändern will, stört die Gersthofer Seniorenvertreter.
Bild: Marcus Merk

Die Stadt Gersthofen will den Gottesacker umgestalten. Eine Asphaltierung wird aber weiterhin abgelehnt. Im bisher verwendeten Kies sinken an manchen Stellen Rollstuhlfahrer und Rollatoren ein.

Immer mehr freie Stellen, wo früher Gräber waren, mehr Urnengräber oder Stelen – das Aussehen des Gersthofer Friedhofs hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Nun soll zunächst der alte Friedhofsteil umgestaltet werden. Im Werkausschuss wurde ein Konzept dazu diskutiert. Allerdings kritisieren Vertreter der älteren Bürger in Gersthofen, dass die Wege im Friedhof weiterhin gekiest werden und keine feste Lauffläche vorgesehen ist.

Vorgesehen sind in dem Konzept, wie berichtet unter anderem auch Ruhebänke und Plätze der Kontemplation anstatt der aufgelassenen Gräber. Blühwiesen sind ebenfalls angedacht.

Vor allem Peter Schönfelder (SPD/Grüne) lehnte eine Asphaltierung oder einen festen Bodenbelag wie Platten vehement ab, als Ingrid Grägel dies zumindest auf halber Wegesbreite forderte. „Wir haben schon lange beschlossen, dass nur gekiest werden soll.“ So sei es auch zu verhindern, dass die Wege als „Autobahn“ für die Radfahrer dienen könnten, die derzeit oft schon durch die Friedhof fahren und sich nicht einmal die Mühe machen, aus Pietät abzusteigen und ihr Rad dort zu schieben.

Sabine Scheich, die Vorsitzende der Gersthofer Senioren-Union vertritt gegenüber unserer Zeitung einen anderen Standpunkt: „Die kategorische Ablehnung des Stadtrates Peter Schönfelder für dieses Anliegen der Kollegin ist nicht akzeptabel.“ Die Stadt sei mit den barrierefreien und seniorengerechten Bänken mit Rücken- und Armlehnen auf einem guten Weg. „Doch bevor die Senioren oder Behinderte mit Rollstuhl beziehungsweise Rollator dort hinkommen können, sollten die Wege so gestaltet werden, dass man dort auch ohne Beschwerden hinkommen kann“, fordert sie. Denn die Wege würden nur gekiest, und wenn sich im Laufe der Zeit Mulden bilden, werde nur Kies nachgeschüttet, sodass man leicht einsinken könne.

Manfred Link, der Vorsitzende des Seniorenbeirats, pflichtet ihr bei: „Wir haben das bei der Stadt seit Jahren immer wieder angebracht.“ Unter anderem habe es eine Begehung gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung, sowie Bürgermeister Michael Wörle und einigen Stadträten auf dem Friedhof gegeben. „Dort konnten alle Beteiligten direkt miterleben, wie ein Friedhofsbesucher mit dem Rollstuhl nicht mehr weiterkam, weil er im Kies eingesunken war“, so Link. Sabine Scheich habe sogar einmal gesehen, wie ein Rollstuhlfahrer umgekippt sei und nicht mehr hochkam. „Doch geändert hat sich bis heute nichts, es wird weiterhin mit Kies aufgefüllt“, klagt Scheich.

Manfred Link appelliert an die Verwaltung: „Man sollte wenigstens eine Hälfte des Weges asphaltieren.“ Alternativ sehe er einen wassergebundenen Belag als möglich an. „Den gab es früher zum Beispiel auf dem kleinen Rathausplatz – dort war die damalige Boulebahn so errichtet worden.“ Dieser Belag habe auch Regen standgehalten und wäre auch für Rollstuhlfahrer oder auf einen Rollator angewiesene Bürger problemlos benutzbar gewesen.“

Außerdem sei es für Senioren beschwerlich, wenn sie in der kalten Jahreshälfte vom alten Friedhofsteil bis zum Eingang des neuen gehen müssen, wenn sie die Toilette benutzen wollen. Denn im alten Teil gibt’s nur ein Dixiklo, das im Winter geschlossen wird. Der Seniorenbeirat fordert eine feste Toilette.

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