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Meitingen

28.03.2019

Wie geht es den Kamelen im Zirkus?

Roberto Frank mit den Kamelen des Circus Alberti, der derzeit in Meitingen auf der Schlosswiese gastiert. 

„Circus Alberti“ gastiert mitten in Meitingen und hat auch Ponys und Lamas dabei. Ein Besuch vor Ort bei dem Familienunternehmen.

Roberto Frank kann sich keinen anderen Job vorstellen. Er möchte bei schönem Wetter in keinem Büro sitzen. Stattdessen pflegt er Pferde und Kamele, baut Zelte auf und wieder ab und steht vor einem großen Publikum in der Manege - und das jede Woche an einem anderen Ort. Derzeit: in Meitingen.

Der Mann, der ohne Furcht inmitten einer Herde Trampeltiere posiert, ist Leiter des „Circus Alberti“, einem Familienbetrieb in achter Generation. Auf seiner Tournee macht der Zirkus gerade Halt auf der Meitinger Schlosswiese, vorher gastierte er in Dillingen. Mit dabei die 20-köpfige Großfamilie Frank und knapp 25 Tiere - sechs Kamele, vier Friesen, ein Lama, einige Ponys und mehr. Roberto Frank erzählt: „Früher hatten wir einmal 60 bis 70 Tiere, doch unser Zirkus ist leider geschrumpft.“

Immer wieder Kontrolle von amtlichen Tierärzten

Die Tiere, die heute beim „Circus Alberti“ leben, genießen eine „hervorragende Haltung“, wie die Franks selbst sagen. „Das wird immer wieder von amtlichen Tierärzten kontrolliert und bestätigt“, sagt der Leiter. Während Pferde und Ponys in ihren Boxen stehen, liegen die Kamele entspannt auf der Wiese unter freiem Himmel - drei von ihnen habe die Familie selbst gezüchtet, wie Roberto Frank stolz berichtet und hinzufügt: „Wir hängen sehr an unseren Tieren.“

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Der Deutsche Tierschutzbund sieht allerdings selbst die Haltung von domestizieren Tieren wie Kamelen, Pferden und Hunden im Zirkus kritisch. Das erklärt Pressesprecherin Lea Schmitz. Diese Tiere seien zwar schon seit Jahrhunderten in Gesellschaft des Menschen. Allerdings müsse man auch bei Kamelen und Pferden genau hinschauen, wie diese untergebracht seien und ob sie beispielsweise Auslauf haben. Außerdem bedeute der Transport immer wieder Stress für die Tiere. Wesentlich kritischer sieht der Tierschutzbund die Haltung von Wildtieren wie Löwen und Elefanten. Laut Schmitz könnte diese in einem fahrenden Betrieb überhaupt nicht artgerecht gehalten werden.

Viele Städte wollen keinen Zirkus mit Wildtieren

Dass die Skepsis gegen Tierhaltung im Zirkus immer größer wird, bekommt auch Roberto Frank zu spüren. So gestaltet sich die Organisation der Standplätze nicht immer leicht. „Obwohl es in Deutschland kein Gesetz gegen Zirkusse mit Wildtierhaltung gibt, wollen uns viele Städte verwehren, aufzutreten“, sagt Roberto Frank.

Das betrifft aber nicht nur den „Circus Alberti“ sondern unter anderem auch den „Circus Krone“. Im Zeichen des Tierschutzes hatte die Stadt Ansbach auf eigenem Gebiet Vorführungen mit Wildtieren verboten. Dagegen klagte der „Circus Krone“ - und bekam Recht. Laut Gericht erlaube das Gesetz die Haltung und Zurschaustellung von exotischen Tieren.

Für Roberto Frank ist die Diskussion unverständlich: Seine Tiere seien bereits in Gefangenschaft geboren, demnach keine „Wildtiere“. Der Familienbetrieb Frank habe sich dem Verband deutscher Circusunternehmen (VdCU) angeschlossen, der seit mehr als zwei Jahren bestehe und sich für Kultur und Tradition der Zirkusse einsetze.

Neben Tierdressur von der „Pony-Rasselbande“ bis hin zur „Karawane der Exoten“ gehören auch ein Clown, ein Messerwerfer im Piratenkostüm und eine eigene Live-Band zum „Circus Alberti“. „Mein Sohn ist 13 Jahre alt und plant gerade, Ziegen und Laufenten anzuschaffen“, erzählt der Zirkus-Leiter lachend. „Dann will er mit unserem Hund und in Lederhose eine neue Nummer einstudieren.“ Auch die neunjährige Tochter versuche sich schon an einer Nummer mit Hullahoop-Reifen.

Doch wie klappt so eine Tournee durch Deutschland oder auch durch Österreich, wenn zwei schulpflichtige Kinder mit von der Partie sind? Der Zirkus-Leiter erklärt: „Diese Woche gehen sie in Meitingen zur Schule. Meine Frau ist gerade schon in Karlsfeld, wo wir als nächstes gastieren. Dort macht sie Werbung und gibt an der Schule Bescheid, dass unsere Kinder nächste Woche kommen werden.“ Außerdem gebe es eine Ferienschule und einen eigenen Zirkus-Lehrer, der für die Notenabnahme zuständig sei. Roberto Frank hofft, dass es mit seinem „kleinen, aber feinen“ Betrieb noch lange weitergeht. „Ich bin so aufgewachsen, ich möchte nichts anderes tun“, sagt Frank. (mit elhö)

Das sind die Termine in Meitingen

Vorstellungen finden am Donnerstag, 28. März und Freitag, 29. März jeweils um 16 Uhr, am Samstag, 30. März um 15 Uhr und um 18 Uhr sowie am Sonntag, 31. März um 15 Uhr auf der Schlosswiese in Meitingen statt. Karten gibt es 30 Minuten vor Showbeginn an der Zirkus-Kasse

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