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Augsburg

14.11.2017

Flugplatzheide: Ministerium prüft Alternativen

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2 Bilder
Auf der alten Flugplatzheide beim Landesamt für Umwelt in Haunstetten gibt es rund 85 geschützte Tier- und Pflanzenarten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ob der Freistaat das Wohnbauvorhaben auf den Augsburger Naturflächen ganz zu den Akten legt, ist offen. Aber einiges spricht dafür, dass ein anderer Standort ins Spiel kommt.

Liegt das Projekt des Freistaates nur auf Eis oder ist es endgültig gestorben? Diese Frage ist beim geplanten Neubau von Wohnungen für rund 300 anerkannte Flüchtlinge auf wertvollen Naturflächen der alten Flugplatzheide in Haunstetten derzeit nicht zu beantworten. Eine Sprecherin des bayerischen Innenministeriums teilte am Montag auf Anfrage unserer Redaktion mit, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Einiges deutet aber darauf hin, dass das Vorhaben möglicherweise auf einem anderen, weniger umstrittenen Grundstück in Augsburg kommen könnte.

Die Nachricht, dass der Freistaat Bayern den geplanten Wohnungsbau auf der historischen Heidefläche mit rund 85 geschützten Tier- und Pflanzenarten vorübergehend stoppt, hatte am Wochenende große Überraschung in Augsburg ausgelöst. Das Vorhaben am Bischofsackerweg war weit fortgeschritten. Trotz anhaltender Proteste aus den Reihen des Naturschutzes sollte im kommenden Jahr Baubeginn sein. Doch nun wurde das Projekt im bayerischen Sofortprogramm „Wohnungspakt Bayern“ überraschend nicht für den Haushalt 2018 angemeldet.

Ein anderes Grundstück vorgeschlagen

Als Grund nannte das Innenministerium, dass die Stadt Augsburg ein anderes Grundstück vorgeschlagen habe. Dieser Vorschlag werde nun geprüft. Wie es mit dem Vorhaben in Augsburg weitergeht und ob es an einer anderen Stelle kommt, darüber sei noch keine Entscheidung gefallen. Das Ministerium hatte für seine Prüfung vor kurzem eine „Bewertung“ der Regierung von Schwaben angefordert. Die Regierung habe mitgeteilt, das Vorhaben sei zulässig und dem Naturschutz werde Rechnung getragen. Bekanntlich ist mit der Stadt vereinbart, dass die übrige Restfläche der Heide unter Schutz gestellt werden soll.

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Regierungspräsident Karl Michael Scheufele spricht mit Blick auf das Bauvorhaben von einer „offenen Diskussion“. Dabei sei es keine Frage des Bedarfs. Augsburg brauche ein neues Wohnbauprojekt für anerkannte Flüchtlinge. Scheufele geht offenkundig auch davon aus, dass ein entsprechendes Vorhaben des Freistaates kommen wird. Die Frage ist nun aber: Wo?

 

Freude bei den Naturschützern

Geplante Wohnungen.
Bild: Grafik AZ

Bei Naturschützern löst der einstweilige Stopp der Pläne auf der Flugplatzheide große Freude aus. „Wir sind vollkommen überrascht und überaus glücklich, dass die Heide vorläufig nicht bebaut wird“, sagt der Sprecher der Naturschutzallianz, Günther Groß. Jetzt gelte es, die Verschnaufpause zu nützen, um zu „vernünftigen Lösungen“ für die Zukunft zu kommen. Wichtig sei zum Einen, dass die Unterschutzstellung der gesamten naturschutzfachlich wertvollen Heidefläche vorangetrieben werde. Wichtig sei aber auch, dass neue Wohnungen des Freistaates für anerkannte Flüchtlinge an anderer Stelle in Augsburg kommen. Bekanntlich tut sich diese Gruppe auf dem angespannten Wohnungsmarkt besonders schwer, eine Bleibe zu finden. „Wir wünschen uns einen Wohnort für Flüchtlinge, der besser angebunden ist als die Heide“, sagt Groß. Die Stadt hat ein Grundstück an der Berliner Allee vorgeschlagen. Dort gibt es bislang aber noch kein Baurecht.

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