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Augsburg

23.10.2020

Augsburger entwickelt den "Hopper" – eine Mischung aus Fahrrad und Auto

So stellt sich Martin Halama die Zukunft vor: Mit einem Hopper durch die Maximilianstraße. Noch handelt es sich bei dem Bild um eine Montage. Der Prototyp ist aber schon in Arbeit.
Bild: Bernd Hohlen, Martin Halama (Fotomontage)

Plus Ein Augsburger hat eine Mischung aus E-Bike und Auto entwickelt und will damit den Verkehr in Städten revolutionieren. Was hinter der Idee der Hopper steckt.

Wie wäre es, auf ein Zweitauto zu verzichten und stattdessen mit einem „Hopper“ durch die Stadt zu fahren? Einer Mischung aus Elektro-Fahrrad und Auto? Das ist Martin Hamalas Idee der modernen Fortbewegung in Städten. Der 31-Jährige steht hinter dem Augsburger Start-up-Unternehmen „Hoppermobility“.

Animation von einem Hybridfahrzeug aus Elektro-Bike und Auto. Entwickelt wurde es vom Augsburger Start-up Hoppermobility.
Bild: Martin Halama

Zunächst studierte Halama in seiner Heimatstadt Bremen Wirtschaftsingenieurwesen und ging nach dem Studium zur CSA-Group nach München. Als Projektleiter für die Bereiche Gesamtentwicklung und Mechatronik war er für den Bereich Sicherheit bei Elektrofahrzeugen zuständig. Bei allen E-Autos die bei BMW ab 2020 vom Band laufen, habe er seine "Hände mit im Spiel“, sagt er. Trotz dieser engen Bindung an den Fahrzeugbau sieht er im reinen Elektroauto für die Stadt aber nicht unbedingt die Zukunft.

Der Hopper aus Augsburg ist eine Mischung aus Elektro-Fahrrad und Auto

Deshalb hat er neu gedacht: „Wir von Hoppermobility entwickeln jetzt ein Fahrzeug, das kein Auto, aber dennoch autoaffin ist", sagt Halama. Die als Pedelec zugelassenen „Hopper“ sind mit zwei Sitzbänken ausgestattet und das Fahrzeug wird wie ein Auto gesteuert. Auf der Rückbank gibt es eine Halterung für eine Babyschale und Gurte für zwei Kinder oder eine erwachsene Person. Betrieben wird das Fahrzeug per Akku mit einer Ladekapazität von 0,6 Kilowattstunden. Dazu gibt es einen Austausch-Akku, das Laden mit Solarzellen kann nachgerüstet werden. Das Gewicht des Hopper liegt bei zirka 110 Kilogramm. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 Kilometer die Stunde, und eine Reichweite von 60 Kilometern ist möglich.

Wer den Hopper aus eigener Kraft antreiben will, kann auch das tun und nutzt dafür einen Linearantrieb zum Treten - und nicht einen per Drehbewegungen, wie beim Fahrrad. Im Unterschied zum Fahrrad wird es auch ein Armaturenbrett geben, mit Anzeigen über Ladestand des Akkus, Geschwindigkeit sowie eine Sicherheitselektronik für die Fahrstabilisierung. Das Fahrzeug soll so robust konstruiert werden, dass es fünf Jahre servicefrei bleibt. „Das ist unser Ziel, weil kostenintensive Serviceleistungen viele andere Start-ups in die Insolvenz getrieben haben“, so Martin Halama.

Hochschule Augsburg als Kooperationspartner

Das Karosserie-Material des Hopper entsteht aus recycelten Glasfasern. Zusammen mit vier Professoren der Hochschule Augsburg und dem Energieanbieter Lechwerke wird an dieser Umsetzung gearbeitet. Die Hopper-Idee wird auch in die Hochschullehre mit eingebunden. „Wenn wir Individualmobilität für alle denken, muss es in Zukunft ökologisch und ökonomisch sein und sozialverträglich. Wir werden nur lebenswerte Städte haben, wenn wir mehr Orte der Begegnung schaffen und weniger Autos haben“, sagt Halama.

Momentan fehlten Händlern und Besuchern sowie den Kommunen selbst noch die Visionen, wie eine Stadt mit weniger Autos aussehen könnte, aber Martin Halama lässt sich nicht beirren und sieht im Hopper eine Lösung. „Wir müssen mehr Menschen auf die Radwege bringen", ist er überzeugt. Auch Platzprobleme könnte der Hopper lösen, denn: Ein eingesparter Zweitwagen gebe Platz für vier „Hopper“, sagt Martin Halama.

Preis soll deutlich unter jenem für ein Auto liegen

Gedacht ist das Fahrzeug vor allem als Ersatz für den Zweitwagen. Aber auch für ältere Menschen, die kein Auto mehr nutzen können, oder Studenten, die sich kein Auto leisten wollen, sei der Hopper eine gute Alternative, ist Halama überzeugt.

Ein Prototyp befindet sich bereits in Konstruktion und soll im März 2021 fertig sein. Der Preis, so versichert Halama, „wird deutlich unter dem eines günstigen Elektroautos liegen“. Allerdings gestaltet sich die Finanzierung des Start-ups auch wegen Corona derzeit schwierig. Kostenintensive Firmengründungen haben es gerade nicht leicht, finanzielle Unterstützung zu finden, sagt Halama. Förderprogramme zum Thema Mobilität seien so begehrt, dass Zuschussanträge innerhalb von Minuten vergeben sind. Doch davon will er sich nicht abbringen lassen.

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23.10.2020

>> Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 Kilometer die Stunde, und eine Reichweite von 60 Kilometern ist möglich. <<

Das Fahrzeug verbindet in bemerkenswerter Weise die Nachteile von Fahrrad und Auto.

Man steht im Stau, wird bei Regen nass, braucht einen Parkplatz, kann nichts transportieren, ist dem urbanen Vandalismus ausgeliefert und ist ein rollendes Verkehrshindernis.

Das Ding wird sich als Totgeburt beweisen; in Städten ist unterhalb des Formats des Citroen Ami (45 Km/h) kein Markt vorhanden.

https://efahrer.chip.de/tests/citroen-ami-im-test-dieses-e-auto-fuer-20-euro-kommt-nach-deutschland_101993

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23.10.2020

Sehe ich auch so. Der Wunsch des Gedanken ist es, ein alltagstaugliches Elektrofahrzeug so weit abzuspecken, dass es nicht mehr viel kostet. Nur dann ist es nicht mehr alltagstauglich. Letzendlich bestimmt ausschließlich der Akku den Preis des Fahrzeugs.

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