Während stellvertretender Landrat Hubert Kraus als Schwimmer der Marktrats-Staffel noch die letzten Meter im fast gänzlich von Algen befreiten Rothsee zurücklegte, gingen die ersten Athleten des Landesliga-Wettkampfes bereits auf die fünf Kilometer lange Laufstrecke. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt bereits 750 Meter Schwimmen und 21 Kilometer Radfahren hinter sich gebracht. Gut, sie waren ja auch über zehn Minuten früher gestartet. Aber so ein bisschen zeigt diese Momentaufnahme auch auf, wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen Leistungsklassen waren. Neben den über 200 Hobbysportlerinnen und -sportlern gingen beim 6. Nullinger Volkstriathlon in Zusmarshausen zum ersten Mal auch die Landesliga- und Bayernliga-Mannschaften an den Start.
Und die „Profis“ sorgten dann auch gleich für eine Verzögerung des Starts der „Amateure“. Als nämlich schon der Countdown für den Volkstriathlon heruntergezählt wurde, kamen bereits die ersten Schwimmer der Landesliga wieder ans Ufer. Um eine Kollision zu vermeiden, musste der Start verschoben werden, bis auch der Letzte angekommen war. Das ergab ein imposantes Bild, als die auf den Startschuss Wartenden dann den aus dem Wasser steigenden Spalier standen und Applaus spendeten. Da sich Außen- und Wassertemperatur bei bedeckten Himmel kaum unterschieden und deutlich unter der 20-Grad-Marke gelegen haben dürften, wurde überwiegenden in Neopren-Anzügen geschwommen.
Um die Ein-Stunden-Marke ging es den Sportlerinnen und Sportlern beim Volkstriathlon. Der Sieger der Männer, Florian Hartl (TV Planegg-Krailling) verpasste sie nur um sieben Sekunden. Daniela Unger (TV Lauingen), die bei den Frauen gewann, benötigte 1:09:40 Stunden. Nicht nur die beiden Sieger wurden im Ziel von den Cheerleadern der Tanzgruppe Dance for Fun, die vor der Siegerehrung durch Box-Weltmeisterin Tina Schüssler noch ihr tänzerisches Können zeigten, empfangen.
Basketballer versucht sich im Schwimmen
Unter der magischen Stunden-Grenze blieb eine Staffel. Das Spredu Racing Team mit den drei Brüdern Dominik, Maximilian und Bernhard Lindner war nach 59:58 Minuten im Ziel und konnte sich dort nicht nur eine Medaille umhängen lassen, sondern auch an Kuchen, Bananen, Melonen, Äpfeln und Getränken laben. Bernhard Lindner ist im Landkreis auch als Tischtennisspieler bei der SpVgg Westheim bekannt. Sein Bruder Dominik spielt angeblich nur Schach. „Ich musste als Notnagel fürs Schwimmen herhalten“, nahm er es mit Humor. Ebenso wie Dominik Veney. Auch der langjährige Basketballer der BG Leitershofen/Stadtbergen hatte die Sportart gewechselt und war für das Team Family Business ins Wasser gestiegen. „Ich wurde zum Schwimmen gezwungen“, lachte der Hüne hinter. „Bis zur Hälfte bin ich einfach losgekrault, dann habe ich gedacht, ich ertrinke. Man muss zum Schwimmen auch Technik haben.“ Veney ging zusammen mit seiner Frau Tina (Laufen) und seinem Schwager Stefan Kuhn (Radfahren) an den Start. Das Trio kam in 1:35:09 Stunden auf Rang 22 an. Wesentlich schneller war mit Manuel Kuhn ein weiterer Schwager von Veney. Der aus Zusmarshausen stammende Lokalmatador lief in 1:06:38 Stunden auf Platz 14 der Gesamtwertung ein.
Familiensinn bewiesen auch das Team Manuela, Karl-Heinz und Christina Lutz, das Königsbrunner Trio (Laura, Stephan und Noah Leitschuh) oder Konrad und Martin Brenner (Trifit Vallried), die als Duo zum Dreikampf antraten und Sechste wurden.
Gut geschlagen haben sich auch die Fußballer des TSV Zusmarshausen (9./Jonas Watzal, Maximilian Wurm, Luca Jaskolka), die Schäfflerclowns Dinkelscherben (12./Michael Gleich, Matthias Gleich, Jakob Linck) oder Firmenteams wie Manuel Stöckle, Markus Weindel und Elias Krebs von der gleichnamigen Versicherungsagentur (11.).
Organisation gerät ein klein wenig an ihre Grenzen
Die große Menge an Sportlerinnen und Sportlern, aber auch Zuschauenden brachte die Organisatoren um Karl Sendlinger und die rund 90 Helferinnen und Helfer ins Schwitzen und schon ein klein wenig an ihre Grenzen. Gerade im Catering-Bereich bildeten sich teilweise lange Schlangen, bis der Hunger und Durst gestillt werden konnte. „Ich finde es schön, dass die Veranstaltung so toll angenommen wird“, sagte Gerhard Biber, Vorsitzender des TSV Zusmarshausen, und zeigte sich stolz auf seine Abteilungen. „Am vergangenen Wochenende haben die Leichtathleten schon die schwäbischen Meisterschaften ausgerichtet.“
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