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Welden

22.07.2020

So war die Wanderung zum 100. Todestag von Ludwig Ganghofer

In Welden hat Ludwig Ganghofer seine Liebe zum Wald entdeckt, erzählt Karl Höck (Bildmitte) auf dem Ganghofer-Wanderweg.
Bild: Michaela Krämer

Plus Welden muss die Feiern zum 100. Todestag von Ludwig Ganghofer verschieben. Aber auch auf dem Wanderweg erfährt man vieles über den Schriftsteller.

Ganz groß feiern wollte man in Welden den 100. Todestag von Ludwig Ganghofer, sagte Karl Höck vom Ludwig-Ganghofer-Verein. Doch dann kam Corona, und viele Höhepunkte des Jubiläumsjahrs fielen aus. Karl Höck vom Ganghofer Verein Welden brachte Interessierten jetzt aber auf einem Spaziergang auf dem Ganghoferweg den bekannten Schriftsteller nahe – eine Wanderung, die es noch einmal am Samstag, 25. Juli, gibt.

Wer war der Mensch Ludwig Ganghofer? Zur Welt kam der erfolgreiche Autor und Schriftsteller von Heimatromanen in Kaufbeuren, die Kindheit jedoch hat er im kleinen Ort Welden im schwäbischen Holzwinkel verbracht. Durch seinen Vater August Ritter von Ganghofer (königlicher Revierförster) entwickelte der junge Ludwig eine Affinität zur Natur. Er war ein glühender Verehrer von König Wilhelm II.

Ganghofer gründete Münchner Literarische Gesellschaft und entdeckte Karl Valentin

Später gründete Ganghofer die Münchner Literarische Gesellschaft und entdeckte Künstler wie Karl Valentin. Im Roman „Lebenslauf eines Optimisten“ beschreibt Ganghofer auch Erinnerungen an seine Kindheit in Welden. Dass der Schriftsteller und Doktor der Philosophie als Kind ein „nichtsnutziger, überaus träger und leichtsinniger Schüler“ war - so schrieb es einst ein Lehrer ins Zeugnis – war den Wanderern nicht bekannt.

Wer kennt die Bücher „Das Schweigen im Walde“, „Waldrausch“ oder gar „Der Jäger von Fall“ von Ludwig Ganghofer? Zahlreiche Bücher hat Ludwig Ganghofer in seinem Leben geschrieben. Der damalige Kaiser Wilhelm II. erklärte Ludwig Ganghofer sogar zu seinem Lieblingsschriftsteller. Warum der Wanderweg in „Ganghoferweg“ benannt wurde, wird dem Wanderer bei der Führung schnell klar: Es gibt viele markante Stationen auf dieser Route, erzählt Höck.

Die Ganghoferstraße, die dem Vater von Ludwig Ganghofer gewidmet ist und der das alte Forsthaus der Familie Ganghofer an der Laugna bewohnt hatte, der Brückenheilige St. Nepomuk, der immer noch am Ufer der Laugna wacht. Diese Holzskulptur hatte Ganghofer in seiner Autobiografie „Lebenslauf eines Optimisten“ erwähnt.

Ludwig Ganghofer war jahrelang Ministrant in der Pfarrkirche Mariä Verkündung

Jahrelang war Ludwig Ganghofer Ministrant in der Pfarrkirche Mariä Verkündung, wo einst der kleine Ludwig vom Turm gerettet werden musste. Das Forsthaus in Welden, Wohnsitz der Familie Ganghofer, beherbergt heute die evangelische Kirchengemeinde; im Landgasthof Zum Hirsch verkehrten schon die Ganghofers. Hier in den Nebenräumen befindet sich eine Dauerausstellung von dem berühmten Schriftsteller.

Weitere Zeugnisse nannte Höck: Die Lindenallee auf dem Theklaberg, die vom Revierförster August Ganghofer gepflanzt worden war, die Schneeburg im Schwarzbrunnen Wald, wo der kleine Ludwig im Alter von neun Jahren sein silbernes Patenbesteck und die goldene Uhr seines Vaters vergraben haben soll. „Für diesen Lausbubenstreich hatte er sicherlich kein Lob von Mutter und Vater erhalten“, meinte Karl Höck.

Auf dem Weg zur Ganghofer-Hütte stößt der Wanderer am Ganghofer Brunnen vorbei. Die Ganghofer-Hütte war ursprünglich eine Schutzhütte und ist nach Ludwig Ganghofer benannt. Und nicht zuletzt, inmitten eines idyllischen Waldstücks, findet sich die Ganghofer Quelle. Zeit zum Entspannen, bevor es wieder zurückgeht.

Weitere Aktionen rund um den 100. Todestag von Ludwig Ganghofer

Für das Jubiläumsjahr waren viele Highlights rund um den Schriftsteller geplant: In einer Filmnacht sollten der Kassenschlager „Der Jäger vom Fall“ und der kritisch-historische Klassiker „Der Mann aus dem Salz“ ausgestrahlt werden. Ein Schmankerl sollte die Lesung „Lausbub aus Welden“ mit den Schauspielern vom Sensemble Theater Augsburg werden. Vorgesehen war auch das Konzert „Bergwelten“ von Mitgliedern der Augsburger Philharmoniker. „All diese Veranstaltungen sollen im nächsten Jahr aufgeführt werden“, hoffen Karl Höck und Rudi Zitzelsberger vom Ganghofer Verein Welden.

Eine weitere Wanderungen ist am Samstag, 25. Juli geplant. Start ist um 15 Uhr. Am Sonntag, 26. Juli, findet um 14 Uhr eine Familienführung statt. Mehr dazu unter www.markt-welden.de.

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