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Augsburg

31.03.2017

Rathausplatz soll wieder "gute Stube" werden

Viele Augsburger zieht es bei Sonnenschein an den Rathausplatz – die Jüngern setzen sich gerne auf den Boden, die älteren Besucher bevorzugen eher einen Sitzplatz in einem Lokal.
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Viele Augsburger zieht es bei Sonnenschein an den Rathausplatz – die Jüngern setzen sich gerne auf den Boden, die älteren Besucher bevorzugen eher einen Sitzplatz in einem Lokal.
Bild: Silvio Wyszengrad

Wer abends mit Bierkasten und lauter Musik anrückt, könnte des Platzes verwiesen werden. Die Stadt will, dass sich dort künftig alle wohlfühlen und setzt auf verschiedene Aktionen.

Was tun gegen die Krawallmacher am Augsburger Rathausplatz, die mit ihrem Verhalten viele Passanten verärgern? Die Stadt hat am Donnerstag erste konkrete Schritte bekannt gegeben, wie die Situation verbessert werden kann. Ganz schnell sieht die Lösung für die anfallenden Müllmengen aus. Es werden kurzfristig drei große zusätzliche Müllbehälter installiert. Sie unterscheiden sich von den bisherigen Mülleimern auch dadurch, dass sie eingeworfenen Müll zerhacken und dadurch mehr Kapazität vorhanden ist. Zugleich werden die Mitarbeiter des städtischen Abfallbetriebs den Rathausplatz weiterhin in regelmäßigen Abständen ansteuern, so wie es jetzt bereits tun. Die Müllthematik könnte somit bald geregelt sein.

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Müll und Bierkisten sollen verschwinden

Schwieriger gestaltet sich der Umgang mit dem extremen Alkoholgenuss einzelner Personen, die sich auf dem Platz aufhalten. Mitgebrachte Bierkisten sollen jedenfalls der Vergangenheit angehören. Das ist zumindest der Wunsch der Stadtspitze. Der städtische Pressesprecher Richard Goerlich, der auch eine große Kampagne in den sozialen Medien gestartet hat, hofft zunächst, dass es über Belehrungen funktioniert. Dass Gruppen mit Bierkisten quasi aufgefordert werden, dies künftig zu unterlassen. Wenn überhaupt keine Einsicht erfolge, könnte es dann aber auch als Ordnungswidrigkeit ausgelegt werden. Ein Bußgeld könnte auferlegt werden.

Stadt Augsburg setzt zunächst auf Charme

Oberbürgermeister Kurt Gribl, der sich zum Handeln veranlasst sah, betonte am Donnerstag, dass die Stadt nicht zu aller erst auf Strafen setze. Sie seien aber immer dann angebracht, wenn Vandalismus zu beklagen ist oder extrem auffälliges Verhalten. Vorerst versucht es die Stadt mit einer eher „charmanten Vorgehensweise“, wie es Gribl nennt. Dabei setze man gerade auf Personen, die sich gerne am Rathausplatz aufhalten und dies auch ohne Ärger tun. „Ich wünsche mir, dass gerade diese Leute unseren Rathausplatz auch weiterhin besuchen.“

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Um das Verständnis für einen unterm Strich schönen Rathausplatz zu schärfen, ist zudem geplant, dass am Zugang zum Rathaus kleine Aufkleber auf den Boden geklebt werden. Noch steht laut Goerlich nicht fest, wie diese Sprüche heißen. Sie erinnern an eine frühere Aktion „Lebe mich. Dein Augsburg“.

Chillen auf dem Rathausplatz ja, Ausnüchtern nein

Bei der Kampagne, die jetzt gestartet ist, gibt es mehrere Motive vom Rathausplatz, die mit hintergründigen Sprüchen versehen sind. Ein Beispiel: „Chillen gerne auf mir. Ausnüchtern – bitte auf einer eigenen Couch. Dein Rathausplatz Sommerwohnzimmer.“

Mit diesem und anderen Plakaten wirbt die Stadt für einen Rathausplatz, auf dem sich jeder gerne aufhalten will.
Bild: Stadt Augsburg

Auf der politischen Schiene sieht Rathauschef Gribl eine Herausforderung, die nicht allein wegen der Situation am Rathausplatz nach einer Antwort, die sich über mehrere Referate erstreckt. Das Ordnungsreferat schickt die städtischen Ordnungskräfte auf die Straße, das Sozialreferat kümmere sich die Sozialarbeit und das Umweltreferat, zu dem auch der Bereich Integration gehört, müsse sich um junge Migranten bemühen. Dies hat nicht unmittelbar mit dem Rathausplatz zu tun, doch jüngste Vorfälle am Königsfeld und im Osterfeldpark in Kriegshaber lassen die Stadtspitze Alarm schlagen. „Wir wollen dazu ein Handlungskonzept entwickeln“, gibt Gribl die Richtung vor.

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Die Diskussion ist geschlossen.

01.04.2017

Rücksicht ist keine Einbahnstrasse, sie muss gewährt werden im Gegenzug darf sie gefordert sein.
Die Säufer und Krawaller haben die Chance vertan, ihnen gehört die rote Karte gezeigt! Zunächst freundlich, sofern erfolglos dann eben explizit kompromislos!

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