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03.11.2017

Wo die Diedorfer Vereine der Schuh drückt

Beim Besuch des Landrats klagen Vereinsvertreter über ihre Sorgen. Die Feuerwehr spricht von Nöten

Nach einer Bürgersprechstunde und einer Sitzung mit dem Gemeinderat traf Landrat Martin Sailer bei seinem Besuch in Diedorf mit den Vertretern von über 100 Vereinen zusammen. Er wollte wissen, wo der Schuh drückt.

Die Nachbarschaftshilfe Diedorf kann auf eine Erfolgsgeschichte in den letzten 20 Jahren zurückblicken und könnte zufrieden sein. Ihre Mitglieder helfen Behinderten, Kranken und Senioren, erledigen Einkäufe und stehen für Gespräche zur Verfügung. Doch die Nachfrage ist so groß, dass nicht genügend Helfer da sind. Bürgermeister Peter Högg bestätigte, dass die Nachbarschaftshilfe ein wichtiges Thema sei. Auch anderen Vereinigungen, die sich um Senioren kümmern, fehle es an rüstigen, älteren Menschen.

Ein großes Problem beklagte Feuerwehrkommandant Christian Vogg. Alle Kreisbrandmeisterstellen seien vakant. Der nächste KBM sei in Gersthofen. Er gehe davon aus, dass sich in den nächsten Wochen und Monaten niemand bereit erklären werde, diesen Posten zu übernehmen: „Die Feuerwehr ist in Nöten.“ Landrat Sailer erklärte, dass lieber gute Leute gesucht würden, als die Posten nur schnell zu besetzten. Dennoch sollen die Lücken nach und nach zeitnah geschlossen werden, sodass die Feuerwehr wieder voll funktionsfähig ist. „Die Menschen sind nicht mehr bereit viel im Ehrenamt zu leisten oder können sich nicht mehr so engagieren wie früher, somit wird das Ehrenamt immer schwächer, obwohl immer mehr auf das Ehrenamt abgewälzt wird“, klagte Vogg und fragte nach, ob es nicht sinnvoll wäre den Kreisbrandmeister als hauptamtliche Stelle auszuschreiben. Diesen Weg wäre er gerne vor Jahren gegangen, antwortete darauf Landrat Sailer. Aber auf ausdrücklichen Wunsch der Feuerwehr sei dies unterblieben. „Wir wären einer der ersten Landkreise gewesen, wenn wir es so gemacht hätten“, so Sailer.

Daniel Fendt bedankte sich als Vertreter der Kolpingsfamilie für die Jugendzuschüsse, beklagte aber, da sich der Verein aus Altpapiersammlungen finanziere, dass das Papier aus den blauen Tonnen fehle und bat darum die blaue Tonne nicht groß zu bewerben, da die Vereine das Geld brauchen.

Der Vorsitzende des Fußballvereins des TSV Diedorf Dietmar Teut klagte über jugendliche Flüchtlinge, die bis aus Schwabmünchen kämen. Dabei würden die Plätze derart stark benutzt, dass der Verein mit einer Renovierung gar nicht mehr nachkomme, ganz abgesehen von den Kosten.

Landratsbüro-Leiter Uli Gerhardt stellte die Bayerische Ehrenamtskarte vor. Die goldene ist unbegrenzt gültig und unter anderem für Feuerwehr-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzleistende, die eine Dienstauszeichnung haben und Ehrenamtliche, die nachweislich mindestens 25 Jahre mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich tätig waren. Die blaue Ehrenamtskarte sei das Einsteigermodell. Im Prinzip erhalten diese alle Bürger ab 16 Jahren, die sich freiwillig durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten mindesten 250 Stunden jährlich engagieren, mindestens zwei Jahre im bürgerschaftlichen Engagement tätig sind, Inhaber einer Jugendleitercard sind, aktiv in der Feuerwehr oder als Einsatzkräfte im Katastrophenschutz und Rettungsdienst mit abgeschlossener Grundausbildung tätig sind. Landkreisweit gibt es derzeit 30 Akzeptanzstellen, die Zielvorstellung wäre 100, erklärte Sailer und betonte, dass alle Stellen bayernweit nutzbar sind. (jkw)

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