Altenmünster

08.09.2018

Gerechtigkeit sieht anders aus

Gerechtigkeit sieht anders aus! Altenmünsters Abteilungsleiter Oliver Osterhoff macht gute Miene zum bösen Spiel. Der SCA wird zum Wiederholungsspiel in Thannhausen antreten und keine Einspruch einlegen. 
Bild: Walter Brugger

Altenmünsters Abteilungsleiter Oliver Osterhoff zum Urteil des Sportgerichts, das eine Neuansetzung des abgebrochenen Spiels in Thannhausen beschlossen hat

Das Skandalspiel TSG Thannhausen gegen den SC Altenmünster wird neu angesetzt. Das steht nun definitiv fest. Das Bezirkssportgericht kam zu der Ansicht, dass sich zum Zeitpunkt des Spielabbruchs insofern kein Ereignis ergab, welches nach Auslegung des § 66 Abs. 1.3 der Spielordnung einen Spielabbruch durch den Schiedsrichter rechtfertigt. Ein Spielabbruch müsse aufgrund seiner Wirkung auf den Wettbewerb absoluten Ausnahmecharakter haben und das letzte Mittel des Schiedsrichters sein, nachdem er vorher alle Maßnahmen ergriffen hat, um eine reguläre Beendigung eines Spiels zu ermöglichen. Wir befragten dazu Oliver Osterhoff, den Abteilungsleiter des betroffenen SC Altenmünster, der zum Zeitpunkt des Abbruchs 4:3 geführt hatte.

Wie habt Ihr denn die Situation erlebt, die zum Spielabbruch geführt hat?

Osterhoff: Ehrlich gesagt, war es ziemlich unübersichtlich. Thannhausen hat gerade – aus unserer Sicht berechtigt – den vierten Platzverweis bekommen, als fünf, sechs Spieler der TSG auf den Schiedsrichter zugestürmt sind und ihn vehement bedrängt und lautstark attackiert haben.

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Was habt Ihr gedacht, wie das Urteil ausfallen könnte?

Osterhoff: Natürlich haben wir damit gerechnet, dass wir die verdienten Punkte behalten. Wir haben drei Minuten vor Schluss 4:3 geführt und waren vier Mann mehr. Was sollte da noch passieren?

Wie ist es jetzt tatsächlich ausgefallen?

Osterhoff: Das Gericht hat entschieden, dass die Partie neu angesetzt werden muss.

Wie lautet die Begründung?

Osterhoff: Der Schiedsrichter hat nicht alle zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft, um einen Spielabbruch zu vermeiden. Ich weiß nicht, was passieren muss, damit ein Spiel abgebrochen wird. Bedrohung ist ja auch immer subjektiv.

Was sagt Ihr dazu?

Osterhoff: Der Leitspruch „Fair ist mehr“ kam hier leider nicht zum Zuge. Die Mannschaft, die sich nichts vorzuwerfen hat, wird hier klar bestraft. Wir machen dem Schiedsrichter keinen Vorwurf. Es war eine Situation, die er als Landesliga-Referee so auch noch nicht erlebt hat. Er hat einen Fehler begangen, andere Beteiligte viel mehr und die wurden kaum bestraft. Im Vergleich zu den Einnahmen von zwei Heimspielen sind die Geldstrafen sehr human. Wir hätten uns hier eine andere Rechtsprechung gewünscht, nämlich eine die, die Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt. Nach solchen Vorfällen, braucht sich niemand wundern, wenn keiner mehr Schiedsrichter werden will.

Wird der SCA Einspruch einlegen?

Osterhoff: Nein. Alle Aussagen und Videoaufnahmen wurden ja vom Bezirkssportgericht gesichtert. Es gibt leider keine Basis für einen Einspruch. Für den SC Altenmünster ist das Thema damit abgehakt und wir konzentrieren uns wieder auf das Sportliche.

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