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Umwelt

19.03.2016

Kampf für Flugplatzheide geht weiter

Die Flächen südlich des Landesamts für Umwelt in Haunstetten sind nach Angaben der Naturschützer ökologisch sehr wertvoll.
Bild: Marcus Merk

Naturschützer lassen nicht locker, um eine der wertvollsten Flächen in der Stadt zu sichern. Sie sehen vor allem das Land Bayern in der Pflicht

Augsburger Naturschützer wollen nichts unversucht lassen, um die alte Flugplatzheide in Haunstetten als eine der artenreichsten Flächen in der ganzen Stadt vor weiterer Bebauung zu retten. Inzwischen seien Gespräche mit der Stadtspitze, Parteien im Rathaus und dem Regierungspräsidenten geführt worden, sagt Günther Groß von der Naturschutzallianz. „Unser Eindruck ist bislang, dass sich jeder auf seine Positionen zurückzieht, anstatt gemeinsam nach einem neuen Konzept zu suchen“, bedauert er. Eberhard Pfeuffer vom Naturwissenschaftlichen Verein kündigt an, „wir werden nicht lockerlassen“.

Auf der alten Flugplatzheide will der Freistaat nahe dem Landesamt für Umwelt Wohnraum für 310 anerkannte Flüchtlinge im Rahmen eines Sonderbauprogramms schaffen. Die Wohnungen sollen auf einer der ökologisch wertvollsten Flächen in Augsburg mit über 80 geschützten Tier- und Pflanzenarten entstehen. Bauherr der Flüchtlingswohnungen ist die Regierung von Schwaben. Sie ist gleichzeitig für das Genehmigungsverfahren zuständig. Kürzlich hat der Stadtrat einem Kompromiss bei dem Bauvorhaben mehrheitlich zugestimmt. Danach sollen die Gebäude in Ost-West-Richtung statt in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet werden und damit weniger in die vorgesehenen Ausgleichsflächen für den Bau hineinragen. Außerdem sollen die Flächen, die übrig bleiben, ebenfalls als Ausgleichsflächen ausgewiesen werden.

Bei der Naturschutzallianz und dem Naturwissenschaftlichen Verein hält man diese Lösung für nicht ausreichend, um für den Schutz bedrohter Arten zu sorgen. Für einige werde der Lebensraum bei einer weiteren Bebauung zu klein. Befürchtet wird auch, dass durch die neue Wohnbebauung noch mehr Druck auf die wertvollen Naturflächen entsteht und später weitere Wohnprojekte auf dem Areal folgen werden. Ein alternativer Standort für die Flüchtlingswohnungen sei „unbedingt zu bevorzugen“.

Kampf für Flugplatzheide geht weiter

Pfeuffer weist darauf hin, dass der letzte Rest der alten Flugplatzheide naturschutzfachlich bayernweite Bedeutung hat. Das sei in Fachpublikationen nachzulesen. Auch für den Erhalt der Augsburger Artenvielfalt und als ökologische Verbindung hin zur Hochterrasse mit dem Innovationspark spiele das Gebiet eine wichtige Rolle. Die Naturschützer fordern deshalb, das gesamte Reststück als geschützten Landschaftsbestandteil auszuweisen. Eine andere Möglichkeit sei, das Areal als Ausgleichsfläche für Bauvorhaben an anderer Stelle für die Natur zu reservieren.

Bei der Regierung von Schwaben sehe man jedoch keine Alternative für das Grundstück, um die neuen Flüchtlingswohnungen zu schaffen, sagt Groß nach den jüngsten Gesprächen. Die Stadt mache geltend, dass sie kein Geld für den Ankauf des Areals und auch keine Tauschflächen habe.

Eberhard Pfeuffer sieht vor allem den Freistaat als Grundeigentümer in der Pflicht. Bayern sei einer der reichsten Staaten der Welt und müsse auch beim Naturschutz Farbe bekennen. Schließlich sei Natur auch für die Menschen in Augsburg wichtig.

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