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Kultur

26.05.2015

Steht die Finanzierung der Theater-Sanierung?

Die Sanierungskosten des Augsburger Theaters sollen auf 185 Millionen Euro reduziert werden.

Für die Stadt Augsburg  zeichnet sich mit Hilfe des Freistaats offenbar eine Lösung ab. Aber die Kosten müssten um zig Millionen gesenkt werden.

Auf 235 Millionen Euro belaufen sich laut Schätzung der Architekten die Kosten für Sanierung und Modernisierung des Augsburger Theaters. Im Rathaus gibt es eine politische Mehrheit für das Projekt, das allerdings einen großen Haken hat: Es ist für die Stadt nicht finanzierbar. Bisher nicht. Nach Informationen unserer Zeitung ist eine Lösung in Sicht. Offenbar will der Freistaat die Stadt mit Mitteln des Finanzausgleichs im Bildungs- und Kulturbereich, etwa bei den Schulsanierungen, über Jahre hinweg höchstmöglich entlasten.

Im Gegenzug könnte die Stadt die gewonnene Finanzkraft in die dringende Sanierung des Theaters am Kennedy-Platz investieren. Dem Vernehmen nach hat das Finanzierungsmodell den Segen von Bayerns Finanzminister Markus Söder ( CSU). Allein kann die Stadt die Kosten für die Sanierung des Theaters unmöglich stemmen. Bei Verhandlungen mit dem Freistaat tat sie sich in den zurückliegenden Monaten allerdings schwer, Geld für das Megaprojekt lockerzumachen. Doch jetzt kommt politisch offenbar Bewegung in die Sache. Die Staatsregierung sieht zwar keine Möglichkeit, der drittgrößten bayerischen Stadt beim Theater mit einer Sonderfinanzierung zu helfen, weil dies ein Präzedenzfall wäre, auf den sich 30 andere Theaterstätten in Bayern berufen könnten. Sie will nach Informationen unserer Zeitung die Stadt aber an anderer Stelle so stark entlasten, dass diese mit einer tragfähigen Lösung die Zukunft ihres Theaters sichern kann. Voraussetzung sei aber, die bisher veranschlagten Sanierungskosten von 235 Millionen auf 185 Millionen zu reduzieren, heißt es.

Wie und wo die 50 Millionen eingespart werden sollen, ist derzeit wohl noch nicht geklärt. Doch der jetzt gefundene Weg wird im Rathaus dem Vernehmen nach als Durchbruch für die Sanierung des Theaters gesehen. Eine offizielle Bestätigung gibt es von dort nicht. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) spricht von „Spekulation“. Die Stadt sei in „guten Gesprächen“ mit dem Freistaat, sagte er auf Anfrage. Er hoffe, „bald ein belastbares Ergebnis“ vorlegen zu können. Mehr könne er jetzt nicht sagen.

Das Theater Augsburg ist sanierungsbedürftig. Aus Sicherheitsgründen muss der Spielbetrieb im Großen Haus Anfang 2017 eingestellt werden. Während der mehrjährigen Bauarbeiten wird das Ensemble des Dreisparten-Hauses auf Ersatzspielstätten ausweichen. Ob das Stadttheater nach dem Umbau als Staatstheater eröffnen wird? Davon ist nicht auszugehen. Die Übernahme der Trägerschaft durch den Freistaat gilt als ausgeschlossen. Dieser befreite die Stadt von Millionenkosten, als er die Stadt- und Staatsbibliothek übernahm und modernisierte. Auch das bislang rein kommunal betriebene Klinikum Augsburg soll im Zuge der Umwandlung zur Uniklinik verstaatlicht werden.

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