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Premiere

01.01.2019

Samt „Södefix“: Das neue Kabarett der Puppenkiste

Markus Söder als Obelix, also als Södefix in der Puppenkiste´.
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Markus Söder als Obelix, also als Södefix in der Puppenkiste´.
Bild: Foto: Ulrich Wagner

In der Augsburger Puppenkiste ist es mit dem neuen Programm aber  nicht nur politisch. Die Premierenkritik 

Wenn Häuptling Södefix, alias Markus Söder als Obelix, ruft, dann kommen sie alle - die Häuptlinge des Landes. Diesmal hat sich das Kabarett der Augsburger Puppenkiste von Asterix und Obelix inspirieren lassen. Eine Idee, die das Premierenpublikum sichtlich beglückte. Mehr noch: Das ganze Programm des diesjährigen Kabaretts war tatsächlich, wie es der Kasperl bei seiner Begrüßung versprach, „spaßig und poetisch“ und entführte die Zuschauer „in eine andere Wirklichkeit“.

Eine erste Station war nicht ein gallisches, sondern ein bayerisches Dorf, wo sich bald die „Häuptlinge“, darunter auch die Neuen wie „Söderix“, „Aiwangerix“ (Asterix) und Nahline tummelten. Seehoferix gehörte natürlich zu den ersten Gästen, der, obwohl „mit seinem Latein am Ende“, nur noch lateinisch schlau daher sprach, etwa so: „Veni, vidi, vici. Ich kam, sah und sägte.“ Es erschienen die „linke Biene“ Wagenknecht, begleitet vom „reizenden Hunderl“ Gysefix, der Toni (Hofreiter), der schon bald in den bayerischen Zaubertrank, das Bier, fiel und Majestra Merkeline, mit Nahline im Schlepptau. Wie im Politbetrieb herrschte hier, im bayerischen Dorf, ein herrlich heilloses Durcheinander.

Vielfältig, immer wieder aufs Neue überraschend, zeigte sich das gesamte Programm. Deutlich wurde wieder einmal, welch grandiose Möglichkeiten das Figurenspiel hat und wie sehr sie die Puppenkiste beherrscht. Da waren die Musiknummern: Eine Lauchstange in der Gemüseband verausgabt sich am Blechdosen-Schlagzeug. Klappmaul-Frösche quaken fröhlich, während drei Frösche an Fäden, im seidenen Tütü-Röckchen, graziös tanzen.

Und die Venus kommt zu ihrem Neandertaler

Schauen und Staunen ließ das Solo einer Clown-Marionettenfigur. Wie beweglich und grazil war sie doch! Der Clown hob seinen Kopf, ließ ihn balancieren, jonglierte ihn auf den Händen, dann auf den Füßen - alle Bewegungen bedacht und präzise. Hier hob sich auch mal der Vorhang, damit das Publikum sehen konnte, wie drei Puppenspieler, geschickt ineinander greifend, diese eine Figur lebendig werden ließen.

Wunderschön auch die poetischen Momente vor liebevoller Kulisse, Szenen, die ohne Worte auskommen: Da spannt sich etwa vor einer Stadtkulisse eine Brücke über einen Fluss, auf dem bald ein jüngerer Herr in einem Schirm-Schiffchen dahin gleitet. Mit einem Schattentheater in feinstem Scherenschnitt erzählte die Puppenkiste die Geschichte von Krabat (nach Ottfried Preußler), wo durch einen Pakt mit dem Teufel in einer Mühle die Burschen zu Raben verwandelt werden und nur durch die Liebe erlöst werden können. Herrlich, wie diese Raben durch eine verzauberte, sich ständig verändernden Traumlandschaft fliegen!

Großes Vergnügen bereiteten wieder das Mammut und sein brabbelnder Neandertaler, dem plötzlich die mächtige Venus von Willendorf vor der Nase liegt. Was nur mit ihr anfangen? Mit Prof. Zwengelmann begegnete auch wieder ein alter Bekannter. Diesmal schlägt er sich mit seiner Sprachassistentin Alexa rum, die arglos einen Pizzaboten und die Polizei bestellt. Bei einem Augsburg-Medley, gesungen von drei Zirbelnüssen, vor wechselnden Augsburger Schauplätzen, wurde herzlich gelacht - etwa als es ein Baggerfahrer vor dem Roten Tor rumkurvte, zum Song „Bagg, bagg, bagger vor dem Roten Tor!“ Über 30 Nummern waren geboten, darunter auch viele pfiffige Kurzszenen. Herzlicher Applaus und ein „Schön war’s!“ von allen Seiten.

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