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31.01.2019

Was ist dran am Köln-Gerücht?

Mike Stewart arbeitet in der vierten Saison als Trainer der Augsburger Panther. Jetzt gibt es Gerüchte, dass es seine letzte sein könnte.
Bild: Siegfried Kerpf

Eishockey Angeblich hat Panther-Trainer Mike Stewart bei den Haien schon einen Vertrag für die kommende Saison unterschrieben. Drei Möglichkeiten, was es mit dieser vermeintlichen Neuigkeit auf sich haben könnte

Natürlich hatte Mike Stewart mit der Frage gerechnet. Wie es denn um seine berufliche Zukunft bestellt sei, wollten die Journalisten nach dem Abschlusstraining am Donnerstag wissen. Der Panther-Trainer setzte sein Pokerface auf und ließ wissen, dass Spekulationen zu dieser Zeit der Saison nichts Neues seien. „Das gilt für unsere Spieler genauso wie für meine Person.“

Unter der Woche hatten Gerüchte die Runde gemacht, Stewart habe schon bei den Kölner Haien einen Vertrag für die kommende Saison unterzeichnet. Vor kurzem war dort Peter Draisaitl entlassen worden, obwohl die Mannschaft momentan auf Platz vier der Tabelle steht. Nachfolger Dan Lacroix wird nach dieser Saison zurück nach Nordamerika gehen.

Interessant ist, dass das Gerücht aus Berlin stammt, wo Stewart ebenfalls Kandidat gewesen sein soll, aber bereits abgesagt habe. Reiner Zufall natürlich, dass dieses Gerücht in der Woche vor dem Spiel am Sonntag in Berlin auftaucht. Für die Eisbären geht es um viel. Der erfolgsverwöhnte Klub droht die Play-offs zu verpassen. Die Mannschaft steckt im Tief und hat von den vergangenen zehn Spielen acht verloren. In dieser Situation kann ein bisschen Unruhe beim nächsten Gegner nicht schaden.

Das ist eine mögliche Interpretation des Köln-Gerüchts. Die zweite ist, dass es stimmt – denn für Stewart würde ein Wechsel allein schon finanziell höchstwahrscheinlich eine Verbesserung bedeuten. Zudem stünde ihm bei den Haien ein deutlich höherer Etat für das spielende Personal zur Verfügung. Köln ist eishockeybegeistert und einer der großen Traditionsstandorte in Deutschland. Was Stewart schon aus vergleichsweise wenig Geld machen kann, zeigt er in dieser Saison in Augsburg. Dort könnte, und das ist die dritte Interpretationsmöglichkeit, auch seine berufliche Zukunft liegen. Denn oftmals lösen sich Gerüchte im Profisport genauso schnell in Wohlgefallen auf, wie sie aufgeploppt sind.

In die Karten ließ sich Stewart am Donnerstag nicht blicken. „Spekulationen kommentiere ich nicht“, sagte er freundlich aber bestimmt. „Ich bin die vierte Saison in Augsburg, mein Fokus lag nie woanders. Ich bin ständig in Kontakt mit Lothar Sigl über unsere Situation hier, das ist die Priorität eins. Es war uns wichtig, die Mannschaft für die kommende Saison zusammenzubasteln. Das ist uns bisher gut gelungen.“

Klar ist, dass Stewart durch seine erfolgreiche Arbeit in Augsburg auf sich aufmerksam gemacht hat. Gleich mehrere DEL-Top-Klubs mit großem Etat und noch größeren Ambitionen kriseln und spielen weit hinter den Erwartungen – neben Berlin ist Nürnberg ein solcher Kandidat. Die Franken gastieren am Freitag in Augsburg (19.30 Uhr). „Bevor wir in die Länderspielpause gehen, wollen wir ein gutes Wochenende haben“, sagte Stewart. Gut bedeutet erfolgreich. Nürnberg allerdings befindet sich nach einer katastrophalen ersten Saisonhälfte im Aufwind. „Nürnberg braucht jeden Punkt, wir brauchen jeden Punkt. Jede Mannschaft ist jetzt hellwach. Vor allem in einem Derby ist der Tabellenstand eigentlich ziemlich egal. Wir werden ein gutes Spiel abliefern müssen, wenn wir punkten wollen.“

Fehlen werden dabei allerdings die verletzten Verteidiger Scott Valentine und Arvids Rekis. Dafür kehrt Christoph Ullmann zurück.

Ein kleines Tief beendet hat Panther-Topscorer Matt White. Nach einigen Spielen ohne Tor traf er am vergangenen Wochenende gleich dreimal. „Ich war natürlich ein bisschen besorgt, als es plötzlich nicht mehr so gut lief“, sagte White am Donnerstag. Trotzdem habe er aber seine Torchancen gehabt. „Solange das der Fall ist, darf man eigentlich nichts verändern und weiter seinen Job machen. Erst wenn man auch keine Torchancen mehr hat, sollte man sich grundsätzliche Gedanken machen.“ 18 Tore und 23 Vorlagen sind ein absoluter Spitzenwert in der DEL, White belegt in der ligaweiten Punktewertung derzeit Platz sieben.

Noch ist unklar, ob der quirlige Stürmer den Panthern erhalten bleibt. Zusammen mit Spielmacher LeBlanc, der auch in der kommenden Saison in Augsburg spielen wird, hatte White über weite Strecken der Saison ein kongeniales Duo gebildet. Erst in den vergangenen beiden Spielen sortierte Stewart seine Reihen neu – und beendete damit Whites Torflaute.

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