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Augsburg

27.09.2017

Die Zwillinge der Augsburger Stadtteile

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Das Gasometer in Oberhausen ist heute die höchste Ausstellungs- und Veranstaltungshalle Europas. Das Bauwerk ist 117 Meter hoch und hat einen Durchmesser von knapp 68 Metern. Das Gasometer ist eines der Wahrzeichen der Stadt im Ruhrgebiet.
Bild: Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung

Die Namensvettern sind weit verstreut. Man entdeckt Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede. Was Ziggy Stardust in der Hammerschmiede wollte.

Ein wenig erinnert der Gaskessel in Oberhausen an Abbildungen des Taj Mahal, wie er da prächtig mit seinen 117 Metern Höhe hinter einem Wassergraben steht. Der Gasometer, wie der gewaltige Stahlbau richtig heißt, hat als Speicherbehältnis längst ausgedient und beherbergt heute eine Ausstellungshalle mit dem höchsten Luftraum in ganz Europa, wie Tourismuschef Rainer Suhr stolz bemerkt.

Das Oberhausen, von dem hier die Rede ist, ist allerdings nicht der bekannte Stadtteil von Augsburg, sondern der Namensvetter im Ruhrgebiet – mit 210000 Einwohnern und einer nur 250 Jahre alten Stadtgeschichte. „Oberhausen ist ein Kind von Eisen und Kohle“, weiß Suhr. Das Älteste an der Stadt sei der Bahnhof, über den schon vor Stadtgründung Waren der Montanindustrie von und zu der ältesten Eisenhütte des Ruhrgebiets transportiert wurden. „Oberhausen hat mit Augsburg einige Gemeinsamkeiten“, sagt der Tourismuschef. So würden hier unter anderem Turbinen für MAN Turbo und Diesel gefertigt. Der Konzern Gutehoffnungshütte (GHH) war ursprünglich die Mutter der MAN, bevor sich dieses Verhältnis drehte und GHH teilweise in der MAN Diesel & Turbo aufging. Wie Augsburg erlebte die Stadt einen Wandel und musste sich nach dem Niedergang der großen Eisenwerke neu orientieren. „Wir haben uns von Kohle, Eisen und Stahl verabschiedet und setzen heute erfolgreich auf die Freizeit- und Tourismuswirtschaft“, so Suhr.

Großes Naherholungsgebiet

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Der Braunkohleabbau hat Bergheim in Nordrhein-Westfalen geprägt. Mitten durch die Stadt ging früher der Tagebau – Spuren davon findet man immer wieder in der Stadt mit ihren 64000 Einwohnern, wie Bürgermeister Volker Mießeler berichtet. Die Abbauflächen wurden längst rekultiviert und heute könne man dort durch ein großes Naherholungsgebiet spazieren. „Wir haben die mit 900 Metern längste Fußgängerzone der Region und mit dem Schloss Paffendorf einen großen touristischen Anziehungspunkt“, so der Bürgermeister.

 Tourismus ist auch das Thema in Herrenbach, einem Ortsteil des 2300-Einwohner-Ortes Gutach im Schwarzwald. Der Ort ist die Heimat des Bollenhutes, jenem Kleidungsstück, das Ansichtskarten ziert und quasi zum Synonym für Schwarzwaldtracht geworden ist. „Schwarze Bollen bedeuten, die Dame ist verheiratet. Bei roten Bollen ist sie noch zu haben“, verrät Bürgermeister Siegfried Eckert den Code hinter dem Accessoire. Das Gutachtal sei nach seinen Worten eines der schönsten Täler des Schwarzwaldes – mit blühenden Obstbäumen und großen Bauernhöfen. Man habe sich dem sanften Tourismus verschrieben, so Eckert – wer hierher kommt, wolle wandern, lesen oder meditieren. Es gibt ein Freilichtmuseum mit einer großen Zahl von Schwarzwald-Bauernhöfen aus der ganzen Region, das jedes Jahr 230000 Besucher anzieht. Und ganz viel Wald.

Hauseigentümer besitzen meist Wald

Nahezu jeder Hauseigentümer habe hier 30 Hektar Wald, die zumeist im Nebenerwerb bewirtschaftet würden. Eckert weiß auch eine Geschichte, wie der Name „Herrenbach“ entstanden ist. Die Bauern im Untertal wurden früher in Gruppen zum Frondienst für die Herren von Hornberg eingeteilt. Im Herrenbach waren sie für das Einbringen der Herbsternte zuständig. Deshalb hieß der Ortsteil „im Herbe“, woraus später Herrenbach wurde.

Es gibt noch mehr Zwillinge zu Augsburger Stadtteilen. Göggingen liegt im Ostalbkreis in der Nähe von Schwäbisch-Gmünd. Der Ort mit 2400 Einwohnern hat laut Bürgermeister Walter Weber ein in Süddeutschland einzigartiges Gebüsch-Labyrinth, Wanderwege und einen See mit Campingplatz. Haunstetten liegt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt und ist ein Gemeindeteil von Kinding. Der Ort liegt am Fürstenweg, einer Straßenverbindung zwischen der fürstbischöflichen Residenzstadt Eichstätt und dem fürstbischöflichen Jagdschloss Hirschberg.

Ein Teil der Bühne brannte ab

Dann ist da noch das Mekka aller Rockfans: Hammerschmiede. An der Queen Caroline Street liegt das Hammersmith Apollo im gleichnamigen Londoner Stadtteil. Mit „No Sleep ’til Hammersmith“ machte die Heavy-Metal-Band Motörhead die Konzerthalle weltberühmt. Hier fanden Künstler auf wie Status Quo, Judas Priest, Genesis, The Who, Queen oder AC/DC eine Bühne. David Bowie trat am 3. Juli 1973 zum letzten Mal als Ziggy Stardust auf. Und bei einem Konzert von Neil Young brannte im selben Jahr beinahe ein Teil der Bühne ab.

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