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Augsburg

29.06.2017

Wohnen in der Stadt – und doch im Grünen

Wie ein Flussbecken schlängelt sich der 1500 Meter lange Pfad durch die Parkanlage und führt zu Sport- und Spielplätzen. Wenn der Weg nicht gerade für Radrennen genutzt wird, kann man hier gemütlich durch das Gelände flanieren.
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Wie ein Flussbecken schlängelt sich der 1500 Meter lange Pfad durch die Parkanlage und führt zu Sport- und Spielplätzen. Wenn der Weg nicht gerade für Radrennen genutzt wird, kann man hier gemütlich durch das Gelände flanieren.
Bild: Annette Zoepf

Der Sheridan-Park in Pfersee ist ein Beispiel dafür, wie Naherholung in einem Neubaugebiet gelingen kann. Doch auch auf dem Areal ist Vandalismus ein Thema.

Die Stadtplaner haben dazugelernt. Wo in den 60ern Wohnviertel vor allem betongrau erstrahlten, gilt es heute, großflächige Grünlandschaften zu gestalten, um den Anwohnern ein attraktives Umfeld zu bieten. Ein Beispiel dafür ist das Sheridan-Areal in Pfersee. Das ehemalige Kasernengelände wurde neben Gewerbe- und Wohnbau mit einem großen Parkgelände bedacht. Seit gut vier Jahren mäandert zwischen der Stadtberger Straße und der B17 durch die mehr als 200000 Quadratmeter große Grünfläche ein einem Flusslauf nachempfundener, 1500 Meter langer Pfad, der Besucher und Bewohner zu Spiel- und Sportplätzen sowie Liegewiesen führt.

Fast sechs Jahre betrug die Bauzeit, bevor der Park 2013 eröffnet wurde. Geplant wurde das Projekt schon 2007. Zwischen etlichen alten und 1575 neuen Bäumen, gepflanzt auf der gesamten Fläche, finden die Besucher zehn Spiel- und Sportmöglichkeiten vor. 6,7 Millionen Euro wurden dafür in das Projekt investiert.

Davon profitieren Anwohner wie Thomas Kaiser und seine Frau Verzirka, die auf einer der vielen Parkbänke im Schatten sitzen. Seit einigen Wochen sind die beiden Eltern und gehen seitdem regelmäßig gemeinsam spazieren. 20 Jahre wohnt Kaiser bereits in der Nähe und er empfindet den Park als großen Mehrwert für das Viertel.

Ein Trinkwasserbrunnen fehlt

Ein paar Meter weiter kicken sich Dominik Plazek, Hüseyin Aydien und Mathias Schuster den Fußball zu. Ihre Frauen sitzen am Rand einer Kletter- und Felsenlandschaft und unterhalten sich. Irgendwann wird auch den Männern an diesem Junitag zu heiß und sie suchen ebenfalls den Schatten auf. Wie es ihnen im Park gefällt? „Die Vielfalt an Möglichkeiten, die Sauberkeit, das ist super hier. Aber dass auf diesem Riesengelände kein Trinkwasserbrunnen ist, finde ich nicht zeitgemäß“, schnauft Aydien.

Auf dem betonierten Pfad begegnet man zahlreichen Fahrradfahrern und Inlineskatern; manchmal muss man achtgeben, dass sie einen nicht umfahren, sie nutzen den Weg als Rennstrecke. Am Wegesrand überall aufgestellt Stationen mit Plastikbeuteln und Mülleimern für die zahlreichen Hundebesitzer, die hier entlanggehen. Tatsächlich werden diese auch genutzt, wie sich an den sauberen Rasenflächen zeigt. Die Besucher heben die Sauberkeit positiv hervor. Genauso fällt auf, dass kaum Flaschen herumliegen oder Mauern und Wege mit Graffiti besprüht sind.

Gleichwohl gab es gerade nach der Eröffnung des Parks Schwierigkeiten mit Randalierern und deren Zerstörungswut. So hatte 2014 der CSU-Ortsvorsitzende Bernd Zitzelsberger eine Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung der Vandalen führen sollte, ausgeschrieben. Dabei hatte die Wohnbaugruppe Augsburg Entwickeln bereits bei der Planung darauf geachtet, Vandalismus möglichst vorzubeugen. So habe man beispielsweise mit Beleuchtung gearbeitet, so Stephan Bednorz. „Dunkle Ecken haben wir mit Bewegungsmeldern ausgestattet, um mögliche Randalierer von vorneherein abzuschrecken.“ Außerdem habe man bei Spielanlagen und Parkausstattung „auf besonders robuste Geräte zurückgegriffen.“

Sogar Platzverweise

Dennoch ist es auch Anfang dieses Jahres Bernd Zitzelsberger zufolge zu unerfreulichen Vorfällen – von zerstörten Lampen bis hin zu nächtlicher Ruhestörung – gekommen. Seitdem sei die Polizei mehrfach Streife auf dem Gelände gegangen, habe auch einen Platzverweis aussprechen müssen.

Und diesmal scheinen Maßnahmen gefruchtet zu haben. „Es spricht sich herum, dass auch der Sheridan-Park ein Ort ist, an dem gewisse Regeln für das Zusammenleben existieren und erforderlichenfalls auch durchgesetzt werden.“ Seit Monaten kam es zu keinen nennenswerten Vorfällen mehr. Zitzelsberger hofft, dass „das jetzt auch in der warmen Jahreszeit so bleibt.“ Denn auch er empfindet den Freizeitwert des Parks als „phänomenal.“

Dem kann Niloofar Zarrinkhameh nur zustimmen. Sie ist aus einem anderen Stadtteil extra nach Pfersee gekommen, weil sie schon viel Gutes über den Park gehört hat. „Das riesige grüne Areal, die vielen Elemente zum Sportmachen und Spielen, das ist schon wirklich klasse.“ Nur einen Eiskaffee würde sie jetzt noch gerne trinken. Damit sieht es auf dem Gelände allerdings schlecht aus. Zwar befindet sich nicht allzu weit entfernt ein Supermarkt, aber gerade an Feier- und Sonntagen, an Tagen also, an denen der Park besonders stark frequentiert ist, hat der geschlossen.

Jederzeit ein freier Korb

Ein Kiosk für Getränke und kleinere Speisen fehlt. Wer mit Eistee und Chips vorsorgt, wie Leo und ihre Freundinnen, ist da besser dran. Sie sitzen im Kreis zusammen, haben eine Gitarre dabei, auf der sie ab und an spielen. Auch sie sind oft hier. Der 14-jährigen Leo gefällt, dass sie jederzeit einen freien Korb auf dem Basketballplatz findet und es recht ruhig ist. „Wenn man mal von den vielen kleinen Kindern absieht“, fügt sie lachend hinzu.

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