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16.03.2015

Starkes Bier, stärkere Sprüche

Maxi Kruger, Gunnar Heiße, Markus Weindl, Woody Weldishofer, Konrad Brenner (von links) nach ihrem Auftritt „Der Schöne und das Biest – die Reise nach Berlin“. Rechts Barnabas Wolfgang Neff.
Bild: Michaela Krämer

In Zusmarshausen bekamen die große und die kleine Politik kräftig eingeschenkt

Bruder Barnabas teilt aus, Römer Flavius übt den Seitenhieb und die örtliche Politprominenz sitzt mit Markus Söder im Zug – na ja fast. Der schwäbische Nockherberg steht in Zusmarshausen und dort wird bei Starkbier kräftig derbleckt – aber auf gut Schwäbisch.

Wolfgang Neff als Bruder Barnabas legte vor rund 200 Besuchern gleich mal los: „Unser Landrat, Martin Sailer, der heute leider verhindert ist, ist schon viel flexibler geworden. Mittlerweile wechselt er schon mal seine Meinung.“

Dem temperamentvollen Neff, der sich selbst auch gerne durch den Kakao zieht, bereitet es diebische Freude, wenn seine Pointen sitzen. Er selbst ist jetzt Gemeinderatsmitglied und hat bereits festgestellt, dass Politik und Kabarett sehr ähnlich seien.

So nahm der Barnabas den Rufbus aufs Korn: „Hoffentlich heißt es nicht einmal: Rufen Sie an, wann Sie wollen, wir fahren, wann wir wollen.“ Er lobte ganz nebenbei mit einem Augenzwinkern auch die frisch renovierten Büroräume der männlichen Mitarbeiter. „Ganz feminin. In Rot und Pink – für eine entspannte Atmosphäre“, die sie bei den Beschwerden der Bürger auch brauchen.

Zu einem verbalen Rundumschlag holte Barnabas aus, als es um die einzelnen Ortsteile ging und hatte gleich mal eine gute Idee für die Zumarshauser parat: „Die Gemeinde soll Brustwarzen-Piercing bei jungen Frauen bezuschussen, damit sich die Kinder frühzeitig an die Zahnspangen gewöhnen. So wäre gewährleistet, dass hier im Ort auch eine Kieferorthopädie ansässig wird.“ Von „quengelfreien“ Kassen (keine Süßigkeiten mehr) bis hin zu dem technisch versiertesten Ort in der Gemeinde, Wollbach („jetzt brauchen die dort glatt eine hydraulische Maibaumaufstellmaschine“), gab es auch dieses Jahr wieder genügend Stoff, über den es sich zu lästern lohnte. So auch über die Streitheimer, die nachts nicht mehr schlafen könnten, weswegen dort nun ein Babyboom drohe.

Auch die Ustersbacher in der Nachbargemeinde kamen nicht zu kurz: Von einer „Monokultur“ hieß es über die Mitglieder im dortigen Gemeinderat. „Schwarz ist eben hier Trumpf“. „Lieber ein Haus im Grünen als einen Grünen im Haus“ ging dann schon in Richtung Bonstetten. Warum sich das Fernsehen nur für die Störungen und nie für das Programm entschuldigt, fragte sich Neff angesichts des „Dschungelcamps“.

Hermann Knoblich alias Römer Flavius beschäftigte sich auch in diesem Jahr wieder intensiv mit dem Thema „Römerstraße“. Ob dort im Erdreich tatsächlich Römerutensilien verborgen sind? Politische, menschliche und unmenschliche Begebenheiten stellte er als Zeitreisender wieder mal treffsicher infrage, ehe er zum neuen Bürgermeister Bernhard Uhl kam. „Er ist ja bekannt für seine Reisen. Fährt zu Dobrindt und macht sich wichtig. Man fragt sich schon, ob er mehr werden will als Oberbürgermeister.“

„Der Schöne und das Biest – die Reise nach Berlin“ hieß der Sketch, der gespickt war mit urkomischen Dialogen. Thema war eine Zugfahrt nach Berlin und zurück. Mit an Bord SPD-Gemeinderätin Susanne Hippeli (Maxi Kruger), getarnt als Nonne, Bernhard Uhl (Markus Weindl) und Markus Söder (Woody Weldishofer). Das war ein Frontalangriff auf die Lachmuskeln. Die Darsteller legten eine Spielfreude an den Tag, die auf das Publikum sofort übersprang.

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