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Augsburg

23.04.2013

Süßmair vergeht das Lachen – er verlässt den Bundestag

Das war vor vier Jahren der Moment des Glücks, als Alexander Süßmair am Wahlabend im Augsburger Rathaus erfuhr, dass er Bundestagsabgeordneter für die Linkspartei wird. Sein politischer Weg führte ihn nach Berlin. Jetzt ist ihm das Lachen vergangen. Der 36-Jährige verlässt den Bundestag im Herbst – zwangsläufig. Seine jetzige Kandidatur ist chancenlos.
Bild: Silvio Wyszengrad

Abgeordneter, 36, ist chancenlos, weil er auf bayerischer Ebene nicht den nötigen Rückhalt hat. Er verzichtet auf Listenplatz und bleibt lediglich Direktkandidat

Der Augsburger Bundestagsabgeordnete Alexander Süßmair (Die Linke) wird dem neuen Bundestag nicht mehr angehören. Der 36-Jährige, der 2009 erstmals ins Parlament einzog, wirft aus freien Stücken den Brocken hin. Er steht erst gar nicht mehr auf der bayerischen Liste der Linkspartei. Damit ist das Aus für Berlin besiegelt.

Süßmair tritt am 22. September lediglich als Direktkandidat im Wahlkreis Augsburg an. Auf der bayerischen Liste taucht sein Name nicht auf. Bei der Nominierung fehlte ihm der Rückhalt in den eigenen Reihen. Bei einer Kampfkandidatur um Platz 4, der unter Umständen zum Wiedereinzug reichen könnte, verlor Süßmair deutlich. Darauf hin zog der gelernte Chemielaborant seine Bewerbung für einen Listenplatz komplett zurück. Dies alles passierte am Sonntag beim Landesparteitag in Nürnberg.

„Es hat eben nicht gereicht“, sagte ein sichtlich gefasst wirkender Bundestagsabgeordneter am Tag danach gegenüber unserer Zeitung. Harald Weinberg, Obmann für Gesundheit im Bundestag, steht auf Listenplatz 4. Er setzte sich mit 64,9 Prozent gegen Süßmair durch. Die Niederlage sei nicht gänzlich überraschend gekommen, sagt Süßmair, der seit 2008 zudem dem Augsburger Stadtrat angehört. In der bayerischen Linkspartei gehört Süßmair nicht zu den politischen Freunden des früheren Bundesvorsitzenden Klaus Ernst. Er nimmt den Spitzenplatz auf der bayerischen Liste ein. Der Wahlerfolg der Linkspartei hängt davon ab, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde überspringt. Bei der Wahl 2009 gewann die Partei in Bayern sechs Sitze. Süßmair stand auf Listenplatz sechs. „Damals war mein Einzug in den Bundestag sicherlich eine Überraschung“, sagt er im Rückblick. Von den sechs amtierenden Abgeordneten waren fünf bereit zum Weitermachen – darunter zunächst auch Süßmair.

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Politische Beobachter gehen nach jüngsten Umfragen davon aus, dass ein Listenplatz 6 nicht zum Einzug reichten dürfte. Bei der Wahl 2009 erzielte die Linkspartei bundesweit 11,7 Prozent, in Bayern kam sie auf 6,5 Prozent. Der Abschied von der großen politischen Bühne bedeutet für den 36-Jährigen die Rückkehr in seinen früheren Beruf. Bei einem Pharmaanalytik-Institut in Gräfelfing wird er demnächst wieder tätig sein: „Gespräche mit dem früheren Arbeitgeber laufen.“

Jetzt geht er wohl als OB-Kandidat ins Rennen

Politisch wird sich Süßmair auf die Kommunalpolitik konzentrieren, wenn er Berlin verlässt. Süßmair gilt als potenzieller OB-Kandidat. Er bestätigt sein Interesse: „Entscheiden müssen die Mitglieder.“ Ein endgültiges Aus seiner bundespolitischen Ambitionen will Süßmair keineswegs verkünden: „Ich bin noch jung. 2017 kann es einen neuen Anlauf geben.“ Die zurückliegenden vier Jahre in Berlin bezeichnet Süßmair als „wertvolle Erfahrung“.

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