Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Handwerkskammer lehnt ein neues Parkhaus am Zoo ab

Verkehr

06.11.2019

Handwerkskammer lehnt ein neues Parkhaus am Zoo ab

Im Bereich des Zoos, des Botanischen Gartens und der Handwerkskammer stehen insgesamt 860 Parkplätze zur Verfügung. An besucherstarken Tagen reicht der Platz allerdings nicht aus. Die Handwerkskammer, deren Gebäude hinten zu sehen ist, lehnt den Bau eines Parkhauses ab.
Foto: Silvio Wyszengrad

Plus Augsburg diskutiert über ein Parkhaus für Zoo-Besucher. Ulrich Wagner, Geschäftsführer der Handwerkskammer, stellt die Frage, ob eine Millioneninvestition zielführend ist.

Würde ein Parkhaus oder ein Parkdeck die teils chaotische Parksituation am Augsburger Zoo dauerhaft entlasten? Die Diskussion darüber läuft. Wer Zoo und Botanischen Garten ansteuert, kommt direkt am Gebäudekomplex der schwäbischen Handwerkskammer (Hwk) vorbei, die ebenfalls am Rand des Siebentischwalds sitzt. Auch die Hwk nutzt Parkplätze. Sie hat für Mitarbeiter und Seminarteilnehmer einen Teil der 860 zur Verfügung stehenden Plätze angemietet. Diese 220 Stellplätze sind nicht speziell ausgewiesen.

In der Diskussion über ein Parkhaus bezieht Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, auf Anfrage unserer Redaktion Position: „Nach unserer Erfahrung ist die Parksituation hier am Zoo an rund 20 Tagen im Jahr angespannt. Da stellt sich die Frage, ob die hohe Investition in ein Parkhaus oder Parkdeck lohnenswert ist.“ Es sei gut, dass die Stadt gegenwärtig ein Konzept für die Parkplatzsituation erarbeite, so Wagner: „Dessen Ergebnisse sind erst einmal abzuwarten“.

Kammer wünscht effizientes Verkehrsleitsystem

Auf ein Parkhaus setzt Wagner dabei nicht: „Wir plädieren für eine pragmatische Lösung, die dem Bedarf angemessen ist. Das könnte zum Beispiel ein effizientes Verkehrsleitsystem für Besucher sein, die mit dem Auto von auswärts anreisen und dann mit Shuttlebussen zum Zoo.“ Ebenso seien attraktive Nahverkehrsangebote für Augsburger Bürger eine Möglichkeit, die Situation in besucherstarken Zeiten zu entzerren.

Nach bislang vorliegenden Informationen würde der Bau eines Parkhauses mit 600 Plätzen wohl bis zu zehn Millionen Euro kosten. Die Meinungen, ob ein Parkhaus an dieser Stelle zielführend ist, sind jedoch geteilt. Die SPD-Stadtratsfraktion hat sich an die Spitze der Befürworter gestellt. Das Parkhaus würde die Verkehrssituation rund um den Zoo an besucherstarken Tagen entlasten, weil das bestehende Angebot von 860 Parkplätzen nicht ausreicht, sagt die SPD. Autofahrer, die Zoo und den danebenliegenden Botanischen Garten ansteuern, müssen andernorts parken, wenn die Zoo-Parkplätze belegt sind.

Dies führte in diesem Jahr zu massiven Protesten von Anwohnern in den angrenzenden Wohngebieten. Ausweichparkplätze, die abseits vom Zoo liegen, wurden unter anderem geschaffen. Zur jetzigen Jahreszeit ist das Parken am Zoo allerdings kein Problem.

Handwerkskammer kontert Kritik an Neubauten

In der aktuellen Diskussion über die an einzelnen Tagen chaotische Verkehrssituation rund um den Zoo wurde zuletzt auch geäußert, es sei nicht nachvollziehbar, warum die Handwerkskammer in diesem Naherholungsgebiet sitze und ihren Bereich sogar in den zurückliegenden Jahren massiv ausgebaut hat. Hauptgeschäftsführer Wagner sagt dazu: „Bereits seit 1952 befinden sich Ausbildungsstätten des Handwerks auf diesem Areal. Das Gelände ist seit Jahrzehnten im Besitz der Handwerkskammer und wir verfügen über rechtmäßige Genehmigungen für alle Bauten auf unserem Grund.“ Inzwischen habe man an diesem Standort mehr als 70 Millionen Euro investiert und auch damit die Stadt Augsburg als anerkannte Bildungsregion gestärkt. Dies bedeute einen riesigen Standortvorteil für die Region.

Wagner betont, dass es aus seiner Sicht um weit mehr als Parkplätze gehe: „Wir bilden hier den handwerklichen Nachwuchs sowie die handwerklichen Unternehmer der Zukunft aus“. Diese Fachkräfte blieben hier in Schwaben, sicherten wirtschaftliche Stabilität und sorgten für Prosperität: „Dieser Aspekt sollte in der öffentlichen Diskussion deutlich stärker gewürdigt werden“. Das Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer zählt zu den modernsten Einrichtungen seiner Art in Deutschland.

Der im Bau befindliche Gebäudekomplex sieht auch eine kleine Tiefgarage vor. Knapp 30 Stellplätze sind es. Diese werden nach Inbetriebnahme ausschließlich für den internen Gebrauch genutzt, also für Dienstwagen und Arbeitsgeräte der Kammer. Wagner sagt: „Eine öffentliche Nutzung rechtfertigt die geringe Anzahl an Stellplätzen nicht, sie ist aus Sicherheitsgründen nicht sinnvoll und war auch nie so geplant“. Das neue Gebäude wird wohl im Frühjahr 2020 bezogen werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren