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Deutsche Meisterschaft

10.07.2017

Emily Apel paddelt zum ersten Titel

Lukas Stahl

Dabei ist die 14-jährige Augsburgerin nur eines von mehreren großen Talenten im Kanuslalom

Als Emily Apel den Bereich vor der großen schwarzen Anzeigetafel erreicht, muss sie sich der Gratulanten geradezu erwehren. Vereinskollegen der Kanu Schwaben Augsburg (KSA) fallen ihr um den Hals, drücken und herzen sie. Die Glückwünsche hatte sich die 14-Jährige verdient. Wellen und weiße Gischt des Eiskanals hatte Emily im spitz zulaufenden Boot ausbalanciert, grün- und rot-weiße Stangen hatte sie fehlerlos durchfahren. Als Belohnung diente ihr erster deutscher Meistertitel, in der Kajak-Einer-Jugend paddelte keine Konkurrentin im sonntäglichen Finale schneller. „Ich freue mich riesig, dass es endlich geklappt hat“, sagt der Teenager mit Brille und Zahnspange. Überraschend hatte sich das Kanuslalom-Talent durchgesetzt, nachdem ihr Start wegen einer Schulterverletzung infrage gestanden hatte.

Ohne Gefühlsausbrüche vernahm Vater Thomas Apel den Erfolg seiner Tochter. Das hatte nichts mit Geringschätzung zu tun, vielmehr ist der Kajak-Bundestrainer Erfolg gewohnt. Unter anderem hat er Alexander Grimm 2008 zum Olympiasieg geführt. Apel abgeklärt: „Emily hat dieses Jahr öfters gezeigt, dass sie so gut fahren kann.“ Seine Tochter sei ein „Wettkampftyp“. Noch ist nicht absehbar, in welche Richtung sich Emily entwickeln wird. Sie besucht die achte Klasse des Maria-Theresia-Gymnasiums, seit drei Jahren trainiert sie im Kanuslalom. Natürlich habe sie ein großes Ziel, eifere Grimm und Co. nach und träume von Olympia. „Aber das ist alles noch ganz weit weg“, sagt Emily.

Unaufgeregt blickt Vereinskamerad Julian Lindolf in die Zukunft, der 15-Jährige zeigte sich als Vizemeister im Canadier Jugend zufrieden, nachdem er im vergangenen Jahr noch den Titel gewonnen hatte.

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In seiner Karriere weiter vorangeschritten ist Lukas Stahl. In Augsburger Vorzeigeathleten wie Sideris Tasiadis sieht er inzwischen eher Konkurrenten als Vorbilder. Seine Technik genügt dem 17-Jährigen, um sich am Sonntag den Titel im Kajak Junioren zu sichern. 2009 ist Stahl nach Horgau gezogen, einerseits wegen eines Stellenangebots seines Vaters, andererseits, weil er in Augsburg seinen Wildwassersport leistungsorientiert ausüben kann. Aus Verbundenheit startet er weiterhin für seinen Heimatverein KR Hamm. Der junge Mann mit den roten Haaren besucht die elfte Klasse der Fachoberschule Augsburg, darüber hinaus takten Training und Wettkämpfe seinen Alltag. Obwohl er erstmals bei den deutschen Meisterschaften gewinnt, sieht er in diesen Titelkämpfen nur einen „Übungswettkampf“. Stahl hat größere Ziele. In zwei Wochen beginnt die Junioren-WM in Bratislava. „Mein Ziel ist eine Medaille“, sagt Stahl selbstbewusst. Für Bundestrainer Apel ist Stahl ein Hoffnungsträger. Ebenso wie Andrea Herzog (Leipzig), die die Canadier-Konkurrenz der Juniorinnen dominiert. „Das sind herausragende Talente mit internationalen Medaillenchancen“, betont Apel. Fügt aber hinzu, dahinter klafften größere Lücken als noch vor einigen Jahren.

Nicht optimal verlaufen die Rennen für Fahrer des Organisators Kajak Verein Augsburg (AKV). Mitfavoritin Franziska Hanke fährt im Kajak Juniorinnen auf Platz sechs, vor Vereinskameradin Lena Holl. Die Europacup-Gewinnerin des vergangenen Wochenendes freut sich aber immerhin über Platz drei im Canadier. Für Benjamin Steuler (Canadier Jugend) ist Platz vier ein Erfolg.

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