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Augsburg

04.01.2021

Der Sternsinger-Segen kommt wegen Corona diesmal online

In vielen Orten ziehen die Sternsinger heuer wegen der Corona-Krise nicht von Haus zu Haus.
Bild: Andreas Lode

Plus Auch wenn die beliebten Segensbringer in diesem Jahr nicht von Haus zu Haus ziehen können, sind sie trotzdem im Einsatz. Nur anders als gewohnt.

Katja und Laura Seehütter hatten es geahnt. Die Schwestern, die seit vielen Jahren in der katholischen Gemeinde St. Pius in Haunstetten die Sternsinger-Aktion organisieren, hatten einen Plan B für den Fall, dass es nicht möglich sein würde, dass die Sternsinger wegen der Corona-Beschränkungen in den ersten Januartagen von Haus zu Haus ziehen und den Segen bringen können. "Wir wollten ein Konzept, auf das wir uns verlassen können", meinten die beiden – und entwickelten eines, das nun umgesetzt wird. Wie in St. Pius dürfte in kaum einer Augsburger katholischen Gemeinde die Sternsinger-Aktion aussehen. Dafür ist den Verantwortlichen eine Menge eingefallen.

Augsburgs Sternsinger kommen per Video ins Haus

"Und es hat Zoom gemacht…", so lädt die Gemeinde von St. Pius jetzt dazu ein, sich die Sternsinger per Video ins Haus zu holen. Dafür öffnen sie am 6. Januar, dem Dreikönigstag, einen virtuellen Raum der Online-Plattform Zoom. Wer sich die Sternsinger für einen "Hausbesuch" bestellt, bekommt wenige Tage vorher einen individuellen Zeitraum zugeteilt und einen Zugang dazu. Die Kinder sprechen dann – von zuhause aus live, einzeln oder als Geschwister – ihren Segensspruch und werden auch singen. "Uns war wichtig, dass der Sternsinger-Besuch etwas Persönliches bleibt", versichern Katja und Laura Seehütter.

Erasmus, Maurus und Justus Marschall als Sternsinger bei den Dreharbeiten vor ihrem Haus in Bergheim.
Bild: Beate Jahn

Wenige Tage vorher werden den Familien Tütchen in den Briefkasten geworfen mit einem Segensaufkleber und Informationen darüber, wohin die Spenden für das Kindermissionswerk Aachen fließen werden. Schon jetzt zeichnet sich großes Interesse an der Aktion ab, sowohl bei den Familien, als auch bei den Sternsingern selbst, die gerne auch bei dieser anderen Form mitmachen. Ob's dann auch am 6. Januar klappen wird? Die Schwestern sind gespannt, aber zuversichtlich. "Wir studieren beide und bringen unsere Erfahrung aus den Online-Semestern mit", sagen sie.

Nöte der Kinder werden in der Corona-Zeit nicht weniger


In der Pfarreiengemeinschaft St. Thaddäus und Zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Kriegshaber sind die "Könige" auch schon längst aktiv. Sie haben sich in den vergangenen Tagen in ihren Kirchen eingefunden, wo sie als Sternsinger einzeln oder als Geschwisterkinder ihren Segensspruch gesprochen und ihr Lied, begleitet von der Band der Gemeinde, gesungen haben. Aus all dem wird ein Video entwickelt, das ab dem 5. Januar auf einer Internet-Plattform zu sehen ist. Den Zugang gibt's per QR-Code, der zusammen mit dem Segensaufkleber und Infos zur Aktion zuvor in etwa 6000 Briefkästen der Gemeinden geworfen worden ist. Gemeindereferent Tobias Gutensohn, der die Aktion koordiniert, war es wichtig, sie nicht ausfallen zu lassen, denn "es ist gut, wenn wir die Projekte des Kindermissionswerks unterstützen, die Nöte der Kinder werden ja doch nicht weniger." Und auch den Sternsingern mache man damit Freude.

Ein Film läuft als Dauerschleife in den Kirchen


Die "Dreharbeiten" für das Sternsinger-Video der Pfarreiengemeinschaft Zum Heiligsten Erlöser in Göggingen und St. Remigius, Bergheim, haben die Sternsinger Erasmus, Maurus und Justus Marschall aus Bergheim schon hinter sich. Weil sie Brüder sind, durften sie als Könige zusammen stehen. "Wir machen einen kleinen Film", erläutert Gemeindereferentin Beate John. Dazu ist sie in den vergangenen Tagen zu rund 20 Kindern gefahren, um sie als Sternsinger mit ihrem Lied und ihrem Spruch zu filmen. Am 6. Januar wird der Film zwischen 14 und 16 Uhr als Dauerschleife in den beiden Kirchen zu sehen sein – dort können Spenden abgegeben und "Segenspäckchen" abgeholt werden. Sie werden auf Wunsch auch vorab geliefert.

Symbolisch für das beginnende Jahr 2021: Ein Sternsinger mit Maske.
Bild: Henning Kaiser, dpa (Symbolfoto)


In St. Pankratius und Unsere Liebe Frau in Lechhausen haben auch schon Familien, von denen man aus den letzten Jahren weiß, dass sie an Sternsinger-Besuchen interessiert sind, "Segenspäckchen" bekommen. In den Hauptgottesdiensten am 6. Januar werden kleine Gruppen von Sternsingern mit dabei sein – in den meisten katholischen Pfarreien, ist zu hören, wird dies so gehandhabt.

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