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Augsburg

03.05.2016

Aus für Sozialticket löst den nächsten Streit aus

Das Sozialticket soll zum "Jedermannticket" werden.
Bild: Silvio Wyszengrad

Das Sozialticket in Augsburg soll zum "Jedermannticket" werden. SPD und andere Parteien begrüßen die Entwicklung. Die Linke spricht von einem schäbigen Akt.

Das Sozialticket, das ausgewählten Bedürftigen eine günstigere Fahrt mit Bus und Tram in Augsburg ermöglicht, ist seit der Einführung umstritten. Jetzt steht das Ticket vor dem Aus. Der politische Streit setzt sich fort. Statt eines Sozialtickets gibt es künftig voraussichtlich ein kostengünstiges Jedermannticket. Die SPD hatte sich immer für das Sozialticket starkgemacht, die Entwicklung wird von ihr begrüßt. „Die vergünstigten Tarife erlauben es nun auch Menschen mit kleinem Geldbeutel und allen Schülern, Bus und Tram zu nutzen“, sagen Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich und Sozialreferent Stefan Kiefer.

Diese soziale Komponente habe im Nahverkehr über viele Jahre schmerzlich gefehlt. Die gefundene Lösung sei ein großer Erfolg für die SPD-Fraktion und ihren Sozialreferenten. Folge des neuen Tarifsystems sei, dass das Sozialticket nicht mehr benötigt werde. Damit habe es seinen Zweck als Einstieg in die soziale Mobilität erfüllt.

Pro Augsburg begrüßt Entwicklung

Die Linkspartei ist verärgert. „Es werden Schüler gegen Arme ausgespielt. Das ist ein weiterer schäbiger Akt im Augsburger Trauerspiel Sozialticket“, sagt Stadtrat Alexander Süßmair. Dass die Stadtwerke mit einem neuen Jedermannticket ihr Tarifangebot vereinheitlichen wollen, sei sinnvoll. „Da es aber nicht zu den Hauptverkehrszeiten gilt, sondern erst nach 9 Uhr, kann es kein Ersatz für ein Sozialticket sein, da viele Berechtigte einer Beschäftigung nachgehen beziehungsweise eine Ausbildung absolvieren und somit vor 9 Uhr unterwegs sein müssen“, sagt Süßmair. CSU, SPD, Grüne, Pro Augsburg und CSM würden sich für die Nöte dieser Menschen nicht interessieren.

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Pro Augsburg begrüßt dagegen ausdrücklich die geplante Einstellung des Sozialtickets. Es habe sich „tatsächlich als teure bürokratische Angelegenheit“ entpuppt. Die Einführung sei allein der Großen Koalition und der damit verbundenen Notwendigkeit von teuren Wahlgeschenken geschuldet.

Über die Neuregelung, die ab Dezember 2016 frühestens gelten könnte, müssen jetzt die zuständigen Gremien entscheiden. Der Augsburger Verkehrsverbund (AVV) regelt das Tarifsystem.

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