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16.07.2010

Abbruch vor dem Aufbruch in die Olympia-Zukunft

Der Nebenraum in der Gaststätte am Eiskanal ist voll besetzt. Bürgermeister Peter Grab und die Verwaltung informieren Nachbarn und Nutzer über den Abbruch und Neubau des Kanu-Leistungszentrums. Die Medaillenfabrik der deutschen Slalomfahrer - seit 1992 gab es bei allen Olympischen Spielen Edelmetall - soll bis Ende 2011 fertig sein, "damit sich die Olympiamannschaft optimal auf die Spiele 2012 in London vorbereiten kann", sagt Günter Billenstein, der Leiter des städtischen Hochbauamts.

Warum wird gebaut? An dem Haus aus dem Olympiajahr 1972 nagt der Zahn der Zeit. Neben Schäden an der Betonsubstanz macht den Sachverständigen die Schadstoffbelastung mit Lindan und Asbest Sorgen. Der Neubau soll deshalb nur unwesentlich teurer werden als eine Sanierung der bisherigen Anlage.

Was kostet der Bau? Die rund sechs Millionen Euro kommen aus drei Töpfen: Der Bund steuert 40 Prozent, das Land Bayern übernimmt 25 Prozent und die Stadt ist mit 35 Prozent dabei. "Wer weiß, ob man später noch Zuschüsse bekommen hätte, wenn man das jetzt nicht in Angriff genommen hätte", sagt Klaus Pohlen, Leiter des Olympiastützpunkts Bayern und früherer Bundestrainer. Während der Bauphase entsteht neben dem Kegelzentrum ein "Containerdorf" mit Büros und Umkleiden für die Kader-Kanuten und deren Trainer.

Wie wird das neue Zentrum aussehen? Die Architekten orientieren sich weitgehend am bisherigen Bau, der 1972 für die Olympischen Spiele entstand. Künftig sieht der Raumplan mehr (33) und teilweise größere Zimmer vor, berichtet Zentrumsleiterin Herta Reitenauer. Blickfang könnte künftig der neue Aufzug im Innenhof werden. Das städtische Sport- und Bäderamt wird nach dem Umbau nicht mehr an die Olympiastrecke zurückkehren, sondern bleibt in seiner neuen Heimat im alten Stadtbad. Auf das kleine Schwimmbad im Leistungszentrum, das Kanu-Anfänger zum Erlernen der Eskimorolle nutzten, müssen die Wassersportler in Zukunft verzichten. Dafür gibt es keine Förderung. Olympiakandidaten müssen derartige Manöver nicht mehr üben.

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Wie sieht der Zeitplan aus? Die letzten am Eiskanal wohnenden Kanuten werden Ende August ausziehen, ab September wird das Leistungszentrum bis Jahresende abgebrochen, der Neubau ist für März bis November 2011 vorgesehen. "Das ist ein sportlicher Zeitrahmen, aber es gibt ein konstruktives Miteinander", betont Klaus Meier vom zuständigen Architekturbüro. Mit Halbfertigbauweise und genau eingetakteten Bauabschnitten soll der Plan eingehalten werden. Norm-Arbeitszeit auf der Baustelle wird von 7 bis 17 Uhr an Wochentagen sein. Ein strenger Winter könnte aber zu einer längeren Betätigung (abends und am Samstag) führen.

Welche Probleme könnten auftreten? "Die Baustelle unterliegt strengen Auflagen, weil das Gelände vom Trinkwasserschutzgebiet und der FFH-Naturschutzzone umzingelt ist", so Billenstein. Die zuständigen Mitarbeiter an der Regierung von Schwaben haben bei der Planung aber verständnisvoll mitgewirkt, betont der Bauamtsleiter. Doch die Bauleiter müssen sich auf organisatorische Maßarbeit einstellen, weil die Zufahrtsstraße samt der Kurve zur Brücke über den Stadtbach nicht viel Raum zum Manövrieren bietet. Für die Baumaschinen und das Material wird ein Teil der Parkbuchten zwischen Gaststätte und Kegelzentrum gesperrt.

Das sagt der Bürgermeister "Es wird nur ein Jahr gebaut, nicht alle Parkplätze werden gesperrt und es sind auch 2011 Großveranstaltungen möglich", so Peter Grab. Nachdem der Deutsche Kanu-Verband (DKV) den Slalom-Weltcup von Augsburg nach Markkleeberg verlegt hat, planen die Kanu Schwaben eine Weltmeisterschaft im Wildwasser-Sprint. Der Augsburger Kajakverein will die deutsche Slalommeisterschaft ausrichten. "Es wäre von Vorteil, wenn Veranstaltungstermine für 2011 koordiniert werden", appellierte der Sportreferent an den guten Willen aller Beteiligten.

Die Verwaltung will prüfen, ob sich nördlich des Kegelzentrums zusätzliche Parkplätze anlegen lassen, und setzt auf ein sportliches Miteinander. Die Mühe werde sich lohnen. "Das neue Leistungszentrum wird ein Schmuckstück", ist Bauamtsleiter Günter Billenstein überzeugt.

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