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11.02.2015

Plötzlich sind sich alle einig – noch

Viel Publikum hatte der Kulturausschuss gestern Nachmittag. Die Türen des großen Sitzungssaals im Rathaus waren geöffnet, sodass die rund 250 Zuhörer die Diskussion vom Oberen Fletz aus verfolgen konnten.
Bild: Anne Wall

Augsburgs Stadtrat ist für intensive Debatten bekannt. Beim Theater blieben sie bislang aus: An der Sanierung rüttelt keiner. Die Finanzierung bleibt aber ein Problem

Die Marschrichtung ist vorgegeben – und sie wird von keiner Partei in Frage gestellt: Das Theater Augsburg soll so schnell wie möglich saniert werden. Zwei Stunden lang hat Theaterplaner Walter Achatz Stadträten und rund 250 Besuchern gestern erläutert, wie der Theaterstandort am Kennedyplatz künftig aussehen könnte. Obwohl die Stadträte diskutierfreudig sind und die Interessen von Regierung und Opposition oft weiter auseinander liegen, gab es keinerlei Diskussionen: Niemand stellt die Notwendigkeit des Theaters in Abrede.

Die gemeinsame Sitzung von Kultur- und Bauausschuss leitete Oberbürgermeister Kurt Gribl. An seiner Seite Intendantin Juliane Votteler sowie drei Referenten: Eva Weber (Finanzen), Gerd Merkle (Bau) und Thomas Weitzel (Kultur). Schon die Besetzung macht deutlich, wie wichtig die Entscheidung für Augsburg ist: Mit einem Ja zum Theater bindet die Stadt auf Jahre finanzielle Ressourcen, sie wird wohl auch um neue Schulden nicht herumkommen. Beginnt die Sanierung tatsächlich 2016, wird es mindestens bis 2022 dauern, bis das Theater wieder an den Kennedyplatz zurück kann. Ob in diesen sechs Jahren andere kulturelle Großprojekte finanzierbar sind (debattiert wird ja auch ein Neubau fürs Römische Museum), kann im Moment noch niemand sagen.

Augsburg stehe vor einer „komplexen und schwierigen Situation“, die Verwaltung setze deshalb, so Gribl, von Anfang an auf Transparenz. Diese Vorgehensweise wurde nach der Ausschusssitzung allgemein gelobt. Selbst Rolf von Hohenhau, der als CSU-Stadtrat und Präsident des Steuerzahler-Bundes ein Auge auf unnötige Ausgaben hat, stimmte in dieses Lob mit ein.

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Das Geld allerdings ist in diesem Fall das größte Problem: Die Stadt hat es schlicht und einfach nicht. Wie man die bis zu 235 Millionen Euro teure Sanierung stemmen will, war gestern dennoch kein Thema in der Sitzung. Gribl ließ zwar Fragen zu, die sich direkt auf die Planung bezogen. Mögliche Lösungen, sowohl baulich als auch finanziell, wolle er aber vorerst nur im kleinen Kreis diskutieren. So werden sich nun die Fraktionen mit den Plänen beschäftigen. Ende März wird dann im Stadtrat diskutiert.

Denkverbote, so Gribl, dürfe es dann nicht geben. Vom Abriss des denkmalgeschützten Hauses über eine Verstaatlichung des Theaters bis hin zu einer Sanierung, wie sie gestern vorgestellt wurde, müsse alles diskutiert werden. Es zeichnet sich aber ab, dass die aktuelle Version die praktikabelste ist: Das Büro Achatz hat über ein Jahr lange alle möglichen Varianten durchgespielt.

Selbst wenn der Stadtrat im März den Startschuss gibt: Die Sanierung wird erst beginnen, wenn die Finanzierung steht. Dies hat Oberbürgermeister Kurt Gribl zuletzt immer wieder betont. Dem Vernehmen nach hat es bereits Gespräche mit dem Freistaat gegeben, inwieweit er sich noch stärker für Augsburg engagieren könnte.

Auch die Nachbarlandkreise sowie Bürger und Unternehmen könnten in die Sanierung eingebunden werden. Gedacht ist an Spendenaktionen, wie es sie zum Beispiel auch bei der Sanierung des Schaezlerpalais, des Maxmuseums und des Mozarthauses gab.

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