1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Schnellerer Klinikausbau wird teurer für Stadt und Landkreise

Klinikum Augsburg

24.05.2015

Schnellerer Klinikausbau wird teurer für Stadt und Landkreise

Rund 38 Millionen Euro flossen im vergangenen Jahr in den medizinischen Fortschritt am Klinikum Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Stadt und Landkreise müssen als Träger des Klinikums zusätzliche Kosten übernehmen. Landrat Martin Sailer sieht finanzielle Herausforderungen, OB Kurt Gribl hat Sorge vor weiteren Mehrausgaben.

Es geht schneller, aber es wird teuer: So lässt sich der beschleunigte Bauzeitenplan am Klinikum Augsburg zusammenfassen. Mit diesem Schritt will man Engpässe bei den Intensivbetten schneller in den Griff bekommen. Auch die überlastete Notaufnahme mit zuletzt 80.000 Patienten pro Jahr bekommt mehr Kapazitäten. Stadt und Landkreis Augsburg als Träger des Großkrankenhauses müssen nun aber mehr Kosten übernehmen.

Was wann gebaut wird, erläuterte Klinikums-Vorstandsvorsitzender Alexander Schmidtke in der Sitzung des Krankenhauszweckverbandes.

Notaufnahme Die Erweiterung der Notaufnahme wird zusammen mit Ausweichflächen für die laufende Generalsanierung des Klinikums in einem Baukörper realisiert. Er soll 2016 errichtet werden. Der Ausbau des Notaufnahmebereichs wird bis Ende 2017 dauern. Dann stehen der Notaufnahme statt 20 Betten 40 Betten zur Verfügung. Um die Notaufnahme vom wachsenden Patientenansturm zu entlasten, wird nebenan mit einem separaten Eingang eine Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) als angegliederte Einrichtung gebaut. Das Ausweichgebäude mit erweiterter Notaufnahme kostet knapp 35 Millionen Euro.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Intensivzentrum Das Intensivzentrum im neuen Anbau West wird rund zwei Jahre früher als geplant fertiggestellt, indem zwei Bauabschnitte zusammengezogen werden. Ein Anbau für 100 Intensivbetten sowie weitere medizinische Einrichtungen und eine Gebäudeaufstockung gleich nebenan im Bestand für weitere 36 Intensivbetten werden in einem Zug bis Ende 2018 realisiert. Dann stehen 136 Intensiv- und IMC-Betten zur Verfügung statt 100. Der Anbau West kostet 100 Millionen Euro, der größte Teil wird über Fördermittel finanziert.

Stadt und Landkreis müssen etwa 5,5 Millionen Euro mehr zahlen

Mit dem neuen Zeitplan wird das Bauen bei laufendem Betrieb komplizierter. Die Intensivmedizin soll Anfang 2017 aus dem bestehenden Gebäude ausziehen und vorübergehend ins Ausweichgebäude wechseln (wo auch die erweiterte Notaufnahme ist). Bis Anfang 2019 soll sie dann dauerhaft im Anbau West unterkommen. Danach soll das Ausweichgebäude normale Betten im Klinikum aufnehmen. Denn ab 2019 wird das Bettenhaus saniert. Diese Maßnahme dauert sechs bis sieben Jahre.

Der jetzt beschlossene Anbau an der häufig überfüllten Notaufnahme (gelb) soll die Lage entspannen. Vorgezogen wurde der Bau des Gebäudes West (grau), wo bis Ende 2018 das neue Intensivzentrum einziehen wird.
Bild: Klinikum Augsburg

Durch das beschleunigte Bauprogramm steigen auch die Kosten. Die Träger des Klinikums, Stadt und Landkreis Augsburg, müssen rund 5,5 Millionen Euro mehr zahlen als vorgesehen. Denn ein Teil der Kosten für die Ausweichflächen und die Erweiterung der Notaufnahme ist nicht förderfähig oder kann auf die Schnelle nicht förderfähig gemacht werden. „Dafür wäre ein Gutachten nötig“, sagt Schmidtke, das Klinikum müsste noch einmal verhandeln.

"Wir werden die Finanzierung sicherstellen"

Das würde aber den beschleunigten Zeitplan sprengen. Weil die Gesamtmaßnahme teurer wird und schneller kommt, steigt auch der Schuldendienst für die Träger bis 2018. Er soll bei zusätzlich 2,1 Millionen liegen, rechnen Experten vor. Der Augsburger Landrat und Zweckverbandsvorsitzende Martin Sailer sieht Stadt und Kreis vor finanziellen Herausforderungen. OB Kurt Gribl hofft mit Blick auf städtische Großprojekte, dass es im Zuge der Baumaßnahme nicht noch zu weiteren finanziellen Mehrbelastungen kommen wird.

Schmidtke sicherte zu: „Wir werden die Finanzierung sicherstellen.“ Das Klinikum muss auch deshalb für die Zukunft fit gemacht werden, damit es der Freistaat 2018 übernimmt. Dann soll das Großkrankenhaus, das zwei Millionen Menschen in der Region versorgt, Uniklinik werden.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren