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Gablingen

02.06.2020

Vier neue Krippengruppen für Gablinger Kindertagesstätte

Der Kindergarten St. Martin in Gablingen soll sich vergrößern. Unter anderem darüber wurde bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats diskutiert.
Bild: Sylvio Wyszengrad (Symbolbild)

Plus Das Genehmigungsverfahren für die Erweiterung der Kita in Gablingen wird allerdings dauern. Bei Zug-Wartungsanlage in Langweid wird der Lärmschutz angezweifelt.

Deutlich über zweieinhalb Stunden saß der Gemeinderat Gablingen am Dienstag zusammen. Eigentlich kein Wunder, denn auf der Tagesordnung standen neben dem Ortszentrum auch andere wichtige Entscheidungen.

So brachte der Gemeinderat den Bauantrag für die Erweiterung der Kindertagesstätte bei St. Martin auf dem Weg. Insgesamt sollen nach dem Anbau vier Krippengruppen und fünf Kindergartengruppen in dem Gebäude Platz finden. Architekt Roland Rieger betonte: „Wir sind am Ende der Fahnenstange angekommen. Größere Einheiten werden nicht genehmigt.“ Der Bauantrag ist nur der erste Schritt. Er geht jetzt ins Genehmigungsverfahren, während sich der Architekt mit anderen Fachplanern zusammentut und an dem Projekt weiterarbeitet. Das sei möglich, „da es keinen Grund gibt, davon auszugehen, dass der Anbau nicht genehmigt wird“. Das war auch Gemeinderat Werner Kapfer (Grüne) besonders wichtig. Er bemängelte das Fehlen einer „integralen Kostenplanung“ zusammen mit den Fachplanern zum Beispiel für die Haustechnik. Architekt Rieger entgegnete, dass die geschätzten Kosten von insgesamt 3,5 Millionen Euro auf Erfahrungswerten von anderen, ähnlich großen Vorhaben basierten. Außerdem betonte Kapfer noch einmal, dass die Fraktion der Grünen ihren Schwerpunkt natürlich auf die Ökologie lege. In diesem Zusammenhang diskutierte der Gemeinderat über einige Details.

Wann der Anbau der Gablinger Kita bezugsfertig ist

Zur Sprache kamen eine umweltfreundliche Pelletheizung, die Begründung der laut Architekten „sehr markanten“ Dachflächen und die Installation von Photovoltaik auf dem Dach. Auf die Frage, ob man durch die umweltfreundliche Heizung an neue Förderungen kommen könnte, entgegnete Architekt Rieger allerdings: „Es ist zwar unser aller Ziel, umweltfreundlich zu bauen, und es ist auch gut für die Reputation, aber finanziell müssen sie das meiste selbst stemmen.“ Wann der Anbau bezugsfertig ist, blieb unklar. Das Genehmigungsverfahren werde sicherlich sechs Monate dauern, so Rieger. Durch die Covid-19-Pandemie könnte sich das Prozedere allerdings noch weiter verzögern. Auch ist unklar, wie sich die Situation in der Baubranche in den nächsten Monaten entwickelt. Aktuell seien die Firmen ausgebucht, was sich nicht nur auf die Zeit, sondern auch auf die Kosten auswirke. „Man kann so ein Gebäude nach Genehmigung zwar in zwölf Monaten hinstellen, aber das ist wirklich sportlich.“

Vier neue Krippengruppen für Gablinger Kindertagesstätte

Schallschutzgutachten für Wartungsstützpunkt von GoAhead

Auch der geplante „Neubau eines Wartungsstützpunkts für Schienenfahrzeuge“ der Firma GoAhead bei Langweid war Thema in der Sitzung. Im Planfeststellungsverfahren will der Gemeinderat Stellung beziehen. Wichtigster Punkt: die Schallemissionen der geplanten Anlage, die den Ortsteil Gablingen-Siedlung deutlich schlimmer treffen als die Gemeinde Langweid. Erwin Almer (Freie Wähler) hatte sich im Vorfeld der Sitzung intensiv mit dem Schallschutzgutachten auseinandergesetzt und einige Ungereimtheiten entdeckt. Besonders aufgestoßen sind ihm bestimmte Punkte: Unter anderem seien in der Anlage etwa 52 tägliche Rangierfahrten geplant. Außerdem sollen auch vor der Wartungshalle schon Arbeiten stattfinden, die Lärm verursachen – unter anderem durch eine Grobreinigungsanlage. Der Wartungsstützpunkt wäre laut Planungen außerdem 24 Stunden an sieben Tagen die Woche in Betrieb. Der Gemeinderat entschied sich auf Basis dieser Ausführungen dazu, in seiner Stellungnahme unter anderem zusätzlichen Schallschutz und die Beschränkung der Arbeiten im Außenbereich auf den Zeitraum zwischen 6 und 20 Uhr zu fordern. Außerdem sollen die Vorgaben der Emissionsschutzbehörde, die für die tatsächliche Realisierung der Anlage relevant sind, auch der Gemeinde Gablingen vorgelegt werden.

Ärger um Bauantrag im Gablinger Gemeinderat

Auf der Tagesordnung standen außerdem noch einige Bauanträge, die eigentlich schon in der vorangegangenen Sitzung behandelt werden sollten, aus Zeitgründen allerdings verschoben wurden. Einer sorgte für Ärger im Gremium. In dem Antrag ging es um ein Grundstück in Holzhausen. Laut Klaus Heidenreich (Freie Wähler) sind hier schon für das Wohnhaus 22 Sondergenehmigungen erteilt worden. Im aktuellen Antrag geht es allerdings um die nachträgliche Genehmigung unterschiedlicher Außenanlagen. Eine Treppe, die zum Teil auf dem Grund des Nachbarn gebaut wurde, ein nicht genehmigtes Poolhaus, ein Swimmingpool, Steinabgrenzungen auf öffentlichen Ausgleichsflächen und eine große Terrasse. All diese Bauten hatte der Gemeinderat nicht im Vorfeld genehmigt, und tat es auch jetzt einstimmig nicht. Martin Uhl erklärte: „Eigentlich freut es mich, dass so ein Bau in einer der ersten Sitzungen kommt, da können wir uns ein Profil geben.“ In der Vergangenheit sei man bei illegalen Bauten häufig zu gutmütig gewesen.

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