1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Bahn: München-Pendler müssen sich auf Probleme gefasst machen

Augsburg

10.11.2019

Bahn: München-Pendler müssen sich auf Probleme gefasst machen

Auf der Strecke zwischen Augsburg und München kann es zu Engpässen kommen, weil ein Teil der Fernzüge ab 24. November für drei Wochen ausfällt.
Bild: Bernd Hohlen

Demnächst fällt vorübergehend ein Teil der Fernzüge nach München weg. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die SPD sind alarmiert. Was die Bahn sagt.

Die Baustelle am Ulmer Hauptbahnhof wird sich Ende November/Anfang Dezember auch auf Bahnpendler zwischen Augsburg und München auswirken: Wie bereits vor einem Jahr , als Pendler über ein wochenlanges Chaos und überfüllte Nahverkehrszüge klagten, fällt zwischen dem 24. November und dem 15. Dezember ein Teil der Fernverkehrszüge zwischen Stuttgart und München weg. Damit fehlt ein Teil der Zugkapazitäten zwischen Augsburg und München. Ein nicht geringer Teil der München-Pendler aus der Region nutzt wegen der geringeren Fahrzeit ICE und IC statt des günstigeren Fugger-Expresses. Diese Fahrgäste werden auf Fernverkehrszüge, die aus Richtung Nürnberg kommen, sowie den Fugger-Express ausweichen, dessen Züge zu bestimmten Fahrtzeiten ohnehin schon voll sind.

Pro Bahn fürchtet vor allem am Nachmittag Probleme

Beim Fahrgastverband Pro Bahn ist man alarmiert. Während im Morgenverkehr nach München noch relativ viele Fernverkehrszüge fahren sollen, wird es am Nachmittag in der Gegenrichtung finster, so Pro Bahn. „Rund 4000 Sitzplätze von München nach Augsburg in ICE und IC werden ersatzlos wegfallen“, sagt Errol Yazgac, Sprecher von Pro Bahn in Schwaben. Allerdings muss man bei dieser Zahl berücksichtigen, dass nicht alle Plätze bei allen Nachmittagszügen auch besetzt sind. Dennoch fürchtet man bei Pro Bahn massive Engpässe, auch im Hinblick auf eigene Sitzplatz-Zählungen. Pro Bahn kommt zum Ergebnis, dass im Fugger-Express am Nachmittag von München nach Augsburg insgesamt weniger als 900 freie Sitzplätze vorhanden sind. „Die verbliebenen Fernverkehrszüge sind schon jetzt gut gefüllt, die Regionalzüge des Fugger-Expresses sind sehr voll. Wer Resturlaub nehmen kann oder von zu Hause aus arbeiten kann, sollte dies vielleicht tun“, so Yazgac.

Er gibt auch zu bedenken, dass es beim Fugger-Express zu keinen Fahrzeugausfällen kommen dürfe, wenn die Situation nicht kippen soll. Wie berichtet fuhren etliche Nahverkehrszüge den Sommer über in verkürzter Form, weil Triebwagen in der Werkstatt waren. Seit Ende August hat sich die Lage aber wieder deutlich gebessert. Zudem fährt seit Oktober angesichts der steigenden Pendlerzahlen ein zusätzlicher Nahverkehrszug ab 6.31 Uhr in Augsburg los.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Bahn: Zusätzlicher Pendlerzug und ICE mit vielen Sitzplätzen

Darauf verweist auch die Deutsche Bahn. Zudem gebe es am Morgen von Augsburg nach München zwischen 6.30 und 8.42 Uhr sechs Fernverkehrs-Verbindungen. Der stündliche Takt werde beibehalten. Die bei Pendlern beliebten IC zwischen München und Ulm würden weiter angeboten. „Außerdem versuchen wir, so viele ICE 4 wie möglich einzusetzen – diese haben deutlich mehr Sitzplätze“, so ein Sprecher der Bahn. Bei der DB verweist man darauf, dass die Bauarbeiten nötig sind, um die künftige Schnellfahrstrecke zwischen Stuttgart und Ulm ins bestehende Netz einzubinden. Davon profitierten mittelfristig Fahrgäste aus Augsburg, die Richtung Stuttgart oder Frankfurt wollen. „Bauen ist nicht ein Problem, sondern Teil der Lösung“, so der Bahnsprecher.

Laut Pro Bahn fahren am Morgen zwischen Augsburg und München Fernverkehrszüge ab Augsburg um 5.50, 6.20, 7.08, 7.34, 8.00, 8.07 und 8.42 Uhr. In Gegenrichtung am Nachmittag fahren Fernzüge um 15.14, 15.47, 16.09, 17.05, 17.20, 17.41 und 18.53 Uhr.

SPD fordert gute Information der Fahrgäste

Die SPD-Landtagsfraktion stellte im Landtag zuletzt einen Dringlichkeitsantrag. Der Freistaat als Zuständiger für den Nahverkehr müsse sich dafür einsetzen, dass während der Bauzeit Nahverkehrszüge mit voller Kapazität fahren und die Fahrgäste informiert werden. Im Plenum wurde der Antrag in verkürzter Form angenommen. „In der Kälte irgendwo auf zugigen Bahnsteigen stehen und nicht wissen, ob man in den nächsten Zug, der verspätet eintrudeln wird, überhaupt einsteigen kann – das wird für großen Ärger sorgen, wenn wir nicht schnell gegensteuern“, so der Augsburger Abgeordnete Harald Güller.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

11.11.2019

Eine Aufgabe für die Bundestagsabgeordneten aus Augsburg, München und Ulm. An der Erledigung von Aufgaben kann man Politiker messen.

Permalink
11.11.2019

Was sollen den die Ulmer sagen? Kein Fernverkehr über 3 Wochen.

Dabei hätte man einen Pendel-ICE zwischen Ulm und München einrichten können, der stündlich hin- und herfährt. Nach Stuttgart und weiter Richtung Norden ist es von Ulm noch schwieriger. Ja 3 Wochen ist nicht die Welt, aber so gut wie keine Alternativen anzubieten, ist echt schwach.

Wenn man will, dass die Leute auf den zug umsteigen sollen, dann muss man auch solche "Sonderfälle" attraktiver machen.

Permalink
10.11.2019

Pardon. Hier hat sich ein Fehler eingeschlichen. Es müßte heißen: Siehe unten!

Permalink
10.11.2019

(edit/mod)

Permalink
10.11.2019

An dieser Stelle möchte ich mal ein Zitat einwerfen:

"Bahnfahren ist Mega, und soll noch besser werden", Andreas Scheuer, Rede beim "Schienengipfel" Mai 2019

Ich wünsche allen München-Pendlern viel Geduld bei der Wahrnehmung des "Mega-Angebots", welches jetzt kurzfristig "noch besser" wird.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren