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Martin Kluger

03.07.2019

Wie ein Autor Augsburg zur Welterbe-Bewerbung verhalf

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Martin Kluger hat ein Buch über die Augsburger Wasserversorgung verfasst - und ist damit so etwas wie der Vater der Augsburger Welterbe-Bewerbung.
Bild: Andreas Baumer (Archiv)

Martin Kluger hat der Augsburger Wasserversorgung zu weltweitem Interesse verholfen. Doch der streitbare Autor hat sich damit nicht nur Freunde gemacht.

Er ist einer von denen, die sich regelrecht in Themen verbeißen: Wenn der Augsburger Autor Martin Kluger erst ein neues gefunden hat, halten ihn weder Uhren noch Tageszeiten davon ab, alles darüber herauszufinden.

Autor Martin Kluger ist Experte in der historischen Wasserversorgung Augsburgs

Die Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger zum Beispiel: Über Jahre setzte sich Kluger mit ihrem Imperium auseinander, veröffentlichte Bücher, konzipierte Museen. Kenner unken, dieser Mann besitze inzwischen beinahe so viele Materialien wie das Fugger-Archiv in Dillingen.

Dabei ist sein ursprüngliches Metier der Städte- und Kulturtourismus. Der Verlagskaufmann und Betriebswirt betreibt eine Werbeagentur und einen Verlag, dessen Dependance in Nürnberg Klugers Frau managt. Doch nur Aufträge anzunehmen, ist seine Sache nicht.

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Kluger, Jahrgang 1957, verschafft sie sich lieber selbst. Wahrscheinlich ist das der Grund, weshalb er sich vor Jahren mit der historischen Augsburger Wasserversorgung auseinanderzusetzen begann, um am Ende sicher zu sein: Dieses Thema birgt mehr Stoff als für ein, zwei Bücher.

Wie sich Martin Kluger für die Augsburger Welterbe-Bewerbung einsetzte

Gemeinsam mit dem Augsburger Tourismusdirektor Götz Beck kann man Kluger ohne Übertreibung als Vater der Augsburger Welterbe-Bewerbung bezeichnen. Er nährte die Idee einer Bewerbung, obwohl viele sie zunächst belächelten. Am Freitag oder Samstag wird nun in Aserbaidschan entschieden, kaum einer geht noch davon aus, dass die Stadt scheitert.

Dass das komplexe Thema heute auf weltweites Interesse stößt, liege vor allem an Klugers „akribischer Vorarbeit“, heißt es. Er forschte in Archiven, vergrub sich in Akten, sprach mit Experten und kann stundenlang über Augsburgs Wasserversorgung referieren.

In der Stadtverwaltung dagegen hat er sich wenig Freunde gemacht: Kluger kann hartnäckig sein, pedantisch auch, und er scheut nicht vor deutlichen Worten zurück, wenn er manchem Verwaltungsbeamten die inhaltliche Kompetenz in Wasserfragen abspricht. Und er stichelt gerne. Das Verdienst des ersten Augsburger Kulturreferenten, der sich mit der Frage einer Bewerbung auseinanderzusetzen hatte, war laut Kluger, dass er nichts unternommen habe – auch nichts, was das Vorhaben torpediert hätte. Eben dieser Kulturreferent, Peter Grab, war es dann aber, der nach der Vorarbeit Klugers sowohl politisch als auch finanziell Unterstützer für eine Augsburger Unesco-Bewerbung zu suchen begann - gegen Widerstände aus einem großen Teil der Stadtverwaltung.

Eine Augsburger Delegation erwartet in Aserbaidschan die Entscheidung - ohne Martin Kluger

Richtig Bewegung kam in die Sache, als Experten die Stadt ihrer guten Chancen versicherten. Und so ist seit dieser Woche eine Augsburger Delegation in Aserbaidschan, um die Debatte des Unesco-Komitees zu verfolgen.

Kluger gehört nicht dazu. Die Stadt Augsburg setzt inzwischen auf einen städtischen Koordinator, würdigt aber die Anstöße, die Kluger gab. Ihn selbst stört das nicht, diese Woche erst hat er als Autor über einen Auftrag für ein weiteres „Wasser-Buch“ verhandelt.

Und weil er ein Arbeitstier mit großer Liebe für Augsburg und die Region ist, wird er bald wohl auch ein neues Thema für sich entdecken.

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