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Augsburg

15.05.2019

Warum es in Augsburg nicht genug Betreuungsplätze gibt

Der Stadt liegen nun die ersten Zahlen vor, wie es in diesem Jahr um die Betreuungsplätze in Augsburg bestellt ist: Die Situation wird weiter angespannt bleiben.
Bild: Silvio Wyszengrad (Symbolfoto)

Plus Babyboom und anhaltender Zuzug sorgen in Augsburg für eine hohe Nachfrage bei den Kita-Plätzen. Doch es gibt noch einen weiteren Grund.

Eine genaue Zahl, wie viele Kinder derzeit noch keinen Betreuungsplatz in Augsburg haben, wollte Sozialbürgermeister Stefan Kiefer (SPD) im Jugendhilfeausschuss nicht nennen – auch auf Nachfrage von Stadträtin Verena von Mutius (Grüne) nicht.

Der andauernde Engpass bei der Zahl der Kita-Plätze wird in der Stadt intensiv verfolgt und sorgt für Unmut. Doch auch nach dem diesjährigen Abgleich des Jugendamtes gibt es keine Entwarnung. In den vergangenen Wochen haben die Eltern ihre Zu- oder Absagen für die gewünschten Einrichtungen erhalten.

Nicht alle werden sich über einen Betreuungsplatz freuen können. „Es bleibt eine Herausforderung“, sagt Inka Wischmeier, Fachbereichsleiterin Kita für die freien Träger bei der Stadt Augsburg.

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Viele "Korridorkinder" kommen erst ein Jahr später in die Schule

Das habe mit der steigenden Geburtenrate und den Zuzügen zu tun, begründete sie. Es gebe aber noch einen weiteren Grund, der in diesem Jahr der Stadt einen Strich durch die Rechnung macht: die „Korridorkinder“. Dabei handelt es sich um Erstklässler, die zwischen Anfang Juli und Ende September Geburtstag haben.

Sie können ab sofort leichter von der Einschulung zurückgestellt werden. Diese Möglichkeit nehmen in Augsburg nicht wenig Eltern in Anspruch. Derzeit sind der Stadt 2214 Mädchen und Buben gemeldet, die Anfang September eingeschult werden. 640 von ihnen haben in dem betreffenden Zeitraum Geburtstag.

„400 Kinder werden eingeschult. Bei 240 Kindern haben die Eltern entschieden, dass sie mit der Einschulung noch ein Jahr warten. Das sind über 37 Prozent der möglichen Korridorkinder“, rechnet Bildungsreferent Hermann Köhler (CSU) vor. Kein Pappenstiel, wie sich zeigt. Denn 240 Kinder bedeuten umgerechnet acht Kindergartengruppen oder zwei Kindergärten mit jeweils vier Gruppen.

Die Nachfrage von Betreuungsplätzen wird 2019 wohl höher sein als das Angebot

2017 blieben in Augsburg erstmals 200 Kinder unversorgt, im vergangenen Jahr fehlten rund 400 Plätze. „Trotz der Fortschritte bei der Schaffung von Plätzen rechnen wir mit deutlichen Engpässen“, sagte Kiefer Ende April gegenüber unserer Redaktion.

Sicher ist, dass wohl zumindest in diesem Jahr die Nachfrage von Betreuungsplätzen noch höher sein wird als das Angebot. Wie hoch, will derzeit niemand formulieren. Diese Angabe sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös, so Kiefer. Schließlich könne in den kommenden Wochen noch einiges in den Kids-Stützpunkten bewegt werden.

Eltern, die keinen Platz für ihr Kind bekommen haben, werden dort beraten. Teilweise könne für sie noch ein Platz in einer Einrichtung gefunden werden, teilweise ergebe sich eine andere Lösung, wie etwa die Betreuung durch eine Tagesmutter. Wie viele Betreuungsplätze letztlich fehlen würden, sei noch nicht absehbar.

Für Sozialreferent Kiefer und Bildungsreferent Köhler ist das eine unbefriedigende Situation. In den vergangenen zwei Jahren wurden zahlreiche Maßnahmen in die Wege geleitet, die bereits zu einer Aufstockung der Augsburger Betreuungsplätze geführt haben.

In diesem Jahr werden 947 neue Betreuungsplätze in Augsburg geschaffen

2017 wurde eine „Task Force Kita“ gegründet, die sich um die Erweiterung von Kita-Kapazitäten kümmert. Zum einen wurden neue Bauprojekte in Angriff genommen, daneben wurden viele neue Plätze durch Umbauten geschaffen.

Die Stadt hat hierfür eine Investitionskostenförderung auf den Weg gebracht, die jeden zusätzlich geschaffenen Platz bezuschusst. Daneben ist die Stadt neue Wege gegangen, um schneller auf den Engpass reagieren zu können. Großtagespflegen wurden und werden nun auch von der Stadt eingerichtet.

In Lechhausen entsteht ein Zentralhort, in der 100 Kinder untergebracht werden können und so drei Kitas entlastet, in denen bislang 72 Hortkinder untergebracht waren. „2019 werden allein insgesamt 947 Betreuungsplätze geschaffen“, sagt Inka Wischmeier. Damit nicht genug. Auch in den kommenden Jahren werden weitere Plätze geschaffen.

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15.05.2019

Zu viele Kinder für die vorhanden Betreuungsplätze, zu wenig Kinder für die Altersversorgung - ohje...

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Augsburg

Augsburger Eltern bangen um Kita-Plätze

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