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Sportausschuss

13.05.2015

Kegelleistungszentrum vor dem Aus?

Die Anlage ist zwar weltweit als Austragungsort begehrt und nachgefragt, doch ohne eine neue Heizung und Sanitäranlage nicht mehr zu betreiben. Doch das kostet

Das Kegelleistungszentrum am Eiskanal genießt als Austragungsstätte hochkarätiger Wettbewerbe, wie Weltpokal oder nationale Meisterschaften, hohes Ansehen. 16 Bahnen auf einer Ebene sind ganz, ganz selten zu finden. Dass man in dem so gut wie gar nicht isolierten Bau aus den 70er Jahren schon im Herbst erbärmlich fror, weil die betagte Heizung ihrem Dienst kaum nachkam, nahmen die Sportler lange Zeit in Kauf. Doch jetzt mag die schrottreife Anlage nicht mehr, und da auch die sanitären Anlagen in einem katastrophalen Zustand sind, droht dem Leistungszentrum das Aus.

„Wenn wir die Heizung nicht erneuern, müssen wir alle Meisterschaften abgeben und das Kegelleistungszentrum aufgeben. Auch der SKVA hat schon seine Kündigung angedroht, weil es einfach zu kalt ist“, verdeutlichte Robert Zenner, der Leiter des Sport- und Bäderamtes, die Dringlichkeit der Reparaturen im Sportauschuss.

Der Sportkegler-Verein Augsburg kann zwar seit Jahren keine Sportler mehr auf nationaler und internationaler Ebene stellen, doch als Veranstalter ist der Dachverein der rund 960 Kegler in und um Augsburg gefragt.

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Die Sanierung ist teuer. Hoffte das Sport- und Bäderamt ursprünglich, mit knapp 40000 Euro die Anlage reparieren zu können, wurde die Mängelliste bei der genauen Begutachtung immer größer und der Kostenvoranschlag immer höher. Am Ende sollte eine neue Heizung rund 115000 Euro kosten.

Damit nicht genug. Das Hochbauamt stellte fest, dass auch die Sanitäranlagen und die elf Duschen dringend erneuert werden müssten. Dort besteht akute Verbrühungs- und Legionellengefahr.

Und weil man schon in den Planungen war, sollen im Zuge der Baumaßnahmen im Leistungszentrum auch rollstuhlgerechte Rampen, ein ebenerdiger Fluchtweg und eine behindertengerechte Dusch- und Toilettenanlage erstellt werden. Am Ende lag der Kostenvoranschlag bei knapp 200000 Euro.

Robert Zenner suchte nach einer tragbaren Finanzierung. Und fand sie. Die Stadt, so sein Plan, muss rund 170000 Euro selber tragen, der Rest wird über einen neuen sogenannten Wärme-Contracting-Vertrag mit den Stadtwerken Augsburg abgedeckt. Die Stadtwerke beteiligen sich an den Kosten für die Sanierung und die Stadt muss dafür über 15 Jahre den Strom abnehmen und die Investitionen abzahlen.

„Das Problem ist, dass wir keine Zeit haben, denn die Arbeiten müssen vor der nächsten Kälteperiode abgeschlossen sein“, appellierte Zenner an die Mitglieder des Sportausschusses im Stadtrat, um eine Mehrheit für die Sanierung zu werben. Der Sportausschuss stellte sich dann auch einstimmig hinter den Vorschlag der Verwaltung. Jetzt hat der Stadtrat das letzte Wort.

Der hatte im Juni 2013 beschlossen, das Kegelleistungszentrum nicht zu verkaufen, sondern für rund eine Million Euro zu sanieren und weiter an den SKVA zu verpachten. Doch dieses Geld wurde bisher nicht in den Haushalt aufgenommen. Jetzt sind die ersten Konsequenzen zu spüren.

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