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Augsburg

17.01.2019

Am Wittelsbacher Park könnten 170 Wohnungen entstehen

Die Parkhausruine am Hotelturm könnte verschwinden.
Bild: Silvio Wyszengrad

Augsburgs Stadträte sagen Ja zu den Planungen auf dem Areal des maroden Kongressparkhauses – wenn auch mit Bauchschmerzen.

Direkt am Rand des Wittelsbacher Parks neben der Kongresshalle könnten in den kommenden Jahren 170 Wohnungen und 700 unterirdische Stellplätze – 300 davon für Besucher der Kongresshalle – entstehen. Das marode und seit Jahren teilgesperrte Kongressparkhaus wird dafür abgerissen. Die Stadt wird auf einen Antrag von Immobilienunternehmer Bernhard Spielberger ein entsprechendes Bebauungsplan-Verfahren für den Komplex starten. Dafür stimmte der Bauausschuss des Stadtrats am Donnerstag einstimmig – auch wenn Stadträte fraktionsübergreifend signalisierten, erhebliche Bauchschmerzen zu haben.

Hintergrund ist, dass Spielberger es ablehnt, einen Architektenwettbewerb durchzuführen. Diese Wettbewerbe – bei größeren Wohnbauprojekten inzwischen üblich – sollen eine gewisse architektonische Qualität sicherstellen. Spielberger argumentiert unter anderem damit, dass die technischen Rahmenbedingungen – unter anderem liegt der Heizungskeller des Hotelturms auf dem Areal – einen Wettbewerb aus seiner Sicht unmöglich machen. Zudem drohe das Projekt sonst irgendwann nicht mehr lohnend zu sein.

Auf dem Gelände des Kongressparkhauses soll ein besonderes Gebäude entstehen

Spielberger möchte auf dem Areal des Kongressparkhauses und einem Nachbargrundstück ein hufeisenförmiges Gebäude mit vier bzw. fünf Stockwerken und einem neunstöckigen turmartigen Bau mit etwa 30 Metern Höhe errichten. Der Turm soll den gleichen Durchmesser im Grundriss wie der 36-stöckige Hotelturm in unmittelbarer Nähe haben.

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„Das ist ein Stumpen, der dort städtebaulich nichts zu suchen hat“, kommentierte Stadtrat und Architekt Volker Schaftitel (FW). Der Entwurf von Spielbergers Architekt orientiere sich rein an den Interessen des Investors. „Auf die Art der Gestaltung hat die Stadt keinerlei Einfluss, und das in dieser sensiblen Lage direkt am Park und in Nachbarschaft der denkmalgeschützten Kongresshalle, der Sporthalle und des Antonsviertels.“ Fast alle Stadträte, die sich zu Wort meldeten, meldeten Bedenken wegen der fehlenden Bereitschaft Spielbergers an, mehrere Architekten mit einer Planung zu beauftragen. Auch Baureferent Gerd Merkle (CSU) sagte: „Das kann eine ansprechende Architektur werden, muss es aber nicht.“ Spielberger erklärte sich immerhin bereit, die Pläne mit dem Baukunstbeirat, einem Gremium von Architekten, das die Stadt berät, abzustimmen. Auch Stadtheimatpfleger Prof. Hubert Schulz wird sich einbringen. „Auch hartgesottene Investoren sind Argumenten zugänglich“, so Schulz optimistisch.

Kongressparkhaus: Die Verträge sind noch nicht unter Dach und Fach

Dass die Stadträte trotz ihrer Bedenken grünes Licht für die Fortsetzung der Planungen gaben, liegt an der verfahrenen Situation mit dem Kongressparkhaus. Es verfiel jahrelang, weil sich die Teileigentümer über dessen Zukunft (Abriss oder Sanierung) uneins waren. Inzwischen zeichnet sich eine Lösung ab, wobei die Verträge noch nicht unter Dach und Fach sind.

Die Stadträte sprachen fast durchgehend davon, dass man die Kröte mit dem fehlenden Wettbewerb schlucken müsse. „Die Alternative ist, dass sich über die kommenden Jahre oder Jahrzehnte nichts tut“, sagt etwa Willi Leichtle (SPD). Andernfalls bleibe die Kongresshalle weiterhin ohne Parkplätze.

Laut Merkle will die Stadt ihre Überlegungen für eine eigene Tiefgarage unter der Gögginger Straße zumindest vorläufig weiterverfolgen. Sollte Spielbergers Projekt kommen, denke man darüber nach, die Einbahnregelung in der Imhofstraße teils aufzuheben. Damit könne man erreichen, dass der abfließende Verkehr nicht das Antonsviertel flutet.

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