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Augsburg

04.01.2019

Mit der Jakobervorstadt soll es aufwärts gehen

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Die Pilgerhausstraße heute: Eine reine Durchgangsstraße mit viel Verkehr und abgewandter Architektur. Die Augsburger FDP möchte, dass auch dieser Bereich der Jakobervorstadt aufgewertet wird.

Demnächst präsentiert die Stadt das Handlungskonzept. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ können Fördermittel fließen. Auch die FDP hat sich Gedanken gemacht, wie der Stadtteil attraktiver werden kann.

Fahrrad Bäuml, Nähmaschinen Wilhelm und zuletzt das Schuhgeschäft Bögle – die Liste der Einzelhändler, die der Jakobervorstadt den Rücken kehrten, ließe sich noch fortsetzen. Auch das Verschwinden der traditionellen Jakober Kirchweih mit Festzeltbetrieb sehen Anwohner wie Geschäftsleute als Indiz für den Abwärtstrend des Stadtteils. Dass auch die Augusta-Brauerei ihr Bier nicht mehr im Viertel, sondern in der Schlossbrauerei Unterbaar produziert, passt ins Bild. Immerhin: Die Familie Engelsmann als Grundstückseigentümer will auf dem Areal am Lauterlech Wohnraum schaffen. Rund 100 Wohnungen könnten dort ab 2020 entstehen, überwiegend zur Miete und nicht im Luxussegment.

Handlungskonzept ist fertiggestellt

Die Bebauung des ehemaligen Brauereigeländes ist ein wesentlicher Mosaikstein des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“, mit dem insbesondere die nördliche Ja-kobervorstadt aufgewertet werden soll. 2018 ist dieses in die Gänge gekommen. Zusammen mit den Bürgern, den lokalen Institutionen und Vereinen hat die Stadt ein sogenanntes Integriertes Handlungskonzept (IHK) für die Jakobervorstadt Nord erarbeitet. Neben einer Bestandsaufnahme und Analyse wurden die Ziele für die Entwicklung des Viertels und ein Katalog konkreter Projekte und Maßnahmen formuliert.

Nach Angaben des Baureferats ist das Konzept fertig und soll voraussichtlich im April 2019 den Stadträten vorgestellt werden. Zuvor liegt es von Mitte Januar bis Mitte Februar öffentlich aus. Während dieser Zeit können Bürger und Ämter Anregungen, Ergänzungsvorschläge und Ideen einbringen.

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Während der Auslegung ist eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant. Sie findet statt am Donnerstag, 24. Januar, um 19 Uhr im Pfarrsaal von St. Max, Franziskanergasse 4.

Das sind die Maßnahmen, bei denen die Beteiligten den größten Handlungsbedarf sehen:

Aufwertung und Verkehrsberuhigung der Straße Lauterlech, eine vielfältigere Nutzung und Neugestaltung der Grünflächen zwischen Paracelsusstraße und Gänsbühl, eine Promenade am Stadtgraben und die Öffnung der Bastion am Oblatterwall.

Das wichtigste und gleichzeitig auch komplizierteste Projekt ist aus Sicht der Bürger die Aufwertung der Jakoberstraße, insbesondere des Bereichs rund um die Jakobskirche.

Wenn der Stadtrat im Frühjahr das Handlungskonzept beschließt und durch die Ausweisung eines Sanierungsgebietes auch die formellen Voraussetzungen schafft, können für die Umsetzung der Projekte Zuschüsse der Städtebauförderung akquiriert werden.

Als erstes Projekt, das schneller umzusetzen ist als die Umgestaltung eines gesamten Straßenzugs, wird die Neugestaltung des Spielplatzes in der Straße „Am Bogen“ vorgeschlagen.

Passagen sind Angsträume

Gedanken über die Zukunft der Jakobervorstadt hat sich auch die FDP Augsburg gemacht. Nach den Worten von Lars Vollmar, Vorsitzender des Fachausschusses Stadtplanung und Verkehr, ist der Stadtteil aktuell mit einer Reihe von Problemen behaftet. Unter anderem listet er Brachflächen und Baulücken, die insbesondere in der Pilgerhausstraße erkennbare abgewandte Architektur sowie die als Angstraum empfundene dortige Passage auf. Darüber hinaus seien die Bürger in den Hauptstraßen der Jakobervorstadt einer überdurchschnittlichen Lärmbelastung durch den Verkehr ausgesetzt. Dies hätten Messungen an der Jakobskirche ergeben.

Das Lechviertel als Vorbild

Das Hauptproblem für die Un- attraktivität der Jakoberstraße und der Pilgerhausstraße besteht darin, dass sie als vierspurige Hauptverkehrsstraße mit zwei Straßenbahngleisen zu den hochfrequentierten Straßen der Augsburger Innenstadt zählen. Um hier die Situation zu verbessern, möchte die FDP die Altstadt vom Durchgangsverkehr befreien. Sie schlägt ein Schleifensystem vor, durch das die Altstadt zwar weiterhin für den motorisierten Individualverkehr zugänglich bleibt, ein bloßes Durchfahren aber durch bauliche Maßnahmen verhindert wird. Eine Vision wäre laut Vollmar auch, auf der Fläche der heutigen Pilgerhausstraße und anliegender Grundstücke das frühere Kurze Sächsengässchen zu rekonstruieren und Neubauten in der für die Altstadt typischen geschlossenen Bebauungsweise zu ermöglichen. Als Vorbild für die Gestaltung könnte die gelungene Sanierung des Lechviertels dienen.

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