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Augsburg

21.12.2020

Lebende Krippe mit Weihnachtsziegen in Kriegshaber zieht Familien an

In der lebenden Krippe in Kriegshaber füttert Elina Karl Ziegenbock Gogo. Im Hintergrund: Johanna Steigenberger mit ihren Kindern Tabea und Daniel.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Auf der Wiese bei St. Thomas in Kriegshaber leisten die Ziegenböcke Gogo und Robert der Heiligen Familie in einer lebenden Krippe Gesellschaft. Die Tiere dürfen sogar an der Leine Gassi gehen.

Schöne, besinnliche Adventsaktionen sind in der Stadt in diesem Jahr rar. In Kriegshaber erfreut die lebende Krippe auf dem Gelände der evangelischen Kirche St. Thomas "coronasicher" die Menschen - und führt zu manchen netten Begegnungen im Stadtteil.

Es sind nicht Ochs und Esel, die in dem kleinen Holzstall auf der Wiese hinter der Kirche Josef, Maria und dem Jesuskind Gesellschaft leisten, sondern Gogo und Robert. Während die Heilige Familie von lebensgroßen Schaufensterpuppen verkörpert wird, sind die beiden tierischen Darsteller zwei prächtige und ziemlich lebendige Ziegenböcke, die von den Kriegshaberern gehätschelt und gepflegt und sogar zum Gassigehen ausgeführt werden. Eine Absperrung zwischen dem "Wohnteil" von Maria und Josef und den Ziegen verhindert, dass die neugierigen und immer hungrigen Tiere versehentlich die Kleidung des Paares oder gar das Jesuskind anknabbern, verrät Rolf Schnell, der Initiator der Krippe und zweiter Vorsitzender der Arge Kriegshaber.

Die Weihnachtskrippe in Kriegshaber zieht Familien an

Die Krippe, die es heuer bereits zum dritten Mal gibt, ist ein Anziehungspunkt vor allem für Familien, die sich die Weihnachtsszene gerne anschauen und ein wenig Zeit mit den Ziegen verbringen, so Schnell. Die Idee dazu stammt noch aus seiner Kindheit im Bärenkeller, wo es eine ähnliche Installation schon vor 30 Jahren gab, wie er berichtet. "Mich haben die lebensechten Figuren und die lebendigen Tiere immer fasziniert - so etwas wollte ich für Kriegshaber auch haben", sagt der Arge-Vize. Die Bergziegen Gogo und Robert sind bereits die Drittbesetzung - vor ihnen gab es schon drei Schafe und zwei afrikanische Burenziegen.

Die Kleidung der Puppen wurden von den Kriegshaberern gespendet oder selbst angefertigt. Josef trägt einen blauen Umhang, ein helles Hemd, Hosen und keine Schuhe - Maria ein schlichtes blaues Kleid und ein Kopftuch. Die Futterkrippe, in der das Jesuskind ruht, steht etwas windschief im Raum und ist, wie der ganze Stall, mit Stroh ausgelegt. "Es gab Diskussionen, ob das Jesuskind jetzt oder erst am 24. Dezember in die Krippe soll - aber wir haben uns entschieden, dass es schon jetzt dort liegen darf", sagt Rolf Schnell. Als man es zu Beginn ohne Christkind versuchte, hätten die Kinder sofort danach gefragt - und es gab sogar die Befürchtung, dass es gestohlen worden sein könnte.

Die Ziegen im Augsburger Stadtteil sind bereits mehrfach ausgebüxt

Weil die beiden Ziegenböcke unternehmungslustig sind und bereits mehrfach auf eigene Faust zu Ausflügen ausgebüxt sind, geht jetzt Nachbarin Linda Keltsch jeden Tag mit ihnen Gassi. "Ich habe zwei Hundeleinen, wenn sie die tragen, folgen die Böcke prima", sagt die Frau, die sich auch sonst gerne um die Tiere kümmert.

Zum Ausmisten wagen sich zweimal die Woche Tabea (4) und ihr Bruder Daniel (8) mutig in den Stall. "Die Ziegen sind neugierig und man muss sie immer wieder wegstupsen, damit man arbeiten kann - aber das macht viel Spaß", erklärt Daniel. Weil der Mist in der großen Schubkarre für die beiden Helfer doch etwas schwer ist, muss Mama Johanna Steigenberger tatkräftig mithelfen. Die Geschwister lieben Tiere, weshalb die Familie auch am liebsten ihre Ferien auf dem Bauernhof verbringt, verrät die Mama. "Die Krippe ist eine schöne Gelegenheit, mit den Kindern rauszugehen - es gibt ja sonst nicht so viel, was man gerade unternehmen kann", sagt sie.

Auch das Jugendhaus r33 beteiligt sich

Auch das benachbarte Jugendhaus r33 des Stadtjugendrings ist bei der Krippe mit von der Partie. Jeden Abend schaut Katharina Pößel noch bei den Tieren vorbei, gibt frisches Wasser und schließt die Klappe, damit die Krippe und die Tiere nachts geschützt sind. "Ich finde das einen unheimlich besinnlichen Tagesabschluss", sagt die Pädagogin.

Bei der Arge Kriegshaber freut man sich, dass die lebende Krippe so gut ankommt und das Miteinander im Stadtteil fördert. Man sei dankbar für die gute Zusammenarbeit mit St. Thomas, sagt die Arge-Vorsitzende Birgit Ritter. In anderen Jahren ist die Krippe Bestandteil des Weihnachtsmarktes, der hier aufgebaut wird - in diesem Jahr gab es zur Eröffnung der Krippe am 28. November eine ökumenische Adventsfeier auf dem weitläufigen Gelände. Aktionen wie die lebende Krippe seien wichtig für die Menschen im Stadtteil, findet Ritter.

Innenstadtbesucher können sich an einer Krippe erfreuen, die sich in einem der Fenster des Verwaltungsgebäudes am Rathausplatz befindet.
Bild: Michael Hochgemuth

Die lebende Krippe kann noch bis zum 28. Dezember auf dem Gelände von St. Thomas an der Rockensteinstraße in Kriegshaber besucht werden. Auch im Verwaltungsgebäude am Rathausplatz gibt es eine Krippe zu bewundern.

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