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Augsburg

23.03.2018

Grüne wollen Parken in der Innenstadt massiv verteuern

Die Grünen wollen die Parkgebühren deutlich anheben.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Tarifreform im Nahverkehr beschäftigt die Augsburger und die Parteien. Sie fordern Nachbesserungen. Sollen die Autofahrer für mehr Nahverkehr bezahlen?

Auch nachdem die Stadtwerke nach zwei Monaten Laufzeit eine erste Bilanz zur Tarifreform im Stadtgebiet gezogen haben hält die Politik an ihrer Kritik fest. Die Abozahlen sind zwar um 14 Prozent gestiegen, dennoch fordern mit CSU, SPD und Grünen alle Parteien des Regierungsbündnisses Nachbesserungen. Fraktionsübergreifend gefordert wird die Prüfung der Ausweitung des Kurzstreckentickets auf mehr als die aktuell vier Haltestellen (ab Einstiegshaltestelle).

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Zuwächse bei den Abos, weniger verkaufte Einzelfahrscheine

SPD und Grüne, die ihrer Kritik am offensivsten formulieren, gehen jetzt zudem mit weiteren Vorschlägen an die Öffentlichkeit. Am weitesten gehen die Forderung der Grünen, die der umstrittenen Tarifreform ursprünglich zugestimmt hatten: Sie möchten deutlich mehr Geld in den Nahverkehr stecken und fordern, dass die Parkgebühren auf städtischen Stellplätzen in der Stadtmitte auf drei Euro pro Stunde erhöht werden. Bisher sind zwei Euro fällig. Über Änderungsansätze zur Tarifreform diskutiert wird im April oder Mai im Stadtrat, wenn verlässlichere Zahlen vorliegen.

Wie berichtet hatten die Stadtwerke vor zwei Wochen erste Zahlen zu den Tarifen präsentiert, allerdings mit dem Hinweis, dass diese nur einen ersten Trend ergeben. Demnach gehen die Verkehrsbetriebe davon aus, in diesem Jahr vier Prozent mehr Fahrgäste als im vergangenen Jahr (62 Millionen) zu befördern. Während es Zuwächse bei den Abos gab (auch verursacht durch eine neue Förderung von Schülerabos), ging die Zahl der verkauften Einzelfahrscheine im Januar und Februar 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa acht Prozent zurück.

Grüne wollen Parken in der Innenstadt massiv verteuern

Nahverkehrsexperte König nennt zwei Alternativen

Ein Grund ist, dass ein Teil der Gelegenheitsfahrer aufgrund der Zusammenlegung der Zonen 10 und 20 das doppelte bezahlen muss. Die Zahl der verkauften Streifenkarten stieg um fünf Prozent, was zum einen am Wegfall der Wochenkarte liegen dürfte, zum anderen daran, dass Gelegenheitsfahrer, die früher mit der Preisstufe 1 hinkamen, jetzt obligatorisch zwei Streifen benötigen, sofern die neue Kurzstreckenregelung bei ihnen nicht greift.

Von der Tarifreform im Augsburger Verkehrsverbund profitieren nicht alle Kunden.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

"Wir befürchten, dass mit diesem Modell die Menschen es infrage stellen, den öffentlichen Nahverkehr gelegentlich zu nutzen", so der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Florian Freund. Die Sozialdemokraten betonen, dass sie die Tarifreform im Sommer bei der Abstimmung als einzige Partei aus dem Regierungsbündnis abgelehnt haben.

Mit dem neuen Tarifmodell sei es für Nicht-Abonnenten teils teurer, nicht nur die Stadtmitte, sondern auch Stadtteilzentren zu erreichen, sagte Herbert König, früher einmal SPD-Stadtrat in Augsburg und zuletzt Chef der Münchner Verkehrsbetriebe, jetzt bei einer Veranstaltung der Rathaus-SPD. Er schlägt als mögliches Szenario eine Rückkehr zum alten Zonen-Modell vor oder alternativ eine Änderung der Kurzstreckenregelung (keine Haltestellenzahl als Grenze, sondern geografische Grenzen).

Die Grünen fordern grundsätzlich eine Mobilitätswende

An der Stadtwerke-Prognose von vier Prozent mehr Fahrgästen (die es in den vergangenen Jahren auch ohne Tarifreform gab), zweifelt er. Gerade bei Abo-Neukunden, die bisher im Einzeltarif fuhren, sei nicht klar, wie häufig diese tatsächlich fahren. Beim neuen 9-Uhr-Abo für 30 Euro gestehen die Stadtwerke allerdings auch zu, dass es noch eine gewisse Unschärfe gibt.

Die Grünen fordern grundsätzlich eine Mobilitätswende. Auf einer Stadtversammlung mussten sich die Stadträte von der Basis Vorhalte machen lassen, dass sie der Reform zugestimmt hatten. Die Stadtwerke hätten ein paar "Nebelkerzen und Blendgranaten" gezündet, um zu verschleiern, dass sie mit gleichem Aufwand mehr Geld verdienen wollen, so Deniz Anan.

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Die Diskussion ist geschlossen.

24.03.2018

" Dann bleiben's halt daheim. " Zitat
Nein wir fahren woanders hin, dahin wo man gut mit dem Auto hinkommt und günstig parken kann. Seit Eröffnung der City Galerie hat die Innenstadt viel an traditionellen Geschäften verloren, eine gute schwäbisch bayrische Gaststätte vermisse ich auch.

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24.03.2018

" Dann bleiben's halt daheim. " Zitat
Nein wir fahren woanders hin, dahin wo man gut mit dem Auto hinkommt und günstig parken kann. Seit Eröffnung der City Galerie hat die Innenstadt viel an traditionellen Geschäften verloren, eine gute schwäbisch bayrische Gaststätte vermisse ich auch.

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23.03.2018

Parkplätze teurer und Mangelware, ÖPNV teurer gemacht, warum sollte ich noch mit dem Auto in die Stadt fahren und mir das antun??

die Grünen sollten mal überlegen, ob auf Dauer nicht dem Einzelhandel geschadet wird. Galeria Kaufhof, etc. sind eh schon weg, Einkaufen muss ich nicht in der Innenstadt.....

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23.03.2018

Dann bleiben's halt daheim. Wollen mal sehen, ob gute Beratung irgendwann auch mal über's Internet zu kriegen ist. Leute, die den Bewohnern dieser schönen Stadt nur dann Geld da lassen wollen, wenn sie ihnen die Nase voll stinken, die Ohren voll lärmen, ihre Stadt voll stellen und wenn's ganz »gut« läuft, sie noch dabei tot fahren, sind nicht das was jeder dieser Bewohner will. »Parkplätze« und »Mangelware« übrigens allenfalls zu Weihnachten. Und da ist die Stadt trotzdem bumms-voll. Zu geizig für's Parkhaus dagegen gerne mal ganzjährig, weil ja am besten alles zum Nulltarif bereitgelegt werden soll. Natürlich auf Kosten jener Bewohner, siehe oben.

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23.03.2018

Die Grünen haben gar nichts zu fordern!

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23.03.2018

Warum nicht?

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