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Projekt

09.01.2019

Kunstsammlungen begrüßen die neuen Ideen

Ob Kaiser Augustus je Schnee gesehen hat? Und welche Kunst und Geschichte hätte er in der Stadt, die seinen Namen trägt, bewahrt? In Augsburg wird gerade diskutiert, wie die Kunstsammlungen fit für die Zukunft gemacht werden können.
Bild: Mayr

Museumsdirektor Christof Trepesch begrüßt das neue Konzept. Als eines der ersten Projekte sieht er die Schaffung eines zentralen Depots

Ein römisch-archäologisches Forum, ein zentrales Depot, ein zentrales Bürogebäude, das sind die drei großen Baumaßnahmen, die das Museumsentwicklungskonzept vorsieht. Es enthält insgesamt zehn verschiedene Punkte, wie die Augsburger Museen verbessert werden können. Am Montag wurde das Konzept von den beiden Museumsexperten Matthias Henkel und Jochen Ramming den Mitgliedern des Kulturausschusses und den Museumsleitern vorgestellt. Am Tag darauf den Mitarbeitern der Kunstsammlungen. Neben den drei baulichen Änderungen gibt es auch strukturelle Verbesserungsvorschläge, etwa eine Stabsstelle für zentrale Kommunikation, eine neue Taskforce für die Stadtgeschichte Augsburg, ein neues Zentrum für ein zentrales Besuchermanagement und eine zentrale Stelle für die digitale Transformation der Kunstsammlungen. Ein eigenes Museum für die Augsburger Stadtgeschichte sieht das Konzept jedoch nicht vor.

Der Direktor der Augsburger Kunstsammlungen, Christof Trepesch, begrüßt diese Ideen. „Sie entsprechen sehr gut unseren Vorstellungen“, sagt er. Eine bessere personelle Grundausstattung wünschen sich die Kunstsammlungen bereits seit Jahren, zum Beispiel um die Digitalisierung der Museen voranzubringen. Bislang müsse man sich mit Zeitverträgen behelfen, um den Museumsbestand zu digitalisieren. Von den 70 000 Sammlungsobjekten seien so innerhalb von neun Jahren gut 15.000 digital erfasst worden. „So etwas ist eben nur mit den entsprechenden Stellen möglich“, sagt Trepesch. Auch die vorgeschlagenen baulichen Veränderungen befürwortet der Museumsdirektor. An erster Stelle sieht er ein zentrales Museumsdepot. „Auch bei dem Thema Stadtgeschichte muss etwas gemacht werden. Und es ist gut, das im Rahmen der Kunstsammlungen anzusiedeln“, sagt Trepesch.

Die Stadtratsfraktionen sind gerade erst dabei, die ersten Ergebnisse des Museumsentwicklungskonzepts zu diskutieren. Konkrete Pläne, Vorschläge und Wünsche liegen noch nicht vor. Bernd Kränzle (CSU) begrüßt es, dass nun konstruktiv über die Zukunft der Augsburger Kunstsammlungen nachgedacht werden kann. „Vieles von dem Konzept reicht über diese Wahlperiode hinaus“, sagt Kränzle. In der CSU-Fraktion werde nun diskutiert, welche Punkte zuerst und welche erst später verwirklicht werden sollen.

Die SPD-Stadträtin Gabriele Thoma sieht in dem Konzept viele neue Ideen, wie die Kunstsammlungen zukunftsfähig gemacht werden können. Gut gefallen habe ihr der Plan eines römisch-archäologischen Forums. „Es ist wichtig, dass die Augsburger Museen auf der Höhe der Zeit bleiben“, sagt die SPD-Stadträtin. Sie könne sich auch frisches Personal mit neuen Ideen für die Häuser vorstellen.

Die Grünen-Stadträtin Verena von Mutius begrüßt die Idee eines Audience Development. Bevor es aber daran gehe, zu überlegen, was die Grünen mit Priorität verfolgen und wo sie Änderungsbedarf sehen, möchte sie abwarten, was bei der Befragung des interkulturellen Milieus herauskommt, das bislang noch nicht größer in das Museumsentwicklungskonzept eingeflossen ist. „Eine Taskforce Stadtgeschichte, die zum Beispiel die Migrationsgeschichte der Stadt sichtbar macht, ist bei uns sicher unstrittig“, sagt von Mutius.

Im Dezember 2016 hat die Stadt Augsburg die beiden Museumsexperten Matthias Henkel und Jochen Ramming damit beauftragt, ein Museumsentwicklungskonzept zu erstellen. Für ihre Recherche haben sie mit den Mitarbeitern der Häuser gesprochen, sich die Ausstellungen angesehen, Interviews mit Besuchern und Passanten geführt. Zudem gab es eine Onlinebefragung und eine Bürgerbeteiligung. Nun haben sie ihren Bericht vorgestellt, in dem sie zehn Punkte zur Verbesserung aufgeführt haben. Abschließend wird das Kulturreferat noch gezielt Gespräche mit Vertretern migrantischer Gruppen führen, um deren Anliegen auch noch in das Konzept einfließen zu lassen.

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