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Weltreise mit dem Rad

03.03.2010

Von Augsburg in 730 Tagen um die Welt

Joachim Käßmodel reist mit dem Rad um die Welt.
Bild: Silvio Wyszengrad

In 730 Tagen um die Welt: Joachim Käßmodel hat sich eine Auszeit genommen, um mit dem Rad um die Welt zu radeln. Startpunkt der Tour war in Augsburg. Von Miriam Zißler

Die Sonne blinzelt ihm ins Gesicht. Während in Inningen die ersten Krokusse aus der Erde spitzeln, regnet es in Lissabon. Am Mittwoch ist Joachim Käßmodel in die westlichste europäische Hauptstadt geflogen. Es ist seine erste Station auf dem Weg nach Vietnam. Dabei handelt es sich aber nicht um einen gewöhnlichen Urlaubsflug, sondern den Start in ein großes Abenteuer.

Der 35-Jährige hat sich eine zweijährige Auszeit genommen, Zeit genug, um durch die Welt zu reisen, fremde Länder, Menschen und Kulturen kennenzulernen. Und das mit dem Fahrrad. "Ich war schon oft mit dem Rad unterwegs. Aber diese Reise wird für mich etwas vollkommen Neues", betont er. Ob von Rom nach München oder kreuz und quer durch Südamerika oder Südafrika, Käßmodel hat sich viele Länder erradelt. 2004 beendete er sein Studium der Betriebswirtschaft, das er in Bordeaux, Münster und Barcelona absolvierte, was folgte war - eine umfangreiche Radreise. "In diesem Jahr wurde die Europäische Union um zehn Staaten erweitert. Weil wir ein internationaler Studiengang waren, haben wir beschlossen, durch die neuen Länder zu radeln und die Studenten willkommen zu heißen", sagt er. 50 Studenten, aber auch Professoren schlossen sich der "Cycling for Euro" an.

Diesmal wird alles anders, diesmal wird er alleine in die Pedale treten. Ein Kontrastprogramm. Noch vor wenigen Wochen war als Vertriebsleiter einer weltweit tätigen Unternehmensberatung beschäftigt, lebte in Barcelona und ließ sich von seiner Firma auf Geschäftsreisen schon einmal in ein Fünf-Sterne-Hotel einquartieren. Für die kommenden zwei Jahre hat er sich in sein 42 Kilogramm schweres Gepäck einen Schlafsack mitgenommen. Er kann aber auch mit der Gastfreundlichkeit der Menschen rechnen. "Es ist unglaublich, wie aufgeschlossen Fremde auf Reisende reagieren, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, und das quer durch alle Gesellschaftsschichten", sagt er.

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Für ihn sei jetzt genau die richtige Zeit, noch einmal auszusteigen, zwei Jahre was anderes zu machen, während die Wirtschaftskrise Unternehmen beutelt und ein Vorankommen ohnehin alles andere als einfach wäre. Käßmodel: "Wenn ich zurückkomme, werden qualifizierte Arbeiter wieder gesucht, da bin ich mir sicher." Und ohnehin will er sich nach seiner Rückkehr selbstständig machen, in dem Bereich Fairtrade, also fairer Handel, denn sein Augenmerk richtet sich mehr und mehr auf die soziale Komponente des Lebens. Sagt er. Seine Fernreise inbegriffen.

Er sieht sich als Fahrrad-Botschafter. Unterwegs will er die Welt mit Kinderaugen betrachten. "Kinder, die mir auf meiner Reise begegnen, werde ich vor Ort an Dialogen teilnehmen lassen, dem ein Fragenkatalog zugrunde liegt, der lustige, komisch unbeholfene, aber auch ernsthafte kindgemäß philosophische Kommentare produziert", sagt er. Die Ergebnisse will er aktuell auf seiner Homepage www.bike-ambassador.com publizieren. Mit dieser Reise will er die Ho-Chi-Minh-City Child Welfare Foundation unterstützen. Geld will er über Sponsoren für jeden abgestrampelten Kilometer generieren.

Astrid Daniel und Mewes Abrell setzen sich am 22. März ebenfalls aufs Rad. Sie wollen innerhalb von zwei Jahren Peking erreichen. Die Wohnung ist bereits gekündigt, ihr Hab und Gut bei den Familien in Thüringen deponiert. Ihren Reiseverlauf will das Paar ebenfalls ins Internet stellen. Unter www.rumradeln.de können Interessierte ihre Fortschritte verfolgen. Miriam Zißler

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