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Wirbel um 55 Cent

11.03.2010

Briefmarke manipuliert: Mann muss ins Gefängnis

Briefmarke.

Weil er eine 55-Cent-Briefmarke manipuliert hat, ist ein 27-Jähriger in Augsburg zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. Bewährung gab es für ihn nicht.

Weil er eine 55-Cent-Briefmarken manipuliert hat, ist ein 27-Jähriger inAugsburg zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. Bewährung gab esfür ihn nicht.

Das Augsburger Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der Insasse der Justizvollzugsanstalt Kaisheim bereits verwendete Briefmarken noch einmal benutzt hatte, um damit Briefe zu frankieren. Dabei half ihm seine Frau. Sie schickte ihm Briefe, auf denen die Marken mit einem speziellen Klebstoff präpariert waren. So konnte er Poststempel wieder abzuwaschen und die Marken erneut verwenden.

Der Fall sorgte für Schlagzeilen, weil trotz des geringen Schadens ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Betrugs samt Gerichtprozess angesetzt wurde. Die Justiz begründete den Aufwand damit, dass es sich bei dem 27-Jährigen um einen mehrfach vorbestraften und in Haft sitzenden Menschen handle. Zudem müsse man berücksichtigen, dass neben dem einen jetzt angeklagten Fall auch zuvor schon manipulierte Marken herumgeschickt worden seien. Versuchter Betrug sei eine Straftat, die verfolgt werden müsse.

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Genau das geschah. Am Donnerstag befasste sich das Augsburger Amtsgericht mit dem Fall der manipulierten Briefmarken. Und der Angeklagte, der nicht geständig war, wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Wochen verurteilt - ohne Bewährung. Das Gericht war sich nach der Beweisaufnahme sicher, dass der Angeklagte die bereits von seiner Frau manipulierte Briefmarke abgewaschen, so den Stempel entfernt und diese dann wiederverwendet hat.

Das Gericht wies in der Urteilsbegründung noch einmal darauf hin, dass das Verfahren hätte eingestellt werden können, wären da nicht die Vorstrafen des Angeklagten gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Monate Freiheitsstrafe, der Verteidiger Freispruch oder Einstellung beantragt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. bo

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