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Augsburger Land

31.07.2020

Sommer 2020: Mehr Menschen und mehr Müll an den Seen im Augsburger Land

Viel Müll und Unrat hinterlassen Badegäste und Wanderer in Coronazeiten in der freien Natur.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Diesen Sommer findet das Leben vor allem im Freien statt – mehr als sonst. Welche Spuren das an vielen Stellen im Landkreis Augsburg hinterlässt.

Die Diskotheken sind zu, Schwimmbäder haben strenge Auflagen, und das Verreisen ist unsicher. Viele bleiben hier, aber so ganz zu Hause sitzen will auch nicht jeder. Es treibt die Leute also nach draußen. Welche Spuren hinterlassen diese Privatveranstaltungen im Freien im Augsburger Land?

Am Rothsee bei Zusmarshausen wird jetzt öfter geputzt

Einer der beliebtesten Treffpunkte im Landkreis Augsburg ist der Rothsee in Zusmarshausen. Die Gemeinde habe sich darauf eingestellt, berichtet Bürgermeister Bernhard Uhl. Die Reinigungsintervalle für Duschen und Toiletten seien deutlich erhöht worden. Auch der örtliche Bauhof habe mehr zu tun. „Die Bauhofmitarbeiter sind an sieben Tagen pro Woche im Einsatz und sammeln bereits in den frühen Morgenstunden Müll und Unrat ein“, sagt Uhl.

Am Rothsee werden die Sanitäranlagen nun häufiger geputzt.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Vor allem bei den Tischtennisplatten auf der Nordseite und dem Wasserwachthaus auf der Südseite des Sees würde immer viel Müll liegen. Bierkästen, Weinflaschen und auch Glasscherben würden das Ufer des Badegewässers verunreinigen. Die Scherben seien tagsüber eine Gefahr für die Kinder. Deshalb bittet der Bürgermeister um einen vorsichtigen Umgang mit Glasflaschen und darum, sie nach dem Aufenthalt am See doch auch wieder mit nach Hause zu nehmen.

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Brotzeit-Verpackungen liegen in den Westlichen Wäldern

Auch im Naturpark Augsburg –Westliche Wälder lautet die Devise: „Wer verpackte Brotzeit in die Natur trägt, kann auch die leeren Verpackungen wieder mit heimnehmen.“ Über liegen gelassene Abfälle beklagt sich Eva Liebig, die Geschäftsführerin des Naturparkvereins. Besonders an häufig frequentierten Stellen wie Park- oder Grillplätzen bleibe viel Müll liegen. Auch auf Mülltrennung werde nicht geachtet, selbst Pfandflaschen bleiben manchmal zurück. Ansonsten gebe es coronabedingt kein besonders hohes Müllaufkommen. Liebig schätzt, dass es nur wenige Einzelne seien, die ihren Müll nicht mitnehmen und somit die Erholung anderer einschränken.

Die Jugendpflegerin des Marktes Diedorf, Xenia Ulrich, betont, dass Vermüllung keineswegs nur den Jugendlichen zuzuschreiben sei. Sie bestätigt, dass viele junge Leute sich gerne draußen träfen, da Diskotheken geschlossen hätten und die Jugendlichen nicht in den Urlaub fahren würden. Aber diese hätten sich selbst schon über die zunehmende Vermüllung dieses Jahr in Diedorf beschwert. „Wir hatten schon Jugendliche, die am nächsten Morgen mit Müllsäcken wiedergekommen sind und aufgeräumt haben, weil am Vorabend die Mülltonnen schon voll waren“, berichtet Ulrich. Diedorf reagiert auf die vermehrten Treffen auf öffentlichen Plätzen. Ulrich erzählt von Überlegungen, mehr Mülltonnen aufzustellen und diese häufiger leeren zu lassen. „Erwachsene treffen sich auch im Freien, und es ist zu beobachten, dass die nicht mehr so viel Wert darauf legen, dass der Müll auch in der Mülltonne landet“, sagt Ulrich.

Der Neusäßer Bauhof sammelt Müll

In Neusäß sind die Eindrücke etwas verschieden. Der Ordnungsamtsleiter, Josef Hoppe, sagt: „Die Aktivitäten im öffentlichen Raum bewegen sich auf einem gewohnten Level.“ Bezüglich Partys habe es auch keine Beschwerden gegeben. Der Leiter des Bauhofs allerdings stellt fest, dass es deutlich mehr Müll gebe, der auf Partys schließen lasse. Johann Zill berichtet, dass es bereits während Corona große Müllaufkommen gegeben habe, als die Wertstoffhöfe geschlossen hatten. Das seien aber eher Ansammlungen von Hausmüll von Entrümpelungen gewesen. Dieses Problem halte bis heute rund um die Altglascontainerinseln an. „Dem Müll nach zu urteilen finden sehr wohl Partys statt – der Bauhof muss sehr aktiv Müll beseitigen“, sagt Zill über abgelegene Orte im Stadtgebiet. Nach einer Umstrukturierung wolle der Bauhof jetzt Spielplätze häufiger kontrollieren, bevor es Beschwerden gebe. Dort seien besonders Glasflaschen und Scherben ein Problem.

In Stadtbergen stelle auch das Ordnungsamt fest, dass es mehr Partys im Freien gibt, berichtet Ordnungsamtsleiter Markus Voh. Regelmäßig gebe es Beschwerden über Lärmstörung, aber auch über den vielen Müll, der im Nachhinein liegen bleibe.

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