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Aystetten

09.09.2012

Sommersitz mit herrlichem Ausblick

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2 Bilder
Idyllischer Sommersitz hoch über Aystetten: Zum Tag des offenen Denkmals führten Gerhard und Harald von Hößlin durch ihr Schloss Luisensruh, das sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Schloss Luisensruh in Aystetten öffnete seine Pforten für Besucher. Viele Besucher an ungewöhnlichen Orten

Sich einmal fühlen wie ein Schlossherr und vom Dachbalkon über das Aystetter Tal hinüber zum Stettenschen Schloss den Blick schweifen lassen: Das konnten gestern zahlreiche Besucher auf Schloss Luisensruh in Aystetten. Die Familie von Hößlin öffnete zum Tag des offenen Denkmals die sonst nicht öffentlich zugänglichen Räume des Gebäudes aus dem Jahr 1792.

„Erbaut wurde Luisensruh vom Augsburger Stadtbaumeister Sebastian Andreas Balthasar von Hößlin für seine Frau Luise“, erklärte dessen Nachfahr Gerhard von Hößlin, der mit seinem Bruder die Besucher durch das idyllisch gelegene Haus führte. Diese konnte ihre Sommerfrische nicht lange genießen, sondern starb schon im Jahr 1798 mit gerade mal 23 Jahren.

Luisensruh passte auch zum Motto „Holz“, unter dem der Denkmalstag heute stand. Denn das Schlösschen ist ein Fachwerkhaus. Es dient bis heute der Familie als Sommersitz – im Winter steht es leer. Es gibt keine Heizung, lediglich jeweils einen Holzofen in den beiden Wohnzimmern im Erdgeschoss. Jeder Millimeter wurde in dem Gebäude genutzt: So sind die Rückwände der Wandschränke in den Schlafzimmern des ersten Geschosses schräg – sie wurden in die Dachneigung hineingebaut. Auch heute macht Luisensruh seinem Motto an der Eingangstür – „Ruhe und Freude dem Freunde mit mir in Louisensruh“ alle Ehre: Es dürfte, am Waldrand gelegen, mit einer der ruhigsten Plätze in Aystetten sein.

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Das Schlösschen wurde nicht nur Ausflugspunkt der feineren Gesellschaft in Augsburg. So schlief während eines Besuchs von Hortense de Beauharnais der spätere Franzosenherrscher Louis Napoleon III. einst in einem Bettchen auf Luisensruh. Wie Gerhard von Hößlin weiß, muss es sich damals um einen Lausbuben gehandelt haben, der einmal mit einem Apfel eine Fensterscheibe einwarf. Aber wenn man ihm Gespenstergeschichten erzählte, rutschte ihm das Herz doch in die Hose. Diese Geschichten sind bis heute überliefert.

Nach gut 200 Jahren immer noch erhalten sind die originalen Holzböden. „Sie werden auch wie eh und je mit Seife geputzt und kräftig geschrubbt“, so der Hausherr weiter. Auffallend sind die kurzen Betten: „Die Menschen waren damals einfach kleiner“, so Gerhard von Hößlin. Überdies schlief man nicht flach liegend wie heute, sondern mit aufgerichtetem und von großen Kissen gestütztem Oberkörper.

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