In Göggingen können nahe des Luftbads am Fabrikkanal in den kommenden Jahren insgesamt 200 Wohnungen entstehen. Die 15 Mehrfamilienhäuser sollen auf der ehemaligen Erweiterungsfläche der Hessing-Klinik gebaut werden. Das Immobilienunternehmen Dumberger hatte das Grundstück an der Waldstraße vor acht Jahren gekauft. Die Planungen zogen sich über mehrere Jahre hin, weil Anwohner Bedenken wegen der Verkehrserschließung hatten (wir berichteten).
Inzwischen ist eine zentrale Zufahrt von der Butzstraße aus vorgesehen. Die vier- bis fünfgeschossigen Häuser sollen sich um eine Grünfläche mit Mehrgenerationenspielplatz gruppieren. Im Norden ist ein riegelförmiger Bau vorgesehen, der das Quartier zu den Amann-Fabrikflächen abschirmt. Der Stadtrat soll am Donnerstag grünes Licht für den Bebauungsplan geben, was als Formsache gilt. Die Vorberatung im Bauausschuss des Stadtrats war einstimmig verlaufen.
200 Wohnungen sind in Augsburg-Göggingen geplant
Dumberger kündigte auf Anfrage unserer Redaktion an, Ende 2024/Anfang 2025 mit dem Bau beginnen zu wollen. Bis dahin seien noch finale Planungen nötig, etwa was die Heizung betrifft. Bei den Gebäuden wird bereits die Vorgabe des neuen Heizungsgesetzes gelten, das für Neubauten in Neubaugebieten bei der Wärmeversorgung mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien vorschreibt.
Wie berichtet legten Bauträger zuletzt deutliche Zurückhaltung an den Tag – die Zahl der nennenswerten Projekte in Augsburg lässt sich aktuell an zwei Händen abzählen. Teils werden Neubauprojekte von den Firmen trotz Baurechts nicht in Angriff genommen, weil die Rentierlichkeit des Baus fraglich ist. Mit den 200 Wohnungen würde das Gebiet in Göggingen zu den größeren Bauflächen zählen. "Auch wir haben wirtschaftliche Zwänge, aber wenn sich die wirtschaftlichen Eckdaten nicht weiter verschlimmern, wollen wir beginnen", so Dumberger-Vertriebschef Gerhard Failer. Als Bauunternehmen gehe es auch darum, die eigenen Mitarbeiter mit Aufträgen zu versorgen. Laut Failer ist eine abschnittsweise Realisierung geplant.
Stadt Augsburg setzt in neuen Bebauungsplänen auf starke Verdichtung
In dem neuen Quartier sind 20 Prozent geförderte Wohnungen vorgesehen, was unter der aktuellen Vorgabe von 30 Prozent liegt. Allerdings hatte die Stadt die Vorgabe erst 2020 in Kraft gesetzt, der Bebauungsplan war aber schon vorher in Bearbeitung. Florian Freund, Fraktionschef der SPD, die damals eine treibende Kraft hinter der Sozialquote war, sagte im Bauausschuss, dass man sich damals auf dieses Vorgehen geeinigt habe. "Jetzt kommen die letzten Bebauungspläne raus, die noch unter diese Regelung fallen."
Diskussionen gab es auch über die Dichte der Bebauung. In neuen Bebauungsplänen setzt die Stadt auf eine relativ starke Verdichtung. Beim Start der Planungen 2016 waren noch lockerere Bebauungen üblich. "Die Frage, ob man heute dichter bauen sollte, würden Fachleute wohl mit Ja, Anwohner mit Nein beantworten", so Baureferent Steffen Kercher. Wenn man mehr Dichte wolle, hätte man aber ein komplett neues Verfahren starten müssen. Angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt sei es besser, wenn nun bald gebaut werde.