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Kültürtage

19.11.2014

Die lyrische Qualität des Lechfelds

Sieger des Gedicht- und Kurzfilmwettbewerbes stehen fest

Er hat es geschafft: Helmut Glatz gewann bei den Kültürtagen den Gedichtwettbewerb. Publikum und Jury erkoren das Werk des pensionierten Schulleiters aus Landsberg zu ihrem Favoriten. „Kaufering“ ist ein Gedicht über einen, der immer wieder sonntags auszog ins endlose Lechfeld (Auszug):

Das Lechfeld faszinierte ihn

ohne Anfang ohne Ende

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wie ein Langzeitgedicht

Königsbrunn zum Beispiel

Er hasste Langzeitgedichte

Und immer war Kaufering noch da, jeden Sonntag. Die 27 Zeilen klingen leicht wehmütig und ein wenig nach Nonsens. Das Wettbewerbsmotto „Unterwegs“ setzen sie lokal um, sie spielen im Kopf und vor der schwäbischen Haustür. Helmut Glatz ist kein Anfänger. Seit 40 Jahren schon veröffentlicht er Gedichte, Kinderbücher, Kurzspiele und Märchen.

Der in diesem Jahr erstmals ausgelobte Lyrikwettbewerb der Kültürtage sprengte mit rund 240 Einsendungen alle Erwartungen. „Nicht nur deutsche, auch Autoren aus Chile, Österreich, Belgien, Frankreich und der Schweiz haben uns ihre Werke geschickt. Wir waren platt“, berichtet Organisatorin Fatos Kutlucan am Abend der Entscheidung im Neruda Kulturcafé. Erlaubt waren Gedichte in allen Sprachen mit einer deutschen Übersetzung. In die engere Auswahl kamen schließlich zehn Werke.

Während der Gewinner seinen Buchpreis nicht persönlich entgegennehmen konnte, reiste die Zweitplatzierte, Anna Maria Pawlicki, extra aus Berlin an. Kurz und bündig ihr Sechszeiler „Zwei Hexen“:

Zwei Hexen reiten

Rumgetränkt die Besen

vorsichtshalber tiefer

Lachend schießt

warmwirrer Zunge

Hexe A in eine Kiefer

Gitarre und Klavier, unter anderem gespielt von Studenten und Flüchtlingen des Augsburger Musikprojekts „Blinde Passagiere“, peppten die Lesungen zu kleinen Performances auf und machten den Abend im überfüllten Neruda Kulturcafé rund.

Auch der Abschluss des Kurzfilmwettbewerbs der Kültürtage im Liliom fand großen Anklang. Aus sechs Streifen wählte die Jury – bestehend aus Barbara Friedrichs (Popkulturbeauftragte der Stadt Augsburg), Miriam Zissler (Augsburger Allgemeine), Jürgen Kannler (a3Kultur) und Tom Dittrich (Liliom Kino) – die Komödie „Telekommando“ zum Gewinner. Der knapp fünf Minuten kurze Film von Erik Schmitt handelt von der Automatisierung städtischer Mobilität und zeigt, was passiert, wenn der alles verwaltende Telekommandeur nicht mehr Herr der Sache ist. Unter den drei Augsburger Einreichungen kürte das Publikum „Ein Gehirn wäscht das andere“ von David Ludwig zu seinem Favoriten.

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