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Augsburg

27.11.2019

Asyl: So funktioniert der Schulstandort an der Berliner Allee

Das ist die Unterkunft in der Berliner Allee, in der ab Montag nächster Woche Flüchtlingsfamilien leben werden. 98 Bewohner sind es in der Anfangsphase, darunter sind 58 Kinder.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus In der Berliner Allee in Augsburg ist jetzt eine Anker-Zweigstelle. Schulpflichtige Kinder von Flüchtlingsfamilien erhalten speziellen Unterricht.

Die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien in der Berliner Allee scheint im Stadtteil Herrenbach wenig zu polarisieren. Zu einem Informationsabend am Montagabend im Mehr-Generationen-Treffpunkt in der Herrenbachstraße kam gerade mal eine Handvoll Anlieger. Kritik an der Einrichtung gab es von Nachbarn nicht. Ansonsten saßen im Publikum einige Personen von Organisationen, die sich in der Arbeit mit Flüchtlingen betätigen, sowie eine Lehrerin und fünf Medienvertreter.

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Wenig los war am Infoabend zur Anker-Zweigstelle.
Bild: Annette Zoepf

Eingeladen zur Veranstaltung hatten die Regierung von Schwaben und die Stadt Augsburg. Auf dem Podium saßen ferner zwei Polizeibeamte. Die geringe Resonanz sah Regierungspräsident Erwin Lohner „als erfreuliches Zeichen“. Weil wenige Anwohner gekommen seien, könne man wohl durchaus sagen, dass es mit der bisherigen Einrichtung an der Berliner Allee kaum Probleme gegeben habe. In der Unterkunft werden künftig geflüchtete Familien mit schulpflichtigen Kindern leben.

Anker-Zweigstelle: 58 Kinder kommen in die Berliner Allee

Zu den Abläufen gab es einige neue Angaben, die mit konkreten Zahlen belegt wurden. Noch in diesem Jahr werden 98 Bewohner, die zuletzt in Donauwörth waren, in der Berliner Allee einziehen. Ein erster Bus aus Donauwörth kommt am kommenden Montag, der zweite Bus folgt eine Woche später. Von 98 Bewohnern sind 58 Kinder, davon sind wiederum 39 schulpflichtig. Nahezu alle Flüchtlingsfamilien kommen aus der Türkei. Am Standort Berliner Allee hat die zuständige Regierung von Schwaben gezielt Familien mit schulpflichtigen Kindern einquartiert. Die Anker-Zweigstelle gilt daher als Schulstandort.

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Festgelegt ist, dass schulpflichtige Kinder aus Flüchtlingsfamilien nicht den Regelunterricht in Augsburg besuchen. Für sie gibt es vorerst an zwei Schulen Räume, in denen sie von einer eigenen Lehrerin unterrichtet werden. Die Herrenbachschule und die Werner-von-Siemens-Schule wurden als ortsnahe Einrichtungen ausgewählt.

Eigener Unterricht in der Anker-Zweigstelle

In einem zweiten Schritt soll es in der Anker-Zweigstelle einen eigenen Schulunterricht geben. Dazu muss allerdings im nächsten Jahr ein weiterer Container gebaut werden. Der Standort, der gegenwärtig für 100 Personen ausgelegt ist, wird ebenfalls im Jahr 2020 auf 200 Plätze erweitert.

Bereits jetzt ist an der Berliner Allee eine Kinderbetreuung sichergestellt. 19 Mädchen und Buben sind es momentan, die nicht schulpflichtig sind. Die Einrichtung an der Berliner Allee ist auf drei Jahre zeitlich ausgerichtet.

Für die Bewohner soll es weiterhin Kurse geben, um sich in Deutschland besser einzuleben. Einen aktiven Helferkreis von Ehrenamtlichen gibt es im Herrenbach nicht. Am Informationsabend hieß es, dass man dafür in nächster Zeit werben wolle.

In Augsburg leben 4500 Geflüchtete

In Augsburg leben gegenwärtig 4500 Geflüchtete. Diese Zahl nannte Sozialreferent Stefan Kiefer (SPD). 2000 Flüchtlinge leben in angemieteten Gemeinschaftsunterkünften und Pensionen. Diese Unterkünfte sind laut Kiefer in keinem Fall mit mehr als 90 Personen belegt. Die Stadt selbst habe seit längerer Zeit keine neue Unterkunft mehr angemietet. Der Sozialreferent sprach ferner von einem friedlichen Zusammenleben mit denjenigen Personen, die aus ihrer Heimat geflohen seien: „Darauf können wir Augsburger durchaus stolz sein.“

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