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Augsburg

07.03.2019

SPD kritisiert das aktuelle Seniorenabo

Peter Biet

Ortsverein Herrenbach-Spickel will Rentnern eine Nutzung ab 8 Uhr ermöglichen. Kein „Flashmob für Rentner“.

Scharfe Kritik am bestehenden Senioren-Abo übte der SPD-Ortsverein (OV) Herrenbach-Spickel bei seiner Jahreshauptversammlung im Kulturkeller. Umso harmonischer verlief jedoch die Wahl für die Stadtratskandidaten der Kommunalwahl im nächsten Jahr. Gleich zwei Kandidaten werden aus dem Ortsverein auf der Liste stehen.

Für Senioren gibt es in Augsburg ein vergünstigtes Ticket, das jedoch im öffentlichen Personennahverkehr erst ab 9 Uhr genutzt werden darf. Diese Regelung kritisierte Henry Ostberg scharf. „Schüler sind in der Regel ab 8 Uhr in der Schule, und in der einen Stunde bis 9 Uhr sind die Straßenbahnen und Busse nicht voll ausgelastet.“ Diesen Zeitraum aber könnten vor allem die Senioren bestens nutzen, um beispielsweise Arzt- oder Behördentermine wahrzunehmen. „Stattdessen sind die Arztpraxen und Ämter leer und dafür dann ab 9 Uhr die Wartezimmer brechend voll“, sagte Ostberg. Und: „Patienten, die einen Termin um 9 Uhr bekommen, können diesen nicht wahrnehmen, da sie ja nicht vorher mit der Straßenbahn fahren dürfen.“ Oder aber, Senioren steigen einfach um kurz vor 9 Uhr in die Tram, riskieren dann aber eine Strafe wegen Schwarzfahrens.

Aufruf zu Rentner-Flashmob wäre schön, aber illegal

Henry Ostberg wünscht sich hier mehr Flexibilität und würde am liebsten mit einer spektakulären Aktion auf diesen Missstand hinweisen. „Ein Rentner-Flashmob, bei dem alle Senioren gleichzeitig ab 8 Uhr mit Bus und Bahn fahren, würde sicherlich Erfolg haben“, meint Ostberg. Leider sei ein solcher Aufruf nicht durchführbar, da dies eine Anstiftung zum Schwarzfahren und somit zu einer kriminellen Aktion wäre. Ostberg und der OV wollen sich jedoch andere Aktionen überlegen, um die bestehende 9-Uhr-Regelung anzugreifen.

SPD kritisiert das aktuelle Seniorenabo

Einig waren sich die Genossen bei der Aufstellung der Listenkandidaten für die kommende Kommunalwahl. Vorsitzender Peter Biet wird antreten und auch Walter Götz aus dem Spickel. Den Ortsverein beschäftigen vor allem die Fragen, wie das Ledvance-Gelände nach der Insolvenz künftig genutzt werden könne, und die Zukunft des Schwabencenters. Sinnvoll sei etwa bei dem ehemaligen Osram-Areal eine Wohnbebauung. Der frühere Schulreferent Sieghart Schramm allerdings gab zu bedenken, dass die Umwandlung eines Gewerbegebiets noch Jahre dauern könnte.

Kritik an Informationspolitik der Stadt

Ein weiterer Schwerpunkt wird das Thema Umwelt sein. Die Baumfällungen entlang dem Herrenbach hätten gezeigt, wie dies die Menschen bewegt. Biet erinnerte daran, dass es unter anderem dem Engagement des Ortsvereins sowie der neu gegründeten Baumallianz zu verdanken sei, dass nicht alle knapp 100 vorgesehenen Bäume gefällt worden sind. Biet kritisierte in diesem Zusammenhang erneut die schlechte Informationspolitik der Stadt.

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