Newsticker
Pfizer-Chef: Wahrscheinlich dritte und jährliche Impfdosis notwendig
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Schließung abgewendet: Die Sanierung des Kirchendachs in Kriegshaber beginnt

Augsburg

30.11.2019

Schließung abgewendet: Die Sanierung des Kirchendachs in Kriegshaber beginnt

Pfarrer Gerhard Groll und Ingenieur Anton Schiele (rechts) erläutern im Dachstuhl der Kirche Heiligste Dreifaltigkeit die bevorstehende Sanierung.
Foto: Annette Zoepf

Die Diözese hat das Vorhaben in der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit in Kriegshaber genehmigt – und damit die drohende Schließung der Kirche abgewendet.

Die jüngste Pfarrversammlung der Gemeinde Heiligste Dreifaltigkeit entbehrte nicht einer gewissen Dramatik. Ingenieur Anton Schiele machte den Besuchern klar, dass die katholische Kirche aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müsse, wenn nicht noch in diesem Jahr mit der Dachsanierung begonnen wird. Die Tür muss nicht dauerhaft zugesperrt werden: Wenige Tage nach der Versammlung signalisierte die Diözese einen baldigen Baubeginn.

Holz des Dachstuhls ist noch nicht verfault

Für die Kirchenstiftung in Kriegshaber kommt die Sanierung nicht überraschend. Die Bauwerks-prüfung durch das Büro Schiele + Schiele, die den Handlungsbedarf ergab, liegt bereits drei Jahre zurück. Damals hatte sich herausgestellt, dass der Dachstuhl ertüchtigt („ausgesteift“) werden muss, damit seine Standsicherheit weiterhin gewährleistet ist.

Auf den ersten und für den Laien auch auf den zweiten Blick scheint die Balkenkonstruktion unterm Dach in Ordnung zu sein. Schiele bestätigt dies. Das Holz sei (noch) nicht verfault. Doch der Schein trügt. „Wir haben bei der Prüfung festgestellt, dass die Quer- und Längsbalken nicht ausreichend standsicher ist.“ Mittels einer Stahlkonstruktion soll dieser Zustand nun wieder hergestellt werden.

Kosten für Dachsanierung in Kriegshaber haben sich fast verdoppelt

Die dringendsten Arbeiten wurden bereits kurz nach der Prüfung erledigt. „Dabei wurde die Zugsi-cherung hergestellt, damit der Dachstuhl nicht nach außen ausweichen kann“, erläutert Schiele. Nach dem O.K. der Diözese kann nun der zweite Bauabschnitt angegangen werden. Aktuell läuft die Ausschreibung, das beauftragte Ingenieurbüro hat die voraussichtlichen Kosten ermittelt. Laut Pfarrer Gerhard Groll liegen sie bei rund 150.000 Euro – das ist fast doppelt so viel wie der ersten Schätzung vor einigen Jahren.

Die Folge: Auch wenn die Diözese den Löwenanteil übernimmt, hat sich der Eigenanteil der Gemeinde – rund 25 Prozent – durch die Kostensteigerung entsprechend erhöht. Die Fantasie des Arbeitskreises Kirche dürfte weiterhin gefordert sein. Die Erlöse aus Aktionen wie Sponsorenlauf oder Benefizkonzert sollen in den Eigenanteil fließen. „Es wird auch noch ein Darlehen erforderlich sein“, sagt Groll. Der Pfarrer ist dennoch froh, dass die Sanierung in diesem Jahr beginnen soll, die Arbeiten von der Witterung unabhängig sind – und die Kirche dafür nicht geschlossen werden muss.

Vor mehr als 150 Jahren wurde die Kirche Heiligste Dreifaltigkeit in Kriegshaber erbaut.
Foto: Annette Zoepf

Pfarrhaus der Dreifaltigkeit steht fast leer

Groll weiß aber auch, dass nach der statischen Sanierung des Dachstuhls weitere Arbeiten in der 1866 erbauten Kirche anstehen. So sind Risse an den Wänden der Seitenschiffe vorhanden und Höhenunterschiede am Boden bei den Solnhofer Platten durch die Absenkung der Fundamente. Und auch der Schädlingsbefall im Treppenhaus erfordert Maßnahmen. Wann dieser Bauabschnitt angegangen wird, steht noch nicht fest. Für die dringend gebotene Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Pfarrhauses gibt es ebenfalls noch keinen Zeitplan. Seit dem Auszug von Pfarrer Thomas Groll – der Bruder des Stadtpfarrers ist jetzt in Hirblingen tätig – steht das denkmalgeschützte Gebäude bis auf ein für die Seniorenfachberatung genutztes Büro leer.

Überlegungen, wie das Pfarrhaus künftig genutzt werden kann, liegen auf Eis. Mit guten Grund: Denn Gerhard Groll und die Mitarbeiter des Pfarrbüros müssen übergangsweise ins Dreifaltigkeit-Pfarrhaus umziehen, damit im Pfarrhaus von St. Thaddäus die ebenfalls erforderliche Sanierung vonstattengehen kann. Unter anderem soll das 80 Jahre alte Gebäude eine neue Heizung bekommen. Wohlgemerkt soll: Denn damit in St. Thaddäus die Arbeiten beginnen können, bedarf es noch der Einwilligung der Nachfahren des Kirchenerbauers Thomas Wechs. Die lässt seit Langem auf sich warten. „Dabei hat der Denkmalschutz zugestimmt und die Finanzierung ist gesichert“, sagt Groll.

Lesen Sie dazu auch: Leere Kirchen, hohe Kosten: Welche Lösungen gibt es in Augsburg?

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren